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Sind Tütensuppen ein Dickmacher?

Das Schreckgespenst in Ihrer Tütensuppe heißt „Glutaminsäure“ bzw. ihre Salze, die Glutamate. Diese Stoffe kommen auch natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor, beispielsweise in Käse oder Tomaten. Auch Ihr Körper selbst bildet täglich erhebliche Mengen der wichtigen Aminosäure.

Natürliches freies Glutamat und das als Geschmacksverstärker eingesetzte Mononatriumglutamat werden von Ihrem Körper gleich gut aufgenommen und verstoffwechselt. Natürliches Glutamat ist für Ihren Körper kein Problem. Es ist für die Signalübertragung in Ihrem Gehirn sehr wichtig.

Ganz anders das Mononatriumglutamat, ein Geschmacksverstärker, den die Lebensmittelindustrie immer öfter einsetzt – und das nicht nur in Tütensuppen. Speisen, die damit gewürzt werden, haben eine besonders pikante, bouillonartige Note.

Wie so oft, kommt es hier auf die Menge an

Bei empfindlichen Menschen kann das Würzmittel zu allergieähnliche Reaktionen führen. Man spricht hier auch vom „China-Restaurant-Syndrom“, da Glutamat ein fester Bestandteil der asiatischen Küche ist. Anzeichen sind ein rotes Gesicht, Schwäche, Schwitzen, Herzklopfen und Kopfschmerzen.

Wer regelmäßig Brühwürfel, Hefeextrakte und Tütensuppen verwendet oder täglich Pizza und Kartoffelchips futtert, nimmt hohe Mengen von über einem Gramm an Glutamat auf. Das Problem: Wenn Sie sich oft dem Einheitsgeschmack von Glutamat aussetzen, verlieren Sie das Geschmacksempfinden für das natürliche Aroma von Lebensmitteln.

Glutamat ist ein indirekter Dickmacher

Als Geschmacksverstärker regt es Ihren Appetit an und macht beim Essen Lust auf mehr. Dazu gibt es verschiedene Studien: In Laborversuchen machte Glutamat Ratten gefräßiger und damit fett. Spanische Forscher zeigen, dass Glutamat die Rezeptoren des „Sättigungshormons“ Leptin und damit das Sättigungsgefühl blockiert.

Das ist zum Beispiel ein Grund, warum es Ihnen oft so schwer fällt, die angebrochene Chipstüte aus der Hand zu legen. Bedenklich stimmt auch, dass sich die Glutamatproduktion und damit der Verzehr seit den 1970er Jahren verfünffacht hat. Achten Sie daher beim Einkauf von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln immer genau auf die Zutatenliste.

Mein Tipp

Meiden Sie Produkte mit Glutamat, das sich auch hinter den E-Nummern 620 bis 625 versteckt.

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Astrid Schobert
Über den Autor Astrid Schobert

Ehemalige Chefredakteurin von „Ernährungstipps“ Astrid Schobert ist unsere Ernährungsexpertin. Sie hat in Bonn Oecotrophologie studiert und arbeitet, nach langjähriger Erfahrung […]

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