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Fleisch: Vorteil von weißem Fleisch nicht nachgewiesen

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Fleisch

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GNL5356


Die Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder hat die wichtigsten Studien bewertet:

  • Wie eine klinische Studie ergab, lassen sich die Blutfettwerte durch rotes (Rind, Schwein, Lamm) und weißes Fleisch (Geflügel, Fisch) gleichermaßen senken. Bei allen gängigen Fleischarten besteht die Hälfte des Fettes im Muskel aus ungesättigten Fettsäuren, die einen positiven Einfluss auf die Blutfette haben.
  • Kürzlich wurde der Zusammenhang von rotem Fleisch und Endometriose (Wucherungen der Gebärmutter-Schleimhaut) anhand einer einzelnen Studie vermutet. Hier wurden jedoch ungewöhnlich hohe Verzehrmengen angesetzt (7-mal pro Woche). Zudem handelte es sich um eine so genannte Fall-Kontroll-Studie, einen Studien-Typ, der besonders anfällig für systematische Fehler ist.

  • Rotem Fleisch wurde nachgesagt, es könne Darm- und Brustkrebs begünstigen. Dies ist jedoch in keiner Studie schlüssig nachgewiesen worden. Allerdings gibt es etliche, die zu anderen Ergebnissen kommen. Von den 30 geprüften Studien haben 20 keinen Zusammenhang festgestellt. Drei amerikanische Untersuchungen ergaben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko bei einer täglichen Verzehrmenge ab 130 g rotem Fleisch. Keine europäische Studie kam zu diesem Ergebnis. Also könnte es auch an Art und Zubereitung des amerikanischen Fleisches liegen.
  • Zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und Brustkrebs konnte kein Zusammenhang gefunden werden, obwohl dieses immer wieder behauptet wird.
  • Als Krebs fördernd kommen Stoffe in Frage, die bei der Zubereitung von Fleisch entstehen - insbesondere beim scharfen Anbraten oder Grillen - wie heterozyklische Amine (HCA). Hierbei unterscheidet sich rotes Fleisch jedoch nicht wesentlich von weißem Fleisch, denn HCA werden auch in gebratenem Putenfleisch, gegrilltem und gebratenem Hühnerfleisch ohne Haut gefunden. In Hühnerfleisch entstehen zum Teil erheblich größere Mengen einzelner HCAs als in Rind- oder Schweinefleisch.
  •  

    Was Sie aus diesen einzelnen Erkenntnissen für sich selbst als Schluss ziehen können: Es gibt kein natürliches Nahrungsmittel, das für sich gesehen schädlich ist. Es ist die gesamte Zusammenstellung Ihrer Ernährung, die sich als günstig oder ungünstig erweisen kann. Nährwert und Energiegehalt hängen nicht von der Farbe des Fleisches ab, sondern vom jeweilig verzehrten Stück - beispielsweise Brust oder Bein - und von seiner Zubereitung. Grundsätzlich sollten Sie jedes Fleisch zu seinem Recht kommen lassen, es frisch aus der natürlichen Haltung einkaufen, es selbst zubereiten und mit passenden pflanzlichen Gerichten kombinieren.

     

    Frau isst Wassermelone

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