Frühstück: Das schmeckt Ihrem Gehirn
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Glukose regt die Kraftwerke in Ihren Gehirnzellen an
Power fürs Gehirn
Schnell ein Brötchen mit Marmelade, eher Rührei und Schinken oder doch lieber zuckersüße Cornflakes? Hand aufs Herz: Was würde ich auf Ihrem Frühstückstisch finden? Würde ich Dieter Durchschnitt fragen, so käme als Antwort zwar eine breite Vielfalt auf den Tisch – aber gesund wäre sie oft leider nicht. Zu süß, zu fett, zu viel oder zu wenig. Die goldene Mitte findet sich kaum bei der ersten Mahlzeit des Tages. Dabei ist der richtige Start in den Tag so wichtig für Ihr Gehirn – denn nur so kommen Sie kreativ und mental fit durch Ihren Tag.
Ihr Frühstück sollten Sie nach zwei Gesichtspunkten zusammenstellen. Natürlich sollten Sie das essen, was Ihrer Zunge schmeckt. Aber wichtig ist auch, was Ihrem Gehirn schmeckt und was es braucht. Denn auch wenn Ihr Gehirn nur 2 % Ihres Körpergewichts ausmacht, so braucht es doch 20 % der Kalorien, die Sie täglich zu sich nehmen. Essen Sie das Falsche, haben Sie nicht nur schnell wieder Hunger. Sie sind dadurch auch nicht in der Lage, sich zu konzentrieren und Ihre Aufgaben rasch zu erfüllen. Aber welche Bedürfnisse hat Ihr Gehirn? Was müssen Sie beim Frühstück beachten?
Glukose regt die Kraftwerke in Ihren Gehirnzellen an
Nur mit ausreichend Glukose können Ihre Nervenzellen miteinander kommunizieren und so Ihr Denken anregen. Rund 100 Gramm Glukose braucht Ihr Gehirn pro Tag. Und je älter Sie werden, desto mehr Glukose benötigt auch Ihr Gehirn. Einen Mangel an Glukose erkennen Sie daran, dass Ihre Konzentration nachlässt. Nur wenn die Versorgung konstant bleibt, können die Mitochondrien, die Kraftwerke in Ihren Gehirnzellen, so viel Energie erzeugen, wie Sie für Ihr kreatives Denken benötigen.
Mit dem falschen Zucker droht Ihnen Alzheimer
Aber greifen Sie nicht zu den süßen, zuckerüberzogenen Cornflakes, die Ihnen in der Werbung immer als „hochwertige Cerealien“ angepriesen werden. Cornflakes enthalten Industriezucker, genauso wie Pommes, Weißbrot oder Kekse. Dieser Zucker schraubt Ihren Blutzuckerspiegel hoch, damit auch Ihren Insulinspiegel – und langfristig Ihren Blutdruck.
Hoher Blutzucker, aber auch viel Insulin verstopfen Ihre Arterien. Auch die, die ins Gehirn führen. So gelangt nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut in Ihr Gehirn – als Konsequenz droht Ihnen die Alzheimer-Krankheit.
Obst, Gemüse und Vollkorn halten Sie geistig frisch
Zudem bedeutet viel Insulin auch, dass Ihr Blutzuckerspiegel schnell wieder absinkt. Die Zuckermoleküle werden durch das Insulin schon aus dem Blut gezogen, bevor sie überhaupt im Gehirn ankommen. Ihr Gehirn bekommt dann nicht mehr genügend Zucker: Sie werden unkonzentriert und nervös. Und Sie bekommen Heißhunger auf noch mehr industriellen Zucker.
Viel besser ist es, wenn Ihr Gehirn kontinuierlich mit Glukose versorgt wird, so dass Ihr Blutzuckerspiegel immer konstant bleibt. Das erreichen Sie mit natürlichen Kohlenhydraten. Obst, Vollkornprodukte und Gemüse liefern Ihnen den Zucker, der hohe Blutzucker- und Insulinspitzen vermeidet. Beide Werte bleiben konstant, genauso wie Ihre geistige Frische.
Neurotransmitter sind Stoffe im Gehirn, die die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weiterleiten. Sind sie nicht ausreichend vorhanden, stockt auch der In-formationsfluss im Gehirn.
Aminosäuren: Legales Doping für Ihre grauen Zellen
Ohne Aminosäuren läuft in Ihrem Gehirn gar nichts. Denn sie wirken gegen Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme und mentale Störungen. Dabei sind besonders die essenziellen Aminosäuren wichtig. Das sind die Aminosäuren, die Ihr Körper nicht selbst herstellen kann und die Sie daher nur über Ihre Ernährung zu sich nehmen können.
Natürlich stecken sie nicht in Weißbrot und Marmelade. Aminosäuren nehmen Sie nur dann zu sich, wenn Sie für genügend Eiweiß auf Ihrem Teller sorgen. Ein eiweißreicher Frühstücksbestandteil ist zum Beispiel eine Scheibe Vollkornbrot mit Hüttenkäse, ein Magermilch-Jogurt oder ein großes Glas Buttermilch.
So nehmen Sie alle Aminosäuren zu sich, die Sie dringend brauchen. Denn fehlt Ihnen auch nur eine einzige, ist die Verwertung der anderen Aminosäuren ebenfalls gestört. Darunter leidet nicht nur Ihr Gehirn, sondern auch Ihr Immunsystem, Ihre Muskeln und Ihre Hormone sind in ihrer Funktion gestört.
Mit Acetylcholin stolpern Sie nicht in die Gedächtnislücken
Es gibt sie öfter, als es einem lieb ist: die Situation, in der Sie einen Bekannten treffen – und Ihnen fällt sein Name nicht ein. Oder Sie überlegen im Supermarkt, was Ihnen fehlte, damit das Mittagessen komplett ist. Schuld an diesen Alltags-Gedächtnislücken ist ein Mangel an Acetylcholin. Diesen Neurotransmitter bildet Ihr Körper selbst. Er braucht dazu Pantothensäure und Cholin. Pantothensäure ist ein B-Vitamin, das in Gemüse, Obst, Reis und Vollkornprodukten enthalten ist. Ein Mangel dieses Vitamins kommt sehr selten vor – Ursache dafür sind unter anderem schwere Darmerkrankungen wie zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Alkoholsucht.
Meist aber fehlt Cholin. Das ist ein Aminoalkohol, der nur dann ausreichend vom Körper gebildet werden kann, wenn Sie genügend Aminosäuren zu sich nehmen. Sie können Cholin auch über die Nahrung aufnehmen, wenn Sie Ihr Müsli mit Milch und Getreidekeimen „aufpolieren“.