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Low Carb – Wie wirksam ist der Diättrend wirklich?

Einige Supermodels und Hollywood-Schauspielerinnen verzichten mittlerweile ganz auf Brot oder Kartoffeln. Und auch immer mehr Durchschnitts-Diäthalter schwören vor allem in den USA auf den Trend „Low Carb“, also auf eine reduzierte Aufnahme von Kohlenhydraten. Fast-Food-Ketten werben mittlerweile sogar mit Hamburgern ohne Brötchen. Und in amerikanischen Supermarktregalen finden sich zahlreiche Produkte mit extra wenig „Carb“.

verschiedene Kohlenhydrate© bit24 – Adobestock

Wie nimmt man durch Low Carb ab?

Bei einer ausgewogenen Mischkost nehmen Sie normalerweise etwa 50 Prozent der Energie, die Ihr Körper für seine vielfältigen Aufgaben benötigt, in Form von Kohlenhydraten auf. Kohlenhydrate, die Ihr Körper nicht sofort verbraucht, werden in Fett umgewandelt. Nimmt der Körper insgesamt nur wenige Kohlenhydrate auf, dann ist er gezwungen, früher oder später auf seine eigenen Fettreserven zurückzugreifen. Sie nehmen automatisch ab. Genau das ist das Prinzip von Low Carb. Je nach Variante verzichten Sie ganz oder größtenteils auf Kohlenhydrate. Auf dem täglichen Speiseplan stehen dann vor allem Milchprodukte oder Fleisch.

Tatsächlich gibt es Studien, die bestätigen, dass sich Low Carb zur Gewichtsabnahme eignet. Vor allem in den ersten drei Monaten einer solchen Ernährungsweise purzeln die Kilos schneller als beispielsweise bei einer fettarmen Diät. Hauptgrund: Eiweiß, das bei Low Carb verstärkt konsumiert wird, dient als Sattmacher.

Hohe Eiweiß- und Fettmengen bergen Gesundheitsrisiko

Dennoch steht die Low-Carb-Ernährungsweise auch in der Kritik: Gezwungenermaßen nehmen Sie nämlich sehr viel Eiweiß und Fett zu sich. Einige Anhänger sehen Low Carb sogar als Freifahrtsschein, um hemmungslos Fleisch zu konsumieren.

In Fleisch, Wurst, Butter, Käse oder Schmalz stecken jedoch jede Menge gesättigte Fettsäuren. Und gesättigten Fettsäuren regen Ihren Stoffwechsel zur Cholesterinbildung an. Ihr LDL-Wert kann in die Höhe klettern. Auch Transfettsäuren, enthalten beispielsweise in Wurst, erhöhen das LDL-Cholesterin, senken das HDL-Cholesterin und fördern damit die Entstehung von Arteriosklerose. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vorprogrammiert.

Herz-Kreislauf-Risiko erhöht

Eine Studie des Karolinska Instituts in Stockholm (Schweden) bestätigte 2012 ein erhöhtes Risiko. Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt bei täglich 20 Gramm weniger Kohlenhydraten und 5 Gramm mehr Protein um 5 Prozent. In die Untersuchung flossen Ernährungsdaten von insgesamt 43. 396 Frauen ein, die zwischen 30-49 Jahre alt waren.

Und auch die hohe Eiweißzufuhr bei Low Carb ist alles andere als unbedenklich: Es drohen Gicht oder Nierensteine. Außerdem: Den meisten Menschen fällt es sehr schwer, Low Carb lange durchzuhalten. Vor allem wenn sie es bislang gewohnt waren, dass reichlich Kartoffeln, Reis oder Nudeln auf dem Speiseplan stehen.

Fazit

Low Carb eignet sich vielleicht, um auf die Schnelle ein paar Kilos loszuwerden. Auf Dauer drohen jedoch Gesundheitsrisiken, die Sie nicht als Bagatelle abtauen sollten. Für einen dauerhaften Abnehmerfolg empfiehlt sich ein anderes Vorgehen: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Ernährung reich ist an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen.

Hier stecken komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe

Meiden Sie nach Möglichkeit tierische Fette. Wenn Sie Fett konsumieren, dann achten Sie auf Omega-3-Fettsäuren, die Ihr Herz-Kreislauf-System schützen. Studien deuten darauf hin, dass sie eine Arteriosklerose verhindern, indem sie unter anderem den Cholesterinspiegel normalisieren. Omega-3-Fettsäuren (empfohlene Tagesmenge 250 mg) kommen in Lein, Walnuss- und Rapsöl in größeren Mengen vor, außerdem auch in Nüssen und Fischsorten wie Lachs, Hering oder Makrele.

Gute Qualität ist das A und O

Der Verzicht auf Spaghetti, Kartoffeln oder Brot scheint langfristig ebenso wenig durchzuhalten zu sein wie ein Übermaß an Fleisch, Wurst, Käse und anderen fetten Lebensmitteln. Auch die Ernährungsexperten, die die Low-Carb Welle losgetreten hatten, rudern inzwischen wieder zurück. Entscheidend sei die Qualität dessen, was auf den Tisch kommt, etwa gutes Pflanzenöl, Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, Vollkorn.

Bevorzugen Sie die Kohlenhydrate, die gut für Sie sind. Nicht alle werden von Ihrem Körper gleich gut verwertet. Die verarbeiteten Kohlenhydrate wie Weißmehlprodukte, geschälter Reis, Weizenbrot und Süßigkeiten lassen Ihren Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, sodass zu viel Insulin ausgeschüttet wird. Dieser Insulinüberschuss löst im Körper einen Mechanismus aus, der letztlich zu Übergewicht führt. Vollkornbrot, Müsli und gekochte Getreidekörner lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

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