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Grundlagenwissen zum Thema Majoran

Majoran (Origanum majorana) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist ursprünglich in Kleinasien und im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Die Pflanze wird 30 bis 60 Zentimeter hoch, hat eiförmige, graugrüne Blätter und ist filzig behaart.

Majoran ist eines der wichtigsten Gewürze in der europäischen Küche: Das Kraut verströmt einen blumigen Duft und hat ein mild-würziges Aroma. Frischer Majoran erinnert geschmacklich an seinen engen Verwandten Oregano, ist dabei aber weniger bitterer und leicht süßlich. Wie beim Oregano gilt auch hier: Getrocknet schmeckt er noch intensiver als frisch und behält bei richtiger Lagerung lange sein Aroma. In Deutschland kommt er vor allem in der deftigen Küche zum Einsatz.

Mehr als nur ein „Wurstkraut“

Majoran verleiht gekochten Würsten den typischen Geschmack und wird daher auch „Wurstkraut“ genannt. Durch dieses Kraut werden fette Speisen leichter verdaulich. Der Einsatz in der Wurst hat also nicht nur kulinarische Gründe.

Majoran ist zwar ein Klassiker für Kartoffelgerichte und Fleisch, verfeinert aber auch Ihre vegetarischen Speisen. Würzen Sie schwer verdauliche Lebensmittel wie zum Beispiel Pilze, Zwiebeln und Hülsenfrüchte damit, dann werden sie gleich bekömmlicher. In der Pizza und Tomatensoße kann er auch seinen nahen Verwandten Oregano ersetzen. Achten Sie aber darauf, dass Sie das Küchenkraut sparsam dosieren. Es besitzt eine sehr hohe Würzkraft. Ideal ist es, wenn Sie Ihre Speisen erst zum Ende der Garzeit würzen, so bleibt das Aroma am besten erhalten.

So einfach züchten Sie Majoran

Auch für Ihren Kräutergarten ist Majoran gut geeignet. Die Pflanze mag es sonnig und geschützt, verträgt aber keine Staunässe. Ein nährstoffreicher, durchlässiger Boden ist ideal. Faustregel: Je sonniger der Standort, desto mehr ätherische Öle entwickelt das Kraut.

Die beste Erntezeit ist kurz vor der Blüte von Juli bis September. Die ideale Tageszeit ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag, denn dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Die Blätter können Sie während der gesamten Wachstumszeit frisch verwenden.

Majoran ist auch eine Heilpflanze

In der Naturheilkunde kommt das Kraut bei Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität und Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind vor allem die ätherische Öle sowie Flavonoide, Gerbsäure, Rosmarinsäure und Vitamin C.

Majoran-Tee können Sie zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen oder bei Erkältungskrankheiten verwenden. Für die Zubereitung einer Tasse (200 ml) benötigen Sie etwa 3 Gramm (halber Teelöffel) getrocknetes Kraut. Übergießen Sie den getrockneten Majoran mit siedendem Wasser und lassen ihn fünf bis sieben Minuten ziehen, sodass die Wirkstoffe gut herausextrahiert werden. Majoran können Sie auch für Dampfbäder verwenden: Eine gute Hilfe bei Erkältungskrankheiten. Ein solches Dampfbad soll auch dabei helfen, fette und unreine Haut zu reinigen.

Vorsicht vor Nebenwirkungen!

Wenden Sie Majoran als Heilkraut nie länger als zwei Wochen an, da ein häufiger und langfristiger Gebrauch zu Kopfschmerzen führen kann. Meiden Sie ihn als Heilpflanze in der Schwangerschaft; vor allem das ätherische Öl, da es die Gebärmutter stimulieren kann.

Im Handel erhalten Sie das Kraut frisch oder getrocknet. Bei Trockenware finden Sie zwei Sorten: „Gerebelter“ Majoran besteht aus Blättern und Blüten, während beim „geschnittenen“ Kraut zu einem geringen Anteil auch Stängel verarbeitet werden.