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Fasten: Achtung Nebenwirkungen!

Durch das Fasten beeinflussen Sie Ihren Körper und es treten sehr schnell Nebenwirkungen auf. Wenn Sie zu lange fasten oder zu wenig trinken, kommt es eventuell zu einer mehr oder weniger klinisch auffälligen bakteriellen Besiedelung des Harnleitersystems.

Stoffwechselprodukte der Bakterien führen zu Veränderungen des Harngeruchs und der Harnfarbe. Im Einzelfall kommt es zu Urogenitalinfektionen mit Blut im Urin, weil die Körperabwehr durch übermäßiges Fasten geschwächt ist und Bakterien die Nierenepithelien schädigen.

Körperliche Konsequenzen

Je nach Länge des Fastens und damit Beschädigung der Körperabwehr kommt es zu einer Veränderung der bakteriellen Hautflora mit Überwiegen bestimmter Keime. Diese fühlen sich in den Ausführungsgängen von Schweiß- oder Talgdrüsen wohl.

Deren Zersetzungsprodukte erzeugen zusätzlichen, deutlichen und unangenehmen Körpergeruch. Dies ist aber normal und Sie können diesen Geruch nicht verhindern. Übelriechender Scheidenausfluss bedeutet meist eine hungerbedingte Funktionseinschränkung des Abwehrsystems.

Der Organismus fährt nach einer gewissen Zeit die Produktion von unspezifischen, gegen Bakterien gerichteten Antikörpern zurück, die der Körper in die vaginale Schleimhaut ausscheidet.

Dadurch gewinnen Keime die Oberhand, die sich zunehmend wohler fühlen und deren Stoffwechselprodukte mit zur Veränderung von Farbe, Konsistenz und Geruch des vaginalen Schleims beitragen.

Wollen Sie wirklich fasten?

Entschlacken, entgiften, abnehmen, Krankheiten heilen – um das Fasten ranken sich gleich mehrere Mythen, die bei genauer Betrachtung keinen Bestand haben. Das Folgende sollten Sie unbedingt wissen, bevor Sie mit einer Fastenkur beginnen. Denn Fasten kann Ihrer Gesundheit erheblich schaden.

Orthodoxe Katholiken fasten von Aschermittwoch bis Karfreitag, Moslems während des Ramadan solange die Sonne scheint und Juden am Yom-Kippur-Tag. Gandhi protestierte auf diese Weise gegen die Unterdrücker Indiens und Gefangene fasten mitunter, um Richter und Staatsanwälte zu erpressen.

Hungerstreik heißt das dann, es läuft aber auf das Gleiche hinaus: tage- oder wochenlang nichts essen und Wasser, Tee oder Brühe trinken. Die meisten Menschen haben simple Gründe für ihre Fastenkur. Sie wollen ihre „Schlacken“ loswerden, den Körper „entgiften“, einige Kilos abnehmen oder eine Erkrankung „heilfasten“.

Genau das funktioniert leider nicht. Theoretisch halten Sie hundert Tage ohne Essen durch, wenn Sie gesund sind und viel trinken. Rechnen Sie nicht damit, dass nach einer Fastenkur Ihr Heuschnupfen oder Ihre Hauterkrankung für immer verschwunden sind. Unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt, lindert Fasten manche Krankheiten.

Zum Beispiel bringt man den entgleisten Blutzuckerspiegel eines Diabetikers durch Fasten mitunter wieder unter Kontrolle und eine Neurodermitis reagiert oft positiv auf eine Fastenkur. Allerdings halten diese Effekte nur während des Fastens an. Das „Heilfasten“ von Krankheiten gilt unter Stoffwechselmedizinern als unmöglich.

Beim Fasten plündern Sie Ihre Eiweißspeicher

Dem Fasten sagt man häufig die Fähigkeit zur „Entgiftung“ und „Entschlackung“ des Körpers nach. Als würden sich in Ihrem Körper winzige Giftmülldeponien und Schmutzwasseransammlungen befinden. Etwas Derartiges existiert nicht in Ihrem Körper.

Leber, Nieren, Darm und Schweißdrüsen stellen Ihre perfekte körpereigene Müllabfuhr dar, die permanent für Ordnung sorgt. Medizinisch gesehen bringt Fasten kaum Vorteile. Im Gegenteil: Es kann schädlich für Sie sein und Schlafstörungen, Schwindel, Depressionen und Gichtanfälle auslösen.

Ohne regelmäßige Nahrung baut Ihr Körper zwecks Energiegewinnung vom ersten Tag an die Eiweiße in Ihren Enzymen und Muskeln ab. Zwar stellt Ihre Leber in den ersten 24 Stunden Energie in Form von gespeicherten Kohlenhydraten zur Verfügung.

Doch um nicht zu verhungern, produziert Ihr Körper ab dem zweiten Tag Energie aus Aminosäuren, für die er zuvor Ihre Muskeleiweiße zerlegte. Täglich baut Ihr Körper beim Fasten rund 50 Gramm Eiweiß ab.

Bei längerem Fasten ginge Ihre gesamte Muskulatur deshalb sichtbar zurück und riefe in Ihrem Herzmuskel möglicherweise gefährliche Rhythmusstörungen hervor. Aus dem gleichen Grund würde Ihr Immunsystem unter einer Fastenkur leiden.

Abnehmen durch Fasten?

Nach drei Tagen beginnt Ihr Körper damit, als Energiequelle Ihre Fettreserven anzuzapfen. Bis der Mechanismus der Fettverbrennung vollständig greift und der Raubbau Ihrer Muskeln gedrosselt wird, vergehen drei Wochen.

Solange wird Ihr Organismus mangels Kohlenhydratnachschub mit Ketonsäuren überschwemmt, die den typischen acetonartigen Körpergeruch von Fastenden verursachen. Im Hungerzustand reguliert Ihr Körper viele Stoffwechselvorgänge herunter.

Durch langes Fasten würden Sie zwar abnehmen – aber bald mindestens genauso viel wieder zunehmen, wenn Sie Ihre Ernährung nicht langfristig umstellen. Es stellt kein wirklich gutes Mittel gegen Stress dar, sondern verstärkt ihn noch.

Besonders in den ersten Tagen steigt in Ihrem Blut die Konzentration der Hormone Adrenalin und Serotonin. Während man den Adrenalinschub von Fastenden gern als „zurückgewonnene Kraft“ interpretiert, regelt Serotonin in Ihrem Gehirn die dazu passenden Gefühle.

Viele Fastende empfinden diese Vorgänge als Bewusstseinserweiterung. Sinkt nach den ersten Tagen der Serotoninpegel wieder, folgen Niedergeschlagenheit oder Depressionen. Fällt außerdem der Adrenalinpegel und zieht sich Ihr Blutdruck daraufhin auf krankhaft niedrige Werte zurück, verspürten Sie zwar keinen Hunger mehr, wären aber vermutlich kaum noch in der Lage, eine Tütensuppe aufzureißen.

„Fasten light“ als Alternative

Fasten kann jedoch eine positive Wirkung auf Ihre Seele haben. Für die Vorbereitung und das Durchhalten einer Fastenkur erfordert es ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Wenn Sie sich zum Beispiel vom Alltag aufgezehrt fühlen, finden Sie durch eine Fastenkur möglicherweise Ihre Balance wieder.

Fastenanhänger gelten als durchsetzungsfähige und disziplinierte Persönlichkeiten. Wenn Sie die psychologischen Vorteile des Fastens genießen wollen, ohne die medizinischen Nachteile zu erleiden, dann probieren Sie „Fasten light“.

Dabei stellen Sie einmal jährlich für sechs Wochen Ihre Nahrung auf überwiegend Gemüse, Obst, Tees und Säfte um, lassen Nikotin und Koffein weg und schalten im hektischen Alltag einen Gang runter.

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