Kaffee: Belebend und anregend
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Fast alle Deutschen trinken gern Kaffee oder Tee. Ihre belebende Wirkung verdanken beide Getränke dem Koffein, der beliebtesten pflanzlichen Droge.
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Koffein kommt außer in Kaffee und Tee – hier wurde es früher auch Thein genannt – in Mate, Kakao, Colanuß und in den Früchten des südamerikanischen Guaranastrauches vor. Chemisch gehört es zu den PurinAlkaloiden.
Geschätzt werden koffeinhaltige Getränke, da sie anregend auf das Zentralnervensystem wirken und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit steigern. Koffein hebt die Stimmung, regt Herz und Kreislauf an. Diese Wirkung wird darauf zurückgeführt, daß Koffein ähnlich aufgebaut ist wie Adenosin, das entspannend auf den Körper wirkt. Koffein besetzt im Körper die Bindungsstellen für Adenosin und verzögert so die Entspannung. Andererseits kann Kaffee – anders als Tee – paradoxerweise bei einigen Personen, die ihn am späten Nachmittag trinken, das Einschlafen fördern!
Wirkung nach 20 bis 60 Minuten
Wie Koffein wirkt und wie schnell es im Körper abgebaut wird, ist individuell unterschiedlich und auch davon abhängig, ob regelmäßig koffeinhaltige Getränke konsumiert werden oder nicht. Außerdem beeinflussen Körpergewicht, die Zusammensetzung des koffeinhaltigen Getränkes und zuvor verzehrte Speisen die Aufnahme von Koffein aus dem Darm ins Blut.
Etwa 20 Minuten nach dem Genuß von Koffein setzt die anregende Wirkung ein. Im Blut erreicht die Koffeinmenge ihren höchsten Wert nach 30 bis 60 Minuten. Koffein bleibt zwischen drei und maximal zwölf Stunden im Blut nachweisbar. Bei Raucherinnen wird Koffein schneller abgebaut, da bei ihnen das dazu benötigte Enzym eine höhere Aktivität aufweist als bei Nichtraucherinnen.
An eines sollten alle jene denken, die Koffein dazu benutzen, wieder wach zu werden, z. B. Autofahrerinnen auf langen Strecken. Ähnlich wie nach Alkoholkonsum täuscht Koffein ihnen eine wieder verbesserte Reaktionsfähigkeit vor. Sinnvoller ist es, eine Pause einzulegen, sich an der frischen Luft zu bewegen oder die Fahrt für ein Nickerchen zu unterbrechen.
Kaffee und Tee wirken verschieden
Kaffee und Tee enthalten beide Koffein, jedoch ist der Koffeingehalt in Tee mit 50 – 100 mg Koffein pro Viertel-liter niedriger als bei Kaffee, der 50 – 150 mg Koffein pro Viertelliter enthält. Außerdem ist das Koffein im Tee an Gerbstoffe gebunden, die seine Wirkung verzögern. Dies gilt vor allem für Tee, der länger als 2 Minuten gezogen hat. In den ersten 2 Minuten wird hauptsächlich Koffein aus dem Tee gelöst und erst danach die Gerbstoffe.
Ist Koffein schädlich?
Lange galt Koffein als Mitverursacher von Bluthochdruck. Studien haben jedoch ergeben, daß Koffein nur bei Personen den Blutdruck um 10 – 20 mmHg steigert, die nicht an seinen Genuß gewöhnt sind. Schon nach wenigen Tagen tritt ein Gewöhnungseffekt ein, und der Blutdruck bleibt konstant. Die Auswirkungen des Kaffees auf den Cholesterinspiegel hängen von seiner Zubereitung ab. Wird Kaffee im Wasser erhitzt oder in der Kanne überbrüht und dann abgeseiht, kann er den Cholesterinspiegel steigern. Filterpa-pier hält das Cafestrol, das für den Cholesterinanstieg verantwortlich ist, zurück.
Auch bei erhöhten Harnsäurewerten können Sie – in Maßen! – Kaffee genießen, wenn Sie pro Tasse Kaffee ein Glas Wasser dazu trinken. Die enthaltenen Purinbasen selbst erhöhen die Harnsäurewerte nicht.
Seine anregende Wirkung macht sich auch auf Nieren und die Verdauungsorgane bemerkbar – manchmal allerdings negativ. Denn bei Empfindlichen kann Koffein zu Durchfall und Sodbrennen führen. Daß Koffein auch harntreibend wirkt, ist oft erwünscht. Wird aber regelmäßig viel Kaffee genossen, werden zu viele Mineralstoffe ausgeschwemmt. Außerdem kann der Körper stark entwässert werden, d. h. austrocknen. Das tut weder der Verdauung noch der Haut gut. Trinken Sie also dazu viel Wasser und Mineralwasser, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die ausgeschiedene Menge an Kalzium ist im allgemeinen gering und in bezug auf die Osteoporose weniger bedenklich, als bisher angenommen.
Für Frauen mit einem empfindlixchen Magen, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Schilddrüsenüberfunktion empfiehlt es sich, vorsichtig auszuprobieren und genau zu beobachten, ob und wieviel Kaffee sie vertragen.
Zuviel ist ungesund
Gegen einen moderaten Kaffeegenuß von 3 – 4 Tassen pro Tag spricht nichts, eine Überdosierung führt jedoch zu Konzentrationsschwäche, Gedankenflucht, Fahrigkeit, Nervosität, Herzklopfen und Schlafstörungen.
Schwangere und Stillende sollten wenig oder am besten gar keinen Kaffee trinken, da das Koffein zum Ungeborenen und in die Muttermilch gelangt und sich auf seinen Leberstoffwechsel ungünstig auswirkt.
Barbara Kluge
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