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180 Müslis im Test: Alle sind Zuckerbomben!

Müsli, Cornflakes oder Frühstücksflocken waren einmal. Heute werden diese Produkte mit dem Namen „Cerealien“ beworben. Das klingt wertvoll und gesund und neben den Erwachsenen-Produkten gibt es auch extra welche für Kinder.

Cornflakes in Schüsselchen mit Brot, Obst und Saft - Ausschnitt

Die gesundheitlichen Vorteile von Müsli

Grundsätzlich ist ein Müsli gesund. Auf jeden Fall dann, wenn Sie es selbst mischen und genau wissen, was darin steckt. Müsli liefert Ihrem Körper Kohlenhydrate, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Im Vollkorngetreide steckt viel Gutes: Nährstoffe wie Vitamin B1, B2, B6 oder Vitamin E sowie die Mineralstoffe Magnesium und Phosphor.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auch, dass die Ballaststoffe im Müsli Ihr Krankheitsrisiko für Diabetes und Darmkrebs erheblich senken. Und das ist noch nicht alles: Ein hoher Vollkornanteil beeinflusst auch Ihr Bluthochdruckrisiko positiv. Das zeigte eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam.

Vorsicht vor der Kalorienbombe Müsli

Manchmal stecken aber auch Zutaten in Ihrem Müsli, die nicht zum gesunden Image passen. Gerade Fertigmischungen können regelrechte Kalorienbomben sein. Halten Sie beim Einkauf die Augen genau auf: Hinter Bezeichnungen wie Crispies, Crunchy, Loop oder Pops in diversen Variationen versteckt sich meistens viel Zucker.

Oft erkennen Sie den Zucker schon mit bloßem Auge in Ihrem Müsli: Schokostreusel, Nougatflakes und krosser Zuckerguss sind ein Zeichen dafür, dass Sie ein Produkt aus dem Frühstückscerealien-Regal im Supermarkt gefischt haben, das eigentlich in die Süßwarenabteilung gehört.

Ein Großteil der Müslisorten stellen sich im Test als echte Zuckerbomben heraus. So lautet das Ergebnis der Organisation Foodwatch, die 180 verschiedene Frühstücksflocken unter die Lupe nahm. Dabei handelte es sich sowohl um Bio- als auch um konventionelle Produkte, um Markenware sowie um Discounter-Flocken.

Das Ergebnis war in allen Fällen gleich: Die Produkte enthielten deutlich mehr Zucker als die Erwachsenen-Müslis. Eine Schale reicht aus, um ein Drittel bis die Hälfte der Zuckermenge abzudecken, die Kinder am Tag maximal zu sich nehmen sollten.

Ergebnisse des Tests

Spitzenreiter waren die Flocken von Aldi und Nestlé. Bei Aldi enthielten die Kinderflocken durchschnittlich pro 100 Gramm 35 Gramm Zucker, bei Nestle waren es durchschnittlich 32 Gramm Zucker pro 100 Gramm Flocken.

Wenn man die einzelnen Produkte betrachtet, so sind die „Honey Bees“ von Wurzener trauriger Spitzenreiter: Sie enthalten 48 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Immerhin Nestle reagierte und versprach, ab dem nächsten Jahr den Zuckergehalt der Kinder-Cerealien zu reduzieren. Der Zuckergehalt der Produkte solle dann nur noch zwischen 10 und 28 Prozent betragen, also bis zu 28 Gramm pro 100 Gramm. Das sind immerhin 4 Gramm weniger als heute.

So spüren Sie Zucker in Ihrem Müsli auf

Ob Zucker in Ihrem Müsli steckt, erkennen Sie durch einen Blick auf die Zutatenliste. Faustregel: Hinter Begriffen, die beispielsweise auf -ose enden, verbirgt sich meist Zucker. Dazu gehört Dextrose, Glucose, Saccharose oder Fruktose. Aber auch Substanzen wie Maltodextrin, Gerstenmalzextrakt oder Invertzuckersirup sind einfach nur Zucker. Tatsächlich bestehen viele Fertigmüslis sogar zu einem Viertel aus Zucker. Pro 100 Gramm entspricht das bei einigen Produkten rund acht Stückchen Würfelzucker.

Auch wenn „zuckerfrei“ auf der Verpackung Ihres Müslis steht, bedeutet das noch lange nicht, dass es keinen Zucker enthält. In solchen Produkten steckt oft trotzdem viel Zucker, beispielsweise aus Trockenfrüchten. Besonders beliebt sind Rosinen als Süßungsmittel. Sie enthalten viermal so viele Kalorien wie frische Trauben. Der Grund: Wasserverluste beim Trocknen.

Achten Sie daher immer genau auf die Zutatenliste: Je weiter oben der Zucker auf der Zutatenliste einer Müslimischung steht, desto größer ist sein Anteil im gesamten Produkt. Achten Sie bei Müsli auf den Knirschfaktor. Mit diesem einfachen Trick spüren Sie Kalorienfallen in Ihrem Fertigmüsli auf: Je lauter Ihr Müsli beim Genuss zwischen den Zähnen knirscht und knackt, desto mehr Kalorien hat es. Der Grund: Damit die Zutaten schön knusprig sind, werden sie von der Industrie meist in Zucker und Fett gebacken.

Gesunde Alternativen zum Zucker-Müsli

Eine Alternative zu diesen Cerealien ist nur, das Müsli selbst herzustellen, zum Beispiel aus Haferflocken und frischem Obst. Leider aber entscheiden Kinder eher nach Auge, gerade wenn es um den Kauf geht. Und hier tun Hersteller mitbunten Verpackungen und lustigen Beigaben das Möglichste, um die kleinen Kunden zu beeinflussen. Hier sind die Eltern gefragt: Sie müssen standhaft bleiben und die Zuckerbomben nicht in den Einkaufswagen lassen.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
Über den Autor Dr. Martina Hahn-Hübner

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