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HCG-Diät: Abnehmwunder oder gefährlicher Trend?

Innerhalb kürzester Zeit viel abnehmen und das Gewicht dann auch noch halten: Genau das verspricht Ihnen die HCG-Diät. Der auch als Stoffwechselkur 21 bekannte Trend ist eine Weiterentwicklung der vor einigen Jahren angesagten HCG-Tropfen-Diät, die der britische Arzt Dr. Simeons bekannt gemacht hat.

So funktioniert die HCG-Diät

HCG ist die Abkürzung für humanes Choriongonadoptrin. Das ist ein Hormon, das Frauen während der Schwangerschaft produzieren, um das heranwachsende Baby optimal mit Nährstoffen versorgen zu können.

Sobald die Nährstoffversorgung nicht ausreicht, sorgt HCG dafür, dass die Fettzellen angegriffen werden – so die Theorie. Genau dieses Prinzip nutzt Dr. Simeons: Bei seiner ursprünglichen Form der HCG-Diät wird das Hormon gespritzt.

Das Versprechen: In Kombination mit einer sehr kalorienarmen Diät soll der Stoffwechsel stark angeregt werden, sodass Ihre  Fettpolster schmelzen. Wenn Sie Angst vor Spritzen haben, können Sie sich freuen: Als Stoffwechselkur erlebt sie ein Revival, bei dem die Spritzen gegen Globuli ausgetauscht wurden.

Die zwei Phasen der HCG-Diät

Sie besteht aus zwei Phasen: Der Diätphase, die mindestens 21 Tage dauert, und der Stabilisierungsphase von ebenfalls 21 Tagen, die dazu dient, das Sie Gewicht halten. Los geht’s mit zwei sogenannten Ladetagen. Hier dürfen Sie essen, was das Herz begehrt.

Das soll Ihren Stoffwechsel ankurbeln, damit er bei der Abnehmphase besser funktioniert. Empfohlen werden gut 4000 kcal pro Tag. Mit jeder Menge Fast Food, Kuchen und Süßigkeiten kriegt man das locker hin. Gleichzeitig beginnen Sie mit der Einnahme der HCG Globuli.

Oder lassen sich das Hormon von einem Arzt spritzen – wenn Sie einen Mediziner finden, der das macht. Im Anschluss beginnt die Diätphase der Stoffwechselkur. Sie dauert mindestens 21 Tage oder so lange bis Sie das Wunschgewicht erreicht haben. Erlaubt sind maximal 500 kcal pro Tag – und die auch nur aus den erlaubten Lebensmitteln.

Streng verboten sind Milch, Alkohol, Zucker, Süßstoffe, Kohlenhydrate, Öle und Butter. Erlaubt sind mageres Fleisch wie Hühnchen oder mageres Steak, Fisch, Tofu, Gemüse und beim Obst Erdbeeren, Grapefruit, Orangen und grüne Äpfel. Eier, Magerjoghurt, Magerquark und Hüttenkäse dürfen Sie ebenfalls essen.

Gewichtsverlust durch drastische Kalorienreduktion

Durch die drastische Kalorienreduktion verlieren die Diät-Willigen selbstverständlich an Gewicht. Allerdings ist eine derart geringe Energiezufuhr über längere Zeit gefährlich. Es droht Ihnen eine gefährliche Mangelversorgung mit Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen.

Das ist aber noch nicht alles: Es besteht auch die Gefahr, dass sich bei Ihnen Nierensteine bilden. Außerdem passt sich Ihr Körper an die geringe Energiezufuhr an. Er drosselt seine Stoffwechsel und kommt dann mit weniger Kalorien über die Runden.

Diesen Effekt versuchen gute Abnehm-Programme unbedingt zu vermeiden. Denn genau dadurch nehmen Sie nach der Diät schnell wieder an Gewicht zu.

Ärzte warnen eindringlich vor der Diät

HCG-Diät existiert seit fast 60 Jahren und kommt regelmäßig neu in Mode. Was verwunderlich ist, denn: Wissenschaftler kennen keinen medizinischen Beweis dafür, dass das Schwangerschaftshormon das Abnehmen unterstützt.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie sowie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft raten ab: Einerseits ist nicht bewiesen, dass die Methode wirkt.

Andererseits halten die Mediziner Nebenwirkungen, wie Regelstörungen bis hin zu lebensgefährlichen Thrombosen für denkbar. Auch die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) warnt eindringlich vor der HCG-Diät.

Allgemein sehen Experten Diäten mit einer sehr geringen Kalorienaufnahme eher kritisch. Der Grund: Wenn Sie über einen langen Zeitraum hinweg von sehr wenigen Kalorien leben, dann können sie ihrem Körper dauerhaft schädigen. Eine typische Folge sind beispielweise Herzrhythmusstörungen.

Die Zufuhr des Hormons ist nicht unproblematisch. Es ist nicht bekannt, welche Folgen der Wirkstoff auf Ihren Körper hat. Außerdem gibt es weder für eine gewichtsreduzierende, noch für eine stimmungsaufhellende oder appetitbremsende Wirkung von HCG wissenschaftliche Beweise.

Humanes Choriongonadoptrin ist zur Gewichtsabnahme nicht zugelassen

HCG hat für den Bereich Gewichtsreduktion keine Zulassung. Es wird unter anderem von Ärzten bei Frauen mit Kinderwunsch eingesetzt, um den Eisprung auszulösen – also ein medizinisches Einsatzgebiete für das Hormon.

Unser Tipp

Setzen Sie auf eine Ernährungsumstellung, bei der Sie nach und nach Dickmacher gegen kalorienarme Alternativen austauschen. Dabei hilft Ihnen ein Ernährungstagebuch: Halten Sie fest, was Sie essen und wieviel Kalorien darin stecken. So müssen Sie nicht hungern – wie bei der HCG-Kur und Ihr Körper wird mit allen Nährstoffen versorgt.

Ein weiteres Plus: Sie lernen, welche Lebensmittel gut für Sie sind. Nach der drastischen Diät besteht die Gefahr, dass Sie wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückfallen. Und dann sind die Pölsterchen schnell wieder auf Ihren Hüften.

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