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Ernährungsirrtümer: Einführung

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Ernährungsirrtümer


Fallen Sie nicht auf alte Ammenmärchen herein

Haben Sie als Kind auch zu hören bekommen: „Iss deinen Spinat, der ist so gesund, so viel Eisen“? Mittlerweile wissen wir ja, dass dies ein Irrtum ist, ausgelöst durch die Messung an getrocknetem Spinat. Aber kaum ein Bereich unseres Lebens ist so stark von Mythen und Halbwahrheiten geprägt wie die Ernährung.


Dabei speisen sich die Quellen der Mythen nicht immer nur aus Fehlern wie beim Beispiel des Spinats. Einige Annahmen haben sich erst im Laufe der Zeit zum Irrglauben entwickelt. weil sich unsere Lebensbedingungen geändert haben. So bekamen die Menschen früher tatsächlich Bauchschmerzen, wenn sie Kirschen gegessen und danach Wasser getrunken haben, einfach weil das Trinkwasser damals nicht so sauber war wie heute. Die darin enthaltenen Bakterien sorgten dann für die Unterleibsschmerzen.

Aber was ist nun Legende und was nicht? Ich möchte Ihnen einige Beispiele für möglichen Irrglauben geben: Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden bei der Auswahl Ihrer Nahrungsmittel.

Karotten sind gut für die Augen.

Karotten mögen gut schmecken oder bei stetigem Konsum insbesondere bei Kleinkindern zu einer „gesunden Farbe“ der Haut beitragen - gegen die üblichen Sehschwächen helfen sie hingegen nicht. Zwar enthalten Karotten eine große Menge an Carotinoiden wie z. B. Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird und wichtig für die Funktionsfähigkeit des Auges ist. Ein Vitamin-A-Mangel kann sich daher tatsächlich negativ auf die Sehkraft, gerade in der Dämmerung, auswirken - aber mehr Vitamin A heißt nicht automatisch mehr Sehkraft. Eine Sonderzufuhr von Vitamin A ist in unseren Breiten meistens überflüssig, da wir es in ausreichender Menge direkt mit tierischen Nahrungsmitteln zu uns nehmen. Bei Kurzsichtigkeit kann also der Weg gerne über einen farbenfrohen Wochenmarkt führen - er sollte aber in jedem Fall beim Augenarzt enden.

Süßstoffe machen schlank.

Aus dem figurbewussten Haushalt ist er kaum noch wegzudenken, der Zuckerersatz. Auf den ersten Blick nachvollziehbar: Ein Stück Würfelzucker enthält zehn Kalorien, eine Süßstofftablette, die den selben Geschmack erzielt, keine einzige. Unser Gehirn weiß dies, nicht aber unser Körper: Trifft der zuckerlose Süßstoff auf die Genießerzunge, leitet diese die selben Anweisungen an den Organismus wie bei der Kontaktaufnahme mit herkömmlichem Zucker. Der Körper reagiert gleich: Er schüttet Insulin aus, um Zucker abzubauen, wenn er aus dem Verdauungstrakt in die Blutbahn gerät. Das Problem hierbei ist jedoch, dass daraufhin Blutzucker abgebaut wird, obwohl der Zuckernachschub ausfällt. Ein sinkender Blutzuckerspiegel ist die Folge, und zugleich ein Alarmsignal für den Körper, dass eine Unterversorgung vorliegt. Der Organismus antwortet mit dem, was der figurbewusste Mensch verhindern will: mit einem Heißhungergefühl. Mit anderen Worten: Süßstoff macht hungrig. Dies ist nicht unbedingt schlankheitsfördernd.

Frisches Brot ist ungesund.

Die Phrase, dass frisches Brot ungesund sei, ist ein Überbleibsel aus jener Zeit, wo Brot noch das Hauptnahrungsmittel war und man sorgsam darauf achtete, nur ja kein Stück wegwerfen zu müssen. Also sollte zuerst das „alte“ Brot gegessen werden, bevor der frische Laib angeschnitten wurde. Und um das zu erreichen, kam die Weisheit – vor allem gegenüber Kindern – auf, frisches Brot sei ungesund.

Das stimmt natürlich nicht. Blähungen sind das einzige „Übel“, das es anrichten kann. Ansonsten ist frisches Brot genauso bekömmlich wie das Brot vom Vortag.

In der Sauna nimmt man ab.

Schön wär’s, stimmt aber nicht! Durch das Schwitzen wird nur Wasser verloren, aber kein Fett abgebaut. Sobald getrunken wird, speichert der Körper wieder das Wasser. Zum Abnehmen ist die Sauna leider völlig nutzlos. Genießen sollten Sie sie aber trotzdem.

Wenn man gar nichts isst, nimmt man am schnellsten ab.

Falsch! Denn der Körper schaltet dann auf „Sparflamme“ um und verbraucht immer weniger Kalorien. Bei einer ausgewogenen Diät dagegen muss der Körper „arbeiten“, um die Nahrung zu verdauen. Das kostet Kalorien und führt zur Gewichtsabnahme. Und zwar schneller, als wenn man gar nichts isst!

Röntgenbild einer Lunge

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