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Ernährungstrend Detox: Natürliche Entfgiftung oder Geldmacherei?

Sie versprechen eine natürliche Reinigung von Innen: Detox-Präparate, die hierzulande in Apotheken oder Drogerien erhältlich sind. Eine von den Herstellern empfohlene Detox-Kur bedeutet beispielsweise, dass Sie drei Tage nur spezielle Detox-Säfte trinken. Die fünftägige Variante „Juice & Soup Delight Kur“ erlaubt es, zusätzlich täglich eine spezielle Detox-Suppe zu sich zu nehmen. Das Ganze ist nicht ganz billig: Eine dreitägige Detox-Saftkur kostet Sie durchaus 80 Euro und eine Detox-Saft-Suppen-Kur pro Tag über 50 Euro.

Lohnt sich der Preis? Zunächst einmal sollten Sie wissen: Detox ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Detoxification“, was nichts anderes heißt als Entgiftung. Die Kur soll Ihren Körper von toxischen Stoffen befreien: Schadstoffe, die sich aus pestizidbelasteter Nahrung, Alkohol, Medikamenten oder auch durch Nikotin im Körper angesammelt haben. Eine solche Entgiftung soll den Körper leistungsfähiger machen. Gleichzeitig versprechen die verschiedenen Detox-Kuren, auch Fettpölsterchen schmelzen zu lassen. Neben Säften und Suppen haben Detox-Anbieter auch spezielle Tee-Varianten, Pillen und Pulver im Angebot.

Detox© pelambung (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Detox birgt Gesundheitsrisiken

Der positive Nutzen einer solchen Kur ist wissenschaftlich allerdings stark umstritten. Die einseitige Ernährung einer mehrtägigen Detox-Kur bewirkt etwa, dass dem Körper wichtige Nährstoffe verloren gehen. Schwindel und Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Zudem müssen Sie gegen ein starkes Hungergefühl ankämpfen, wenn Sie Ihren normalen Speiseplan plötzlich auf Saft-Kur umstellen. Außerdem droht nach der Kur der Jojo-Effekt: Die Umstellung von einer Detox-Kur zurück zu Ihrer herkömmlichen Essweise kann das Gewicht wieder ansteigen lassen. Und Menschen, die gar über einen längeren Zeitrahmen hinweg fasten, verlieren neben Fett auch wichtige Muskelmasse.

Auch die Aussage von Detox-Befürwortern, der Körper würde während der Kur entgiften, wird von Kritikern infrage gestellt: Bis heute ist nicht genau bekannt, wie beispielsweise Pestizid-Rückstände überhaupt verstoffwechselt werden. Eines ist klar: Die meisten Giftstoffe leitet Ihr Körper von selbst durch seine Entgiftungsorgane ab, also über Haut, Lunge, Leber und Niere. Sie müssen nicht nachhelfen.

Fazit

Detoxifikation, also aktives Entgiften des Körpers mit speziell dafür angebotenen Säften, Suppen, Pulvern oder Pillen, dient vor allem den Anbietern entsprechender Produkte: Es geht darum, mit Ihrem Wunsch nach Gesundheit viel Geld zu verdienen.

Lassen Sie besser die Finger von überteuerten Saft- und Suppen-Kuren. Für eine gesunde Lebensweise sind keine speziell hergestellten Lebensmittel nötig. Gegen die Grundidee von Detox, synthetische Zusatzstoffe im Essen zu meiden, ist nichts einzuwenden. Allerdings: Stellen Sie Ihre Ernährungsweise vielmehr langfristig auf „gesund“ um.

  • Kaufen Sie frische Lebensmittel aus Ihrer Region. Diese werden reif geerntet und enthalten daher viele Nährstoffe.

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  • Bereiten Sie sich Ihre Mahlzeiten selbst zu. So kontrollieren Sie die Inhaltsstoffe in Ihrem Essen und können Zusatzstoffe so gut wie möglich meiden.
  • Entscheiden Sie sich bei Getreide, Nudeln und Reis für die Vollkornvariante. Die darin enthaltenen Ballaststoffe binden Schadstoffe im Darm und leiten diese auf natürlichem Wege ab.

Kleine Entgiftungskur zum Frühjahrsbeginn

Rund um die Uhr laufen in unserem Organismus Stoffwechselprozesse ab, deren Endprodukte (z. B. Harnsäure) der Körper nicht weiter verwerten kann. Diese Reste werden durch die Ausscheidungsorgane „entsorgt“. Giftige Substanzen werden zuvor von der Leber abgebaut. Anschließend filtern die Nieren die Schadstoffe aus dem Blut und scheiden sie über den Urin aus. Nicht verwertbare Nahrungsbestandteile scheidet der Darm mit dem Kot aus und die Haut gibt Stoffwechselprodukte über den Schweiß und die Talgdrüsen ab.

Ein wichtiger Transportweg zur Ausleitung von Schadstoffen aus dem Körper ist das Lymphsystem. Wenn dieses körpereigene Reinigungs- und Entgiftungsgefüge überlastet ist, werden Stoffwechselendprodukte und Toxine im Bindegewebe als Schlacken eingelagert.

Zu viele Schlacken machen krank

Wenn sich zu viele Schadstoffe im Bindegewebe angesammelt haben benötigt Ihr Körper Unterstützung für seine Entgiftungsfunktionen. Falls Sie die warnenden Signale Ihres Körpers übersehen, kann eine ganze Reihe von Beschwerden die Folge sein.

Typische Beschwerden der Schadstoffbelastung sind:

  • Erschöpfung, Leistungsschwäche
  • Hautprobleme (z. B. Ekzeme, Unreinheiten)

  • Essen ohne Kohlenhydrate?

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  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verstopfung
  • rheumatische Beschwerden

Auch Allergien, Asthmaanfälle und Stoffwechselkrankheiten wie Gicht werden durch die Verschlackung begünstigt. Machen Sie daher eine Kur, mit der Sie die an der Entgiftung beteiligten Organe in ihrer Arbeit unterstützen.

Mit Heilpflanzen stärken Sie die Leber

Einige Heilpflanzen können die Leberfunktion positiv beeinflussen. Hierzu zählen Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn. Von diesen Pflanzen profitieren Sie am besten in Form von Tees. Dabei können Sie sich den Tee aus den getrockneten Kräutern selbst herstellen oder auf fertige Leber-Galle-Tees zurückgreifen.

In den Blättern der Brennnessel sind Flavonoide enthalten, die wassertreibend wirken. Diese sekundären Pflanzenstoffe erhöhen die Harnausscheidung und führen dadurch zu einer besseren Durchspülung von Harnleiter, Blase und Harnröhre. Auf diese Weise können die Schlacken gelöst und abtransportiert werden. Als entgiftende und stoffwechselanregende Kur sollten Sie vier Wochen lang täglich morgens und abends eine Tasse frisch gebrühten Brennnesseltee trinken. Trinken Sie zusätzlich pro Tag mindestens 1,5 Liter salzarmes Wasser, damit die gelösten Stoffe herausgespült werden können.

Entgiften Sie über die Haut mit Basenbädern

Bäder, denen Sie ein basisches Salz beifügen, ziehen Säureschlacken aus dem Bindegewebe und führen zu deren Ausscheidung über die Haut. Diesen Effekt können Sie noch verstärken, indem Sie während des Badens den Körper abbürsten. Diese Bürstenmassage öffnet die Poren, regt den Lymphfluss und damit auch den Abtransport der Schlacken an.

Fügen Sie einem warmen Vollbad drei Esslöffel Basensalz hinzu. Tauchen Sie bis über die Brust in das Badewasser ein und bürsten Sie sich alle zehn Minuten am ganzen Körper mit einer Bürste ab. Zur optimalen Entgiftung sollten Sie mindestens 30 Minuten lang baden. Benutzen Sie während dieses Bads keine Seifenzusätze und duschen Sie sich zum Schluss nur kurz warm ab.

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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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