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Laktoseintoleranz: Trainieren Sie Ihren Körper

Bei einer Laktose-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz) kann ein Mensch die Gesamtmenge Laktose, die er in Milchprodukten zu sich genommen hat, nicht verdauen. Die Ursache dieser Unverträglichkeit liegt in einem Mangel des Enzyms Laktase, das der Dünndarm produziert. Es ist für die Spaltung der Laktose (der wichtigste Zucker in der Milch) in einfachere Zucker verantwortlich, die der Körper dann aufnimmt.

Eine Laktoseunverträglichkeit erkennen Sie daran, dass Sie nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten Krämpfe oder Blähungen haben. Sie entstehen durch die Unfähigkeit des Körpers, Laktose zu verdauen. Aus diesem Grund gilt eine Laktoseunverträglichkeit als potenzieller Risikofaktor für Knochenverlust und Osteoporose, weil Sie den wichtigen Kalziumlieferanten Milch meiden.

Laktoseintoleranz: Testen Sie Ihre Toleranz!

Personen mit einer Laktose-Unverträglichkeit müssen noch bewusster darauf achten, mit der Ernährung ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen. Gehen Sie mit System ans Werk: Testen Sie aus, in welcher Menge Sie welche Milchprodukte vertragen.

Wählen Sie in dieser Probezeit für jeweils einige Tage bis zu einer Woche gezielt bestimmte Milchprodukte aus und lassen Sie andere beiseite. Am besten beginnen Sie mit Joghurt, denn er enthält Mikroorganismen. Diese nützlichen Bakterien produzieren selbst das Enzym Laktase zur Verdauung der Laktose und bauen selbst Laktose ab.

Aus dem Grund tolerieren die meisten Menschen Joghurt am ehesten. Falls nötig, beginnen Sie mit einem Teelöffel Joghurt täglich und steigern Sie die Menge nach Verträglichkeit. Treten die Beschwerden wieder auf, reduzieren Sie und üben mit der alten Menge weiter.

Steigern Sie Ihren Milchkonsum allmählich

Sobald Sie damit gut zurechtkommen, versuchen Sie Frischkäse, Quark und später Milch – immer zuerst in kleinen Mengen. Unter Umständen vertragen Sie ein wenig Milch zu einer Mahlzeit besser, als wenn Sie diese solo zwischen den Mahlzeiten trinken.

Eventuell bekommt Ihnen Frischmilch besser als H-Milch. Da die „ultrahohe” Erhitzung zur H-Milch neben den verderblichen Bakterien auch die nützlichen, verdauungsfördernden zerstört, eignet sich H-Milch bei Laktoseintoleranz nicht für ein Milchtraining.

Beginnen Sie vorsichtig mit einem Schluck Frischmilch und steigern Sie allmählich die Menge. Hartkäse ist mit seinem hohen Kalziumgehalt wichtig für die Knochen. Er enthält weniger Laktose als Milch und verträgt sich ohnehin oder spätestens im Laufe Ihres Milchtrainings gut.

Ausgleich des Kalziummangels

Bei einem kompletten Verzicht auf Milchprodukte empfehlen sich Nahrungsmittel wie grüne Blattgemüse, Nüsse, Fisch, mit Kalzium angereicherte Getränke und kalziumreiche Mineralwässer als Kalziumlieferanten. Bringen Sie Ihrem Körper wieder bei, Milchzucker zu verdauen.

Nur in seltenen Fällen verschwindet das Enzym vollständig. Bei den meisten Menschen bleibt eine Restproduktion und Sie können Ihren Körper trainieren, wieder mehr Laktase zu bilden. So wie man ein Baby entwöhnt, können Sie Ihren Körper wieder an Milch gewöhnen.

Ihr Körper lernt und passt sich an. Aber nicht vergessen: jeden Tag ein bisschen Milch(produkt)! Wichtiger als möglichst schnell die Menge zu steigern, ist die Regelmäßigkeit des Verzehrs von Milch oder Milchprodukten. Andernfalls vergisst der Körper seine Lektionen.

Wenn Ihnen das Milchtraining hilft, bekommt Ihnen nach einiger Zeit eine Käsepizza oder ein Speiseeis gut. Sie erhalten den Gesundheitsprofit von Milchprodukten, weil Sie Ihren Körper in die Lage brachten, die Milch zu verdauen und ihre wertvollen Bestandteile aufzunehmen.

Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Wer Milchzucker nicht verträgt, erleidet in hohem Alter erheblich mehr Brüche des Handgelenks und der Hüfte als Altersgenossen, die den Milchzucker gut verdauen. Das stellt ein alarmierendes Ergebnis einer Studie der Universitäten Helsinki und Kuopio (Finnland) dar an 483 Einwohnern der Stadt Vantaa, die über 85 Jahre alt waren.

Wie das Nationale Gesundheitsinstitut Finnlands im Januar 2005 in Helsinki mitteilte, sind aber nicht nur Menschen gefährdet, die auf Milchprodukte verzichten und weniger Kalzium aufnehmen. Auch Menschen, die trotz der Unverträglichkeit ihr Leben lang Milch und Käse zu sich nahmen, erlitten ebenso häufig einen Knochenbruch.

Laut Studienleiterin Dr. Irma Järvelä liege das vermutlich daran, dass der Darm das mit der Milch zugeführte Kalzium nicht verwerten und ins Blut weiterleiten könne. Falls man bei Ihnen eine Laktose-Intoleranz feststellt, beraten Sie mit Ihrem Therapeuten, ob Sie Ihren täglichen Kalziumbedarf von 1.000 bis 1.200 mg nicht besser durch Fertigpräparate decken.

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