Fleisch: Allgemeines
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Fleisch – (k)ein Stück Lebenskraft?
Fleisch und Wurst in Mengen sind ungesund, denn sie erhöhen das schlechte LDL-Cholesterin und schaffen dadurch ein höheres Infarktrisiko. Und dennoch müssen Sie nicht zum Vegetarier werden, um gesund zu leben. Essen Sie das richtige Fleisch in den richtigen Mengen. Welches das ist und was Sie sonst noch zum Thema Fleisch wissen sollten, erfahren Sie in meinem Artikel.
Ist Fleisch generell schlecht? Verallgemeinern können Sie diese These sicherlich nicht. Daher möchte ich Ihnen hier die wichtigsten Fragen rund um das Thema Fleisch beantworten und so ein bisschen Licht in den Schnitzel-Dschungel bringen.
Brauchen Sie Fleisch, um alle lebenswichtigen Vitalstoffe zu bekommen? Sie brauchen nicht unbedingt Fleisch. Sie können alle lebensnotwendigen Vitalstoffe auch über rein pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Allerdings hat Fleisch in zwei Punkten erhebliche Vorteile gegenüber pflanzlicher Kost:
Fleisch ist besonders reich an den Vitaminen B1, B2, B6 und B12. Ein Beispiel: Um 15 mg B3 zu sich zu nehmen, also Ihren Tagesbedarf zu decken, müssten Sie 400 Gramm Erbsen, aber nur 150 Gramm mageres Rindfleisch essen.
Fleisch ist ein wichtiger Eisenspender. Eisen im Fleisch ist zweiwertig – Ihr Körper kann es besser aufnehmen als das dreiwertige Eisen aus den pflanzlichen Lebensmitteln. Ballaststoffe in den Pflanzen hemmen die Eisenaufnahme zusätzlich.
Als alleinigen Eiweißspender sollten Sie Fleisch dagegen nicht nutzen. Denn tierisches Eiweiß, also das aus Fleisch und Wurst, enthält viel Cholesterin, Fett und Purine und schadet so Ihrer Gesundheit. Da sind fettarme Hülsenfrüchte als Eiweißquelle viel gesünder.
Zwar ist die Grillsaison fast schon wieder vorbei – dennoch wird sich eines nicht ändern: In Deutschland haben Fleisch und Wurst das ganze Jahr über Hochkonjunktur. Pro Woche verzehrt jeder Bundesbürger durchschnittlich 1,2 kg Fleisch – das ist doppelt bis viermal so viel, wie Ernährungsexperten empfehlen. Maximal 300 bis 600 g pro Woche sollten es sein. Mehr Fleisch und Wurst lagert sich auf Dauer nicht nur auf den Hüften ab. Es ist auch äußerst ungesund für Sie.
Leben Vegetarier gesünder als Fleischesser? Vegetarier haben statistisch eine etwas höhere Lebenserwartung als Menschen, die Fleisch essen. Das haben zahlreiche Studien ergeben. Aber diese Lebenserwartung hat ihre Ursache nicht allein im Verzicht auf Fleisch. Vielmehr haben Vegetarier häufig ein besseres Verhältnis zu ihrem Körper. Sie leben bewusster, bewegen sich mehr, verzichten häufiger auf Alkohol und Zigaretten. Mittlerweile gibt es auch Vergleichsuntersuchungen, die sich mit der Nährstoffversorgung von Vegetariern, Menschen, die ein- bis zweimal pro Woche Fleisch essen und dem Durchschnittsesser befassen. Die Ergebnisse sind immer wieder gleich. Am besten mit Nährstoffen versorgt und am gesündesten sind diejenigen, die wenig und maßvoll Fleisch essen. Auf Platz zwei liegen die Vegetarier, und dann kommt – wie zu erwarten war – der Durchschnittsesser mit seinem reichhaltigen Fleischkonsum.
Worauf müssen Sie beim Fleischeinkauf achten? Sehen Sie beim Einkauf genau hin. Das Fleisch sollte eine ganz leichte Marmorierung aufweisen, aber keinen übermäßigen Glanz. Die Schnittflächen dürfen nie trocken wirken. Geflügelfleisch muss hell glänzend aussehen, die Farbe darf nie grau scheinen. Frisches Fleisch sollte mild und leicht säuerlich riechen. Druckspuren vom Anfassen sollen sofort wieder verschwinden. Verliert das Fleisch Wasser, ist es nicht mehr frisch.
Mein Fazit: Sie sehen, auch beim Fleisch gilt: Die Menge machts. Würden sich alle Menschen an die unterste empfohlene Grenze halten, also 300 g pro Woche, wäre gar nichts gegen Fleisch einzuwenden. Wenn Sie in der glücklichen Situation sind, bei einem Biobauern oder -metzger einkaufen zu können, tun Sie dies. Sie können dann sicher sein, Fleisch zu erhalten, das aus artgerechter Haltung stammt und keine Antibiotika enthält. Damit tun Sie sich UND den Tieren etwas Gutes.