Diät: Diätmythen 6 bis 11
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6. Das Idealgewicht ist ideal
Falsch. Die alte Broca-Formel, Normalgewicht = Körpergröße minus 100 und Idealgewicht = Normalgewicht minus 15 % bei Frauen und minus 10 % bei Männern, ist überholt. Heute gilt als gesunde Richtschnur der Body-Mass-Index (BMI). Sie berechnen ihn nach folgender Formel:
| BMI | = 60 kg geteilt durch (1,6 x 1,6) |
| = 23,4 |
Der wichtigste Unterschied zu vorher: Bei der Beurteilung, welches Gewicht noch gesund ist, gilt jetzt nicht mehr ein exakter Gewichtswert, sondern eine Normalitätsspanne, die auch die Unterschiedlichkeit der Menschen, zum Beispiel starken Knochenbau berücksichtigt.
| BMI | ||
|---|---|---|
| < 20 | Untergewicht | |
| 20 bis 24 | Normalgewicht | |
| 25 bis 29 | leichtes bis mäßiges Übergewicht | |
| 30 bis 39 | deutliches Übergewicht | |
| ab 40 | Adipositas = Fettleibigkeit | |
7. Wer abnehmen will, muss sich täglich wiegen
Im Gegenteil.Sich täglich zu wiegen ist völlig falsch. Erstens schwankt das Gewicht aufgrund von Wassereinlagerungen stark. Haben Sie einmal mehr Wasser gespeichert, ist der Frust groß. Haben Sie Wasser ausgeschwemmt, hat das mit Abnehmen nichts zu tun. Zweitens ist das Gewicht nur eine Richtschnur. Wenn Sie durch Sport mehr Muskeln auf- und Fett abbauen, sind Sie schlanker geworden, auf der Waage merken Sie aber nicht so viel davon, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Wenn Sie es genau wissen wollen, brauchen Sie eine Körperfettwaage. Auch hier gilt: Einmal pro Woche – dann aber stets zur gleichen Zeit auf die Waage – reicht.
8. Folgt man einer strengen, kalorienreduzierten Diät, kann man innerhalb einer Woche drei Kilo Fett abnehmen.
Es ist physiologisch unmöglich, in nur einer Woche drei Kilo Fett zu verbrennen. Ein Gewichtsverlust dieser Größenordnung ist nur durch den Verlust von Wasser, Muskel- und Knochengewebe möglich. Nur das wollen Sie sicher nicht: Muskeln verbrennen auch im Ruhezustand Kalorien. Weniger Muskeln führen also zu einem geringeren Tageskalorienverbrauch. Und wenn Mineralien aus Knochengewebe verloren gehen, kann dies das Osteoporoserisiko im Alter erhöhen.
9. Chilischoten, Ingwer, Kaffee und Cola lassen Kalorien verbrennen.
Bei einigen Menschen ist der Stoffwechsel so geschaffen, dass diese Lebensmittel ihn leicht erhöhen, aber sicherlich nicht genug, damit Sie sich zurücklehnen und darauf warten können, dass die überflüssigen Pfunde purzeln.
10. Meine Eltern sind dick, also werde ich es auch sein.
Nicht das Fett, sondern die Tendenz, dick zu werden, ist erblich. Frauen neigen dazu, überschüssiges Gewicht an den Oberschenkeln anzusetzen, während Männer eher am Bauch zunehmen. Aber ob sich dieses Fett bei Ihnen überhaupt ansammelt, ist abhängig von Ihrem Lebensstil. Wenn die Zahl der täglich aufgenommenen Kalorien mit der Zahl der verbrannten übereinstimmt, werden Sie unabhängig von der Figur Ihrer Eltern nirgends am Körper zunehmen. Es kann allerdings passieren, dass Sie die ungesunden Ess- und Lebensgewohnheiten der Menschen übernehmen, mit denen Sie aufgewachsensind. Überprüfen Sie ihre Essgewohnheiten kritisch und werden Sie aktiv. So sehen Sie nicht nur besser aus und fühlen sich fit, sondern Sie werden zu einem neuen Vorbild für Ihre eigenen Kinder.
11. Fettfrei lässt die Pfunde purzeln.
„Fettfrei“ ist nicht gleich „kalorienfrei“.All die so genannten fettfreien Kuchen, Kekse und Milchprodukte,die die Regale im Supermarkt füllen, haben zwar einen reduzierten Fettgehalt, enthalten aber immer noch Kalorien aus Kohlenhydraten. Viele Light-Produkte enthalten zudem Süßstoffe – diese torpedieren Ihre Diät-Bemühungen. Süßstoffe lassen den Insulinspiegel steigen und sorgen somit für richtige Heißhunger-Attacken. Zudem entsteht ein „ach, ist ja light, ich kann mehr davon essen“-Gefühl, das Ihnen wiederum auf die Figur schlägt.