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Light-Produkte: Vor- und Nachteile für Ihre Gesundheit

Die Bezeichnung „leicht“ oder „light“ verführt viele zum Kauf von Lebensmitteln in dem Glauben, sie könnten hier bei gleichen Portionen mit weniger Kalorien auskommen. Unbewusst holen Sie sich damit echte Dickmacher auf den Tisch. Denn das, was als „light“ bezeichnet wird, steht im Ermessen des Herstellers. Es kann alles Mögliche bedeuten: leicht bekömmlich, leicht verdaulich, leicht und locker, zuckerfrei, kalorienarm, fettarm, koffeinarm oder kohlensäurearm.

Cola light© Joshua-Resnick – adobe

Irritierende Zahlenwerte

Die Lebensmittelchemikerin und Biologin Dr. Inge Hoffmann rät: „Lassen Sie sich nichts vormachen, wenn Sie auf einem Light-Produkt scheinbar exakte Zahlen entdecken. So klingt ‚60 Prozent weniger Fett‘ beispielsweise gut, doch viel zu häufig werden Ihnen statt der tatsächlichen Einsparung nur beschönigende Kunststücke präsentiert. Meist findet man auf dem Etikett keine eindeutigen Hinweise, worauf sich die Prozentangabe bezieht – auf das Gesamtgewicht oder die Trockenmasse oder gar auf ein vergleichbares Produkt? Besser ist es, diese Lebensmittel zu vermeiden. Light-Produkte sind auch nicht unbedingt gesunde Produkte, denn häufig sind sie mit Zusatzstoffen überfrachtet. Zudem sind sie teurer.“

Alles wird Ihnen „leichter“ gemacht: Käse, Joghurt, Wurst, Mayonnaise, Desserts, Margarine. Aus den Lebensmitteln wird das herausgenommen, was gut schmeckt und nahrhaft ist. Stattdessen kommt in Light-Produkte hinein, was preiswert ist und keinen Nährwert besitzt – Luft, Wasser und einige künstliche Zusätze. Anders als unser „light-gläubiger“ Verstand lässt sich unser Magen aber nicht betrügen. Nach dem Light-Genuss signalisiert er dem Hungerzentrum: „Wir haben noch nicht genug. Bitte mehr!“ Wird diesem Befehl gefolgt, haben Sie schnell die doppelte Menge verspeist.

Butter© Viktor – Fotolia

Süßstoffe regen den Appetit an

Süßstoff wird nachgesagt, dass er den Appetit anregt und letztlich zur Völlerei führt. In der Schweinezucht werden Süßstoffe verfüttert, um das Schlachtgewicht der Tiere zu erhöhen. Süßstoff findet sich nicht nur in Getränken, sondern in immer mehr Lebensmitteln wie Gewürzgurken, Rollmöpsen und einer Reihe von Fertiggerichten. Man schmeckt sie mit Süßstoff ab, weil dieser wesentlich billiger ist als echter Zucker und leichter zu verarbeiten. Die Annahme, durch die Verwendung von Süßstoffen werde man automatisch schlank, ist ein Irrglaube: Denn wenn wir Süßstoff essen, reagiert unser Körper wie auf echten Zucker.

Berührt unsere Zunge etwas Süßes, stellt sich der Körper auf Zucker ein. Die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus, um den erwarteten Zucker abzubauen. Kommt aber kein Zucker, baut das Insulin den Blutzucker ab. Es kommt zu einer Unterzuckerung, Sie brauchen dringend etwas Süßes. Haben Sie gerade beim letzten Teebecher Kalorien gespart, stürzen Sie sich wahrscheinlich heißhungrig auf den nächstbesten Schokoriegel. Also: Wenn schon süß, dann lieber richtigen Zucker und den in Maßen.

Durch Light-Produkte verlernen Sie ein gesundes Essverhalten

Zudem fördern Light-Produkte ein falsches Essverhalten. Statt die Ernährung bewusst und langfristig umzustellen, wird allzu schnell noch eine zusätzliche „leichte“ Scheibe Wurst oder Käse auf das Brot gelegt. Um ein Light-Produkt herzustellen, bedarf es größerer lebensmitteltechnologischer „Umbaumaßnahmen“ der normalen Nahrungsmittel. Solche Produkte sind immer Kunstprodukte, die stark bearbeitet sind. Zwar sind sie fettarm, doch wo der Geschmacksträger Fett fehlt, muss Ersatzgeschmack her.

Die Verwendung von Zusatzstoffen in Form von Süßstoffen, Aromastoffen, Stabilisatoren und Geschmacksverstärkern steigern zumeist den Appetit und führen dazu, dass Sie dann doch mehr essen. Sie können ein gesundes Essverhalten negativ beeinflussen und Ihrer Gesundheit schaden. Versuchen Sie lieber, Ihre Ernährung umzustellen und bei der Bewegung zuzulegen, wenn Sie etwas abspecken wollen.

Achten Sie auf den Energiegehalt

Möglicherweise steht auch in Ihrem Supermarkt die pulverhaltige Verpackung „NESQUIK® Kakao“ direkt neben der Verpackung „NESQUIK® Kakao 30 Prozent Zucker reduziert“. Das billige Kohlenhydratgemisch Maltodextrin ersetzt in der Version „weniger Zucker“ den Haushaltszucker.

Dem Kaloriengehalt tut dies allerdings keinen Abbruch: Ein 200 ml Glas der zuckerreduzierten Version enthält letztendlich genauso viel Kalorien wie ein 200 ml Glas des Standardprodukts: in beiden stecken 146 kcal. Daraus macht selbst der Hersteller kein Geheimnis. Dennoch entsteht bei Ihnen als Verbraucher vielleicht der Eindruck, das zuckerreduzierte Produkt habe automatisch weniger Kalorien und ist somit auch gesünder.

Das steckt tatsächlich hinter den Begriffen „leicht“ und „fettarm“

  • leicht, light, reduziert: mindestens 30 Prozent weniger von einer Zutat oder an Gesamtkalorien als herkömmlich
  • energiearm: nicht mehr Energie als 40 kcal je 100 g oder 20 kcal je 100 ml
  • energiefrei: nicht mehr Energie als 4 Kilokalorien je 100 ml
  • fettarm: nicht mehr Fett als 3 g je 100 g oder 1,5 g je 100 ml
  • fettfrei / ohne Fett: nicht mehr Fett als 0,5 g je 100 g oder je 100 ml
  • zuckerarm: nicht mehr Zucker als 5 g je 100 g oder 2,5 g je 100 ml

Das Beispiel „NESQUIK® Kakao“ ist kein Einzelfall. Denn selbst wenn Aufschriften wie „leicht“ oder „zuckerarm“ an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind, so hat die Industrie dennoch ein paar Schlupflöcher gefunden, um die Zusammensetzung der Produkte nicht unbedingt zum Vorteil des Kunden verändern zu müssen.

Verschleiert wird die eigentliche Zuckermenge

Nur der Haushaltszucker (Saccharose) muss auf der Zutatenliste als „Zucker“ angegeben sein. Haushaltszucker kann aber durch billige Alternativen ersetzt werden: Durch Dextrose beispielsweise, die kostengünstig aus Mais produziert wird. Auch Invertzuckersirup ist ein beliebter, billiger Zuckerersatz.

Maltodextrin wiederum ist ein Gemisch aus Glukoseketten, das süß schmeckt und billig herzustellen ist. So zeigte etwa eine Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2011, dass bei der Zubereitung der Leibniz Butterkekse „30% weniger Zucker“ zwar mit weniger Haushaltszucker gebacken wird als bei den Originalkeksen. In den zuckerreduzierten Butterkeksen waren allerdings Maismehl und Invertzuckersirup zu finden. Auch hier brachte es die „zuckerreduzierte“ Version nicht unbedingt auf weniger Kalorien: 417 Kilokalorien statt 435 je 100 Gramm. Wollen Sie Kalorien einsparen, dann achten Sie bei einem Produkt nicht auf den Zuckergehalt, sondern immer auf den Energiegehalt.

Gepanscht mit Wasser und Luft

Doch nicht nur billiger Ersatzzucker steckt in Light-Produkten. Die Qualität leidet auch, weil ein Produkt mit Wasser regelrecht „gepanscht“ wird. So gab es bereits Mayonnaise, die mit dem Begriff „leicht“ in Verbindung stand, weil sie lediglich mit Wasser verdünnt wurde.

Für solche Panschereien dürfen Sie dann auch noch tief in den Geldbeutel greifen: Entweder weil solche Produkte teurerer sind oder aber, weil der Preis gleich bleibt, aber im vermeintlich gesünderen Produkt weniger Rohstoffe zu finden sind. Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch reklamierte beispielsweise 2012, dass 320 Gramm der Halbfettmargarine „Lätta & luftig“, die lediglich mit Stickstoff aufgeschlagenen wurde, genauso viel kosten wie 500 Gramm herkömmliche Lätta.

Süßstoffe erhöhen Kalorienzufuhr

Auch Light-Getränke sind alles andere als Qualitätsprodukte: Sie enthalten jede Menge Süßstoffe, die sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken können. Im Jahr 2014 veröffentlichten beispielsweise Wissenschaftler vom Weizmann Institut im israelischen Rehovot eine alarmierende Studie: Demnach können die Ersatzstoffe die Zusammensetzung der Darmflora verändern, also die Artenvielfalt der Bakterien herabsetzen, die natürlicherweise in Ihrem Darm leben. Das konnten die israelischen Forscher unter anderem an Versuchsmäusen zeigen: Einigen Tieren wurden die Süßstoffe Saccharin, Sucralose oder Aspartam in das Trinkwasser gegeben. Eine zweite Maus-Versuchsgruppe bekam lediglich Zucker (Glukose oder Saccharose) in das Trinkwasser.

Nach etwa elf Wochen konnte bei den Mäusen, die Süßstoffwasser zu sich nahmen, erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt werden. Insbesondere Saccharin trieb den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Die Forscher stellten fest: Die Süßstoffe sorgen für eine Zunahme von Darmbakterien, die vermehrt Kohlenhydrate verwerten. Vereinfacht gesagt: Süßstoffe verändern die Zusammensetzung Ihrer Darmflora, sodass letztendlich mehr Energie aus der Nahrung herausgeholt wird. Hinzu kommt: Wer viele kalorienarm gesüßte Erfrischungsgetränke konsumiert, gewöhnt sich an den Geschmack und hat ein bevorzugtes Verlangen nach extrem süßen Lebensmitteln.

Deshalb sollten Sie auf Light-Produkte verzichten

Die genauen biologischen Prozesse sind noch lange nicht aufgeklärt. Unklar ist außerdem, ob sich die Ergebnisse aus den Mausversuchen 1:1 auf den menschlichen Darm übertragen lassen. Immerhin, erste Alarmglocken wurden zum Läuten gebracht: In einem weiteren Test verabreichten die israelischen Forscher insgesamt sieben Testpersonen, die bislang keine Süßstoffe konsumierten, eine Woche lang künstlich gesüßte Speisen und Getränke.

Das Resultat war erschreckend: Bereits nach vier Tagen hatten vier der Versuchsteilnehmer eine veränderte Darmflora und erhöhte Blutzuckerwerte. Für Sie als Konsument heißt es also: Wachsam sein! Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Lebensmittel mit Süßstoffen. Meiden Sie Light-Getränke. So sollte Ihre Hauptflüssigkeitsquelle idealerweise immer Wasser sein.

Produkte verlieren an Konsistenz

Auch bei fettarm zubereiteten Lebensmitteln wie Jogurt, Quark oder Käse leidet die Qualität: Den Produkten wird Fett abgezwackt und Vollmundigkeit, Cremigkeit und Aroma gehen dabei mitunter verloren. Zusatzstoffe sollen dem Geschmack dann auf die Sprünge helfen; die wiederum sind gesundheitlich oftmals bedenklich.

Problemlos können Sie selbst etwas mehr Leichtigkeit in Ihre Lebensmittel zaubern: Strecken Sie beispielsweise Mayonnaise mit Joghurt, sahnehaltige Soßen lassen sich mit Milch verdünnen. Versuchen Sie außerdem über den Tag verteilt außerdem täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe und komplexen Kohlenhydrate dämpfen Ihren Appetit und damit auch Ihr Verlangen nach stärk gesüßten Speisen. So kommen Sie gar nicht erst in die Verlegenheit, nach Light-Produkten greifen zu wollen.

Die negativen Auswirkungen von Aspartam

Ohne künstliche Süße geht es in Ihrem Leben nicht? Achten Sie zumindest darauf, welche Süßstoffe Sie zu sich nehmen und machen Sie dabei um Aspartam einen großen Bogen. Dieser Süßstoff versteckt sich auch hinter Handelsnamen wie „Nutra Sweet„. Forscher machen ihn dafür verantwortlich, dass er Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer oder Multiple Sklerose verschlechtert. In Amerika erschien 1995 eine Liste von der US-Gesundheitsbehörde, die 671 verschiedene nachteilige Wirkungen von Aspartam aufführte. Dazu zählten:

  • Asthma
  • Brustschmerzen
  • Schlafstörungen
  • epileptische Anfälle
  • Zittern
  • Schwindel

Zuckersorten© Africa Studio – Fotolia

Entstehung eines Nervengifts durch den Süßstoff

Laut amerikanischen Wissenschaftlern ist wahrscheinlich das Methanol im Aspartam Schuld an diesen negativen Wirkungen. Dieser Inhaltsstoff löst sich, wenn Aspartam im Dünndarm auf das Enzym Chymotrypsin trifft. Das Methanol wiederum zerfällt in das bekannte Nervengift Formaldehyd. Angeblich gelten 7,8 mg Methanol pro Tag als ungefährlich für den Körper. Wenn Sie nur einen Liter Limonade trinken, die mit Aspartam gesüßt ist, entstehen im Körper 56 mg Methanol. Nehmen Sie dazu aspartamhaltige Speisen zu sich, die Sie über 30 °C erhitzen, entsteht „freies Methanol“. Es beschleunigt die Umwandlung in Formaldehyd und vervierfacht seine Wirkung.

Zudem verbinden sich die beiden Komponenten Methanol und Formaldehyd im Körper möglicherweise mit Nahrungsbestandteilen zu Tetrahydro-Isochinolinen. Diese Stoffe wirken wie Tranquilizer und machen Sie unter Umständen süchtig.

Erhöhtes Krebsrisiko durch Aspartam

Nach einer dreijährigen Untersuchung der Europäischen Ramezzini-Stiftung für Krebsforschung in Bologna (Italien) erhöht Aspartam das Risiko für Blutkrebs sowie für Nierenkrebs und Hirntumore im Tierversuch. Verwenden Sie statt zweifelhafter Süßstoffe den reinen Naturstoff Stevia, den Sie problemlos im eigenen Garten ziehen können.