Diät: Sind Sie wirklich zu dick?
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Ab wann ist eine Frau als dick oder - schlimmer noch - als adipös zu bezeichnen? Die Richter über das aus gesundheitlichen Gründen erstrebenswerte Körpergewicht sind moderater geworden. Denn inzwischen hat sich herausgestellt, daß die beiden Extreme - zu dünn oder zu dick - gleicherweise gesundheitliche Risiken bergen. Daher gilt jetzt nicht mehr die sogenannte Broca-Formel mit „Normalgewicht“und dem von vielen Frauen angestrebten „Idealgewicht“, das für die meisten nur mit strengstem Fasten zu erreichen war. Jetzt ist das rechte Maß mit dem Körper-Masse-Index BMI (von englisch Body-Mass-Index) zu errechnen. In den USA wird er schon seit Ende der achtziger Jahre angewendet.
Für den Körper-Masse-Index BMI wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße geteilt. Der neue Index läßt gnädigerweise Raum für größere Spannen. Der BMI berücksichtigt, daß kräftig gebaute oder muskulöse Frauen von sich aus mehr wiegen, ohne übergewichtig zu sein.
Beispiel:
Eine Frau ist 1,70 m groß und wiegt 74 kg. Dann hat sie einen BMI von 25,6 [74 kg:(1,70 x 1,70)= 25,6]. Dasist zu viel, denn das Normalgewicht hört bei einem BMI von 25 auf. Diese Frau sollte also ihr Gewicht mehr beachten - nicht fasten, aber mit gesünderer Ernährung und mehr Bewegung langsam 4 kg abnehmen. Allerdings hängt das auch von Ihrem Alter ab. Je älter Sie nämlich werden, desto mehr Körpergewicht steht Ihnen zu!
Im Grunde genommen kommt die Berechnung nach dem BMI der alten Formel nach Broca, die angeblich ausgedient hat, ziemlich nahe, ist aber toleranter. Nach Broca durfte eine Frau mit 1,70 m Körpergröße gerade noch 70 kg wiegen, um als „normal“zu gelten. Der BMI billigt ihr aufgrund ihres Körperbaus und ihres Alters einige weitere Kilos zu.
Das ist tröstlich. Vom Idealgewicht, das einst von Broca für amerikanische Versicherungsgesellschaften ausgerechnet wurde, spricht vom gesundheitlichen Standpunkt ohnehin kaum jemand mehr. Es hat sich für die Normalfrau als zu rigoros erwiesen. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Methoden, das Idealgewicht zu erzielen, zu Mangelzuständen und zu Eßstörungen führen, die der Gesundheit mehr schaden als dienen.
Sie brauchen Ihre Pfunde!
Eine Frau braucht spätestens ab 50 ein paar Pfunde mehr als früher! Nicht nur, weil ein bißchen mehr Fett die Falten besser auspolstert, sondern auch weil es für sie gesünder ist. Aus dem Fettgewebe bildet Ihr Körper Östrogene. Diese vermögen vor vielen Leiden zu schützen: Arteriosklerose, Herzkreislauferkrankungen, Osteoporose und möglicherweise auch vor der Alzheimer-Krankheit. Aber, wie in den meisten Dingen, ist dies nicht zuletzt eine Frage des gesunden Maßes.
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