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Imitate-Betrug bei Lebensmitteln: So werden Sie getäuscht

Inhaltsangabe:

  1. Achtung: Nahrungsmittel-Imitate
  2. Analogkäse ist weit verbreitet
  3. Häufige Lebensmittelimitate
  4. Verpackungen immer kritisch lesen!
  5. Überblick

Dass Ersatzstoffe hochwertige Lebensmittel nachahmen, ist nicht neu. In Zeiten des Mangels waren beispielsweise Lachsersatz aus gefärbtem und in Salz gebeiztem Kabeljau und deutscher Kaviar vom Rogen des Seehasen beliebte Delikatessen. Auch die als Butterersatz entwickelte Margarine war früher eine Alternative für arme Leute, auch wenn sie heute dem Original den Rang abgelaufen hat.

Back-Camembert© UJac

Achtung: Nahrungsmittel-Imitate!

Was früher aus Not und Armut heraus erfunden wurde, ist heute eine ausgeklügelte Strategie der Lebensmittelproduzenten. Mit Nachahmungen sollen billige Rohstoffe aufgewertet werden und den Herstellern höhere Gewinne bescheren. Wenn die Oma noch wusste, dass aus Zichorie hergestellter Kaffee-Ersatz kein Bohnenkaffee war, so werden Sie heute mit Kunstprodukten bewusst hinters Licht geführt. Teilweise bergen die Ersatzstoffe gesundheitliche Risiken. Dazu gehören etwa die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigenden Transfette oder bei empfindlichen Personen allergieauslösende Sojazusätze.

Eine der häufigsten ekligen Fälschungen sind die Garnelen. Schlecht verwertbarer, minderwertiger Fisch wird zerkleinert, gefärbt und (nachdem er mit Krebsaroma versetzt wurde) in Garnelenform gepresst und mit dem Phantasienamen Surimi verkauft. Sie müssen genau hinsehen, um diese Fälschung zu enttarnen. Und so mancher Schafskäse hat nie ein Schaf gesehen, auch wenn ein Schäfer auf der Verpackung abgebildet ist. Damit die gesetzlichen Deklarationspflichten eingehalten werden, wird dieser Käse dann einfach „Hirtenkäse“ genannt. Immerhin handelt es sich in diesem Fall noch um Käse. Inzwischen können Sie jedoch noch nicht einmal sicher sein, ob Sie anstatt eines aus Milch gewonnenen Käses nicht einen „Analogkäse“ aus Pflanzenfett, Stärke und Eiweiß bekommen.

Analogkäse ist weit verbreitet!

Pizza, überbackene Brötchen, Laugenstange, Fertigsoßen oder Lasagne: Echten Käse beinhalten diese Produkte nur selten. Vielmehr wird Analogkäse verarbeitet. Käseersatz also, bei dem Milchfett durch Pflanzenfett oder Rindertalg ausgetauscht wurde. Auf diese Weise ist die Herstellung besonders günstig. Der unachtsame Verbraucher merkt davon nichts, denn Farbstoffe, Verdickungsmittel und Zusatzstoffe sorgen für ein täuschend echt wirkendes Imitat.

Die Gefahren bei Lebensmittel-Imitaten

Vorsicht aber: Analogkäse kann Soja-Eiweiß enthalten. Das wird Ihnen besonders dann zum Verhängnis, wenn Sie allergisch auf Soja-Eiweiß reagieren und dies möglicherweise (noch) nicht wissen: Ihre Schleimhäute in Mund und Rachen schwellen nach dem Verzehr an. Kurz danach tauchen Hautquaddeln oder ein Magengrummeln auf. In Einzelfällen kann es sogar zu einem allergischen Schock kommen. Bemerken Sie eine solche Reaktion am eigenen Körper, so heißt es spätestens dann: Imitate unbedingt meiden.

Soja steckt übrigens nicht nur im falschen Käse, sondern mitunter auch im Formschinken. Und Formschinken ist alles andere als ein echtes Stück Schinken: Hier werden Ihnen zusammengepresste Fleischreste serviert. Echten Schinken erkennen Sie an der Bezeichnung „Schinken“, „Hinterschinken“ oder „Vorderschinken“. Er hat einen Fleischgehalt von mindestens 95 Prozent und darf höchstens 5 Prozent Fremdwasseranteil aufweisen. Außerdem: Echter Schinken enthält Fleischfasern. Aufgrund der billigen Herstellung enthalten die Schinken- und Käsefälschungen zudem meist schlechte Transfette. Diese erhöhen Ihren Cholesterinspiegel und damit auch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Achtung: Falsche Tomaten

Doch nicht nur Schinken- oder Käseprodukte sind mitunter eine Mogelpackung: Selbst Gemüse ist nicht immer das, was Sie vielleicht glauben. Hersteller von Tiefkühlpizzen beispielsweise verwenden anstatt echter Tomaten vorzugsweise einen Tomatenschwamm.

Dieser besteht aus Tomatenmark und Stärke und wird lediglich zu Tomatenstücken zusammengepresst. Gesundheitsfördernden Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe suchen Sie hier mit der Lupe.


Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

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Häufige Lebensmittelimitate

  • Analogkäse
  • Formschinken
  • Fruchtjoghurt
  • Pesto
  • Schokoladencreme (z. B. als Füllung in Keksen
  • Surimi-Garnelen
  • Putensalat
  • Vanille-Eis

Auch im Fruchtjoghurt sind meist keine echten Früchte enthalten. Und selbst die Aufschrift „natürliches Aroma“ bedeutet nicht, dass Sie ein Naturprodukt essen. Lediglich der Aromastoff muss in der Natur vorkommen, wird aber im Labor nochmals bearbeitet. Kaufen Sie sich besser einen Naturjoghurt und rühren Sie sich ein paar Früchte nach Wahl unter.

So leicht dreht man Ihnen Fälschungen an

Auch Vanille-Eis ist häufig eine Fälschung: Der Vanillegeschmack wird durch Kokosfett und synthetisches Vanillin erzeugt. Kleine schwarze Punkte im Vanille-Eis sind übrigens nicht unbedingt ein Zeichen für Qualität: Einige Hersteller sind mittlerweile so dreist, dass sie gemahlene Vanilleschoten unter das Kunsteis rühren.

Fertiges Pesto aus dem Supermarkt besteht meist aus Sonnenblumenöl, geriebenen Cashewkernen und hartem Käse. Das ist grundsätzlich nicht ungesund. Aber echtes Pesto besteht nun einmal aus Pinienkernen, Olivenöl, frischem Knoblauch, Pecorino-Käse und Parmesan.

Verpackungen immer kritisch lesen!

Doch woran erkennen Sie Lebensmittelimitate? Als Verbraucher sollten Sie grundsätzlich skeptisch sein, wenn Sie die Aufschrift „nach Art von“ oder „à la“ lesen. Denn das bedeutet, dieses Nahrungsmittel ist nicht echt. Auch beim Wort „Erzeugnis“, wie etwa dem „Vorderschinkenerzeugnis“, sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten: Hier will man Ihnen eine billige Kopie unterschieben. Steht auf einer Packung die Bezeichnung „Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett“, so können Sie sicher sein, dass sich Analogkäse dahinter verbirgt. Und hinter der Beschreibung „Zubereitung mit Käse“ versteckt sich nicht mehr als eine kleine Menge echter Käse, der mit Kunstkäse „verlängert“ wurde.

Ihnen sollte es außerdem verdächtig vorkommen, wenn die Liste der Zutaten nur schwer lesbar ist. Vielleicht weil eine sehr kleine Schrift verwendet wurde, mit weißen Lettern auf himmelblauen Grund geschrieben wurde. Oder die Zutatenliste überhaupt an einem sehr ungünstigen Platz der Verpackung platziert ist, etwa an einer Stelle, die häufig geknickt wird oder die automatisch kaputt geht, wenn Sie die Verpackung öffnen. Haben Sie das Gefühl, der Hersteller will irgendetwas vor Ihnen verheimlichen, dann lassen Sie besser die Finger von diesem Lebensmittel. Denn dahinter verbirgt sich höchstwahrscheinlich ein betrügerisches Imitat. Wenn Sie weitgehend auf Fertigprodukte verzichten und Ihr Fleisch sowie Ihren Käse beim Bauern auf dem Wochenmarkt kaufen, sind Sie vor Nahrungsmittel-Imitaten bestmöglich geschützt.

Überblick

Achtung: Hier lauern weitere, häufige Lebensmittelimitate:

  • mit Schokolade gefüllte Kekse: Bei den billigen Varianten essen Sie in der Regel keine echte Schokolade, sondern ein Imitat aus Kakaopulver, Zucker und gehärteten Fetten.

  • Essen ohne Kohlenhydrate?

    Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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  • Putensalat als Fertiggericht: Der Salat enthält oftmals keine echte Pute, sondern Fleischreste, geformtes Putenfleisch und geformtes Hähnchenfleisch.
  • Hähnchenschnitzel als Fertiggericht: Das Hähnchenschnitzel besteht nicht aus einem gewachsenen Stück Fleisch. Stattdessen wurden Schnittreste von Puten- und Hähnchenfleisch zusammengepresst.

So entlarven Sie die Lebensmittel-Fälschungen

  • Kunstgarnelen haben keinen Schwanz. Echte Garnelen haben einen Schwanz aus Chitin. Die in Form gepressten Imitate sind dagegen schwanzlos und durchgängig von derselben Konsistenz.
  • Achten Sie auf Fleischfasern. Echter Schinken oder natürliches Fleisch enthalten Fasern, die im Kunstfleisch fehlen.
  • Fallen Sie nicht auf schöne Bilder herein. Laut Lebensmittelgesetz müssen die Inhaltsstoffe angegeben werden. Auch wenn die Bilder auf der Vorderseite etwas anderes vermitteln: Die Wahrheit finden Sie im Kleingedruckten.
  • Eiscreme muss mindestens 10 Prozent Milch enthalten. Steht auf der Verpackung nur „Eis“ oder „Speiseeis“, sind Sahne oder Milch durch billiges Palm- oder Kokosfett ersetzt worden.
  • Lesen Sie genau die Formulierungen. Angaben im Kleingedruckten wie „nach Art von“, „Lebensmittelzubereitung“ oder „à la“ sollten Sie stutzig machen.

Hinter diesen Formulierungen verbergen sich Imitate

  • Fischmuskeleiweiß: Grundlage für Garnelen- und Krebsfleischimitate
  • Algenkonzentrat: billiger Ersatz für japanischen Meerrettich (Wasabi)
  • Formfleisch: in Form gepresste Fleischreste mit Bindegewebe und Stärkegel
  • Hähnchenschnitten: zu Schnitzeln geformtes, zerkleinertes und minderwertiges Hühnerfleisch
  • Kakaocremefüllung: Schokoladenimitat aus Kakao-Pulver, Zucker und gehärtetem Pflanzenfett in Schoko-keksen
  • Pesto basilico: billiges Sonnenblumenöl, minderwertiger Hartkäse und Cashewkern-Pulver statt hochwertigem Olivenöl, Parmesankäse und Pinienkernen
  • „überbacken“: eine Formulierung, hinter der sich Analogkäse verbirgt, da dieser nicht als Käse bezeichnet werden darf
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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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