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Eine runde Sache: Warum Sie auf Eier nicht verzichten sollten

Eier gelten nach wie vor als ungesund. Sie haben den Ruf, eine wahre Cholesterinbombe zu sein und schlimmstenfalls sogar Salmonellen zu übertragen. Dabei enthalten sie das am besten zu verwertende Eiweiß und sorgen so für starke Muskeln. Auch ihr Vitamingehalt ist verblüffend. Was Sie sonst noch rund um das Ei wissen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gekochtes_Ei© photocrew - Fotolia

  1. Eier sind wahre Vitaminbomben. In einem Ei sind tatsächlich, auch wenn es unvorstellbar klingt, alle Vitamine enthalten: außer Vitamin C. So können Sie mit nur einem Ei zum Beispiel 35 Prozent Ihres Vitamin-D-Bedarfs und fast 40 Prozent Ihres Vitamin-B12-Bedarfs decken. Dabei ist es gleichgültig, ob Sie das Ei als Spiegelei, Rührei oder gekocht vorziehen. Bei einer durchschnittlichen Gewicht von 60 Gramm liefert Ihnen das Ei zudem noch insgesamt 1 Gramm Selen, Kalzium, Zink, Eisen und Kalium. Allerdings ist der Gehalt an diesen Vitalstoffen abhängig davon, wie das Huhn, das das Ei gelegt hat, gehalten wurde. So bringt ein Bio-Ei zum Beispiel die dreifache Menge an Vitamin E, eine sechsfach gesteigerte Menge Vitamin D und den siebenfachen Gehalt an Beta-Carotin mit. Und nicht nur der Gehalt an Vitalstoffen ist dann erhöht. Sie liefern auch die doppelte Menge Omega-3-Fettsäuren, die so wichtig für Ihre Gesundheit sind.
  2. Vermeiden Sie Eier aus Kleingruppenhaltung. Dieser Begriff klingt wunderschön – vielleicht sehen Sie auch, wenn Sie ihn lesen, eine kleine Gruppe Hühner vor sich, die auf einem Hof picken und scharren. Dem ist aber nicht so. Vielmehr ist die Kleingruppenhaltung eine überarbeitete Käfighaltung. Seitdem muss ein Huhn nicht mehr 550, sondern 890 Quadratzentimeter Platz haben. Im Grunde steht ihm so die Fläche einer Postkarte zusätzlich zur Verfügung. Und auch sonst ist diese Art der Haltung für die Hühner eine Qual. Sie können sich nicht ausruhen, nicht flattern und entwickeln aufgrund fehlender Bewegung schwere Knochenschäden. Zum Glück sind auch die Tage dieser Haltungsform gezählt. Bis spätestens 2025 wird sie in Deutschland komplett verboten sein.
  3. Eier sind gut für Sportler. Das Eiweiß, das im Hühnerei enthalten ist, hat die höchste biologische Wertigkeit – die können Sie nur noch steigern, wenn Sie es mit pflanzlichem Eiweiß kombinieren. Da dieses Eiweiß so hochwertig ist, können Sie es besonders gut für den Muskelaufbau verwerten. Nach dem Sport können Sie sich zum Beispiel eine große Portion Rührei einverleiben.
  4. Cholesterin – nur selten ein Problem. Eier gelten grundsätzlich als Cholesterinbomben, darum verzichten viele Menschen darauf. Aber Eier haben einen Schutz vor dem in ihnen enthaltenen Cholesterin: das sogenannte Lecithin. Es fungiert als natürliche Cholesterinbremse und sorgt dafür, dass Sie nicht alles von dem im Ei enthaltenen Cholesterin aufnehmen. Hinzu kommt: Eier enthalten B-Vitamine, die Sie ebenfalls vor dem Cholesterin schützen. Allerdings funktioniert das nur, wenn die Eier weich sind. Verzichten Sie daher auf steinhart gekochte Eier, krosses Rührei oder von beiden Seiten gebratenes Spiegelei.
  5. Achten Sie auf den Stempel. Jedes Ei muss einen Aufdruck tragen, der Ihnen seine Herkunft verrät. Dabei können Sie aus der ersten Ziffer die Art der Haltung ablesen: 0 steht für Bio, 1 für Freiland, 2 für Boden- und 3 für Käfighaltung. Danach folgen Länderkürzel und eine Ziffernfolge, die für den Betrieb und den Stall steht. DE bezeichnet demzufolge deutsche Eier.
  6. Wo kaufen Sie Ihre Eier am besten? Wenn Sie die Möglichkeit haben, gehen Sie zu einem Bauern. Achten Sie aber darauf, dass er zum Beispiel Milch oder Getreidebauer ist und die Hühner nur nebenbei hält. Hier bekommen Sie tatsächlich Eier von freilaufenden Hühnern.
  7. Schützen Sie sich vor Salmonellen. Diese Krankheit entsteht häufig durch den Konsum von Eierspeisen. Im frischen Ei gibt es ein Enzym, das dafür sorgt, dass sich die Erreger nicht vermehren können. Allerdings wird dieses Enzym umso wirkungsloser, je älter das Ei ist. Hinzu kommt, dass die Wirkung bei zu warmer Lagerung noch schneller verloren geht. Daher gehören Eier sofort nach dem Kauf in den Kühlschrank. Auch dürfen Sie sie nie waschen. Sie würden sonst die Salmonellen-Schutzschicht entfernen. Eier, die älter als zehn Tage sind, sollten Sie nur noch sehr gut erhitzt zu sich nehmen. Kochen Sie sie hart oder braten Sie sie. Auf jeden Fall dürfen Sie sie nicht mehr für Mayonnaise oder Tiramisu verwenden.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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