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Geistige Fitness: Achten Sie auf die Wahl Ihrer Getränke

Ihr Gehirn besteht zu etwa 80 Prozent aus Wasser. Um diesen Anteil aufrechtzuerhalten, müssen Ihre Nervenzellen stetig mit Flüssigkeit versorgt werden. Denn wird der Anteil des Körperwassers auch nur um 1 bis 2 Prozent reduziert, dann lassen Ihre Konzentration und Ihre geistige Leistungsfähigkeit spürbar nach. Nehmen Sie deshalb täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich.

Insbesondere Senioren sollten auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten. Mit dem Alter steigt nämlich die Gefahr eines Wassermangels. Einerseits lässt das natürliche Durstempfinden nach. Zudem sinkt die Fähigkeit der Nieren, den Harn zu konzentrieren. Die Folge: Ihr Körper scheidet viel Flüssigkeit aus.

Kinder trinken Wasser© Robert-Kneschke - adobe

So macht sich ein Flüssigkeitsmangel bemerkbar

  • Kopfschmerzen
  • Unkonzentriertheit
  • Gedächtnisstörungen
  • Schwächegefühl
  • Leistungsminderung

Ihren Flüssigkeitsbedarf können Sie bei gegebener Qualität durchaus mit Leitungswasser decken. Fragen Sie bei Ihren örtlichen Wasserwerken nach, ob das Wasser aus dem Hahn bedenkenlos konsumierbar ist. Besser wäre es jedoch, Sie würden zu Mineralwasser greifen: Dieses versorgt Ihren Körper je nach Sorte mit unterschiedlichen Mineralstoffen und Spurenelementen. So geben Sie Ihrem Organismus unter anderem die Stoffe zurück, die er beispielsweise beim Schwitzen verliert.

Fruchtsaft am besten als Schorle trinken

Auch Fruchtsäfte sind ein geeigneter Flüssigkeitslieferant: Säfte versorgen Ihren Körper neben Wasser und Mineralstoffen zusätzlich mit Vitaminen. Allerdings: Säfte enthalten sehr viel Fruchtzucker und damit auch jede Menge Kalorien. Trinken Sie Fruchtsäfte deshalb vorzugsweise verdünnt als Schorle.

Auch Limonaden enthalten große Mengen Zucker. Farb- und Konservierungsstoffe kommen hinzu. All diese Inhaltsstoffe wirken sich mitunter negativ auf Ihre Gesundheit aus. Künstliche Süßgetränke eignen sich deshalb nicht, um den Flüssigkeitsbedarf Ihres Körpers zu decken und sollten nur in Ausnahmesituationen getrunken werden.

Kaffee: Nicht grundsätzlich ein Flüssigkeitsräuber

Keine Ausnahme indes muss der Genuss von Kaffee sein. Lange galt das braune Heißgetränk als Flüssigkeitsräuber. Es hieß, Kaffee entziehe dem Körper Wasser. Sie sollten aber wissen: Der harntreibende Effekt ist ein individuelles Phänomen und tritt längst nicht bei jedem auf. Stellen Sie bei sich einen verstärkten Harndrang nach dem Kaffeekonsum fest, dann gleichen Sie diesen ganz einfach mit einem ergänzenden Glas Wasser aus.

Kurzzeitig können Sie Kaffee sogar nutzen, um Ihre geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Das Koffein fördert Ihre Konzentration etwa 20 Minuten nach dem Genuss einer Tasse, fällt kurz danach aber wieder ab. Haben Sie vielleicht einen wichtigen Termin vor sich, beispielsweise einen Behördengang, dann spricht also nichts dagegen, dass Sie kurz zuvor einen Kaffee zu sich nehmen. Trinken Sie mehr als vier Tassen Kaffee täglich, dann tritt ein Gewöhnungseffekt ein und die anregende Wirkung bleibt aus. Zu viel Kaffee kann außerdem zu Nervosität und innerer Unruhe führen. Trinken Sie deshalb am besten maximaldrei bis vier Tassen täglich.

Bei Wahl der Teesorte auf die Tageszeit achten

Wenn Sie Ihren Flüssigkeitsbedarf mit Tee decken wollen, dann heißt es, auf die Sorte zu achten: Kräuter- und Früchtetees können Sie bedenkenlos den ganzen Tag über trinken. Schwarzer und grüner Tee indes enthält das anregende Koffein. Der Gehalt ist etwas geringer als im Kaffee und die Aufnahme in den Körper erfolgt langsamer, sodass der belebende Effekt länger anhält. Meiden Sie grünen und schwarzen Tee deshalb in den Abendstunden.

Grüner Tee stärkt Gedächtnis

Grundsätzlich ist grüner Tee für Ihre geistige Leistungsfähigkeit jedoch sehr interessant: Erste Studien attestieren dem Getränk eine Gedächtnis stärkende Wirkung. Darauf verweist unter anderem eine Untersuchung der Universität Basel aus dem Jahr 2014. Insgesamt zwölf Probanden wurden in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Gruppe trank grünen Tee und die andere eine Kontrollsubstanz ohne grünen Tee (Placebo). In anschließenden MRT-Untersuchungen zeigte sich: Bei Gedächtnisaufgaben schnitten die Konsumenten von grünem Tee um bis zu 20 Prozent besser ab als die „Teefreien“ Studienteilnehmer.

Für die positive Wirkung scheinen gleich mehrere Substanzen verantwortlich zu sein. Die antioxidativ wirkenden Polyphenole etwa fangen zellschädigende Sauerstoffradikale ab. Ein vielversprechender Inhaltsstoff im grünen Tee ist zudem EGCG (Epigallocate-chin-3-gallate), der die Bildung von neuen Nervenzellen unterstützt, wie Untersuchungen der Universität in Chongqing (China) im Jahr 2014 zeigen konnten. Bitte bedenken Sie aber: Wenn Sie Ihren Flüssigkeitsbedarf mit Tee decken, dann trinken Sie diesen immer nur ungesüßt. Tee mit Zucker in größeren Mengen wäre ebenso gesundheitsschädlich wie Limonaden und Co.

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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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