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Die Wahrheit über Bioprodukte

Natürlich isst es sich besser

Fleischskandale, Pestizide in Obst und Gemüse: Immer wieder gibt es neue Schreckensmeldungen über belastete Lebensmittel. Gleichzeitig schießen Bio-Supermärkte wie Pilze aus dem Boden, und normale Discounter nehmen verstärkt Bio-Produkte ins Sortiment. Was ist dran am Bio-Trend? Und wann ist Bio wirklich Bio? Ich zeige Ihnen, worauf Sie achten müssen – und warum Bio-Produkte so gesund für Sie sind.

Hand aufs Herz: Haben Sie sich im Spätsommer schon einmal als „Dieb“ betätigt? Auf einer Streuobstwiese einen Apfel aufgehoben oder an einem Pflaumenbaum eine Pflaume abgepflückt und dann „aus der Hand“ gegessen? Sicher werden Sie mir dann zustimmen: Das Obst sieht nicht so schön rund und ebenmäßig aus wie das aus dem Supermarkt. Aber es schmeckt viel besser als die auf Hochglanz polierten Äpfel und die makellosen Pflaumen.

Obst, Gemüse und all die anderen Waren, die Sie in einem konventionellen Supermarkt kaufen können, haben einen Nachteil: Sie sind veredelt, speziell zubereitet oder verarbeitet, um möglichst schön auszusehen, damit Sie als Kunde gerne zugreifen und dem Supermarkt möglichst viel Profit bringen. Auf der Strecke bleiben bei solchen Edelwaren aber Geschmack und Vitalstoffe – zu Ihrem Nachteil.

Bio Etikett © Olivier Le Moal – Adobe Stock

Lohnt sich der Griff zu Biogemüse für Sie wirklich?

Die Meinung unserer Expertin Astrid Schobert:

„Als Verbraucher erwarten Sie natürlich gerade bei Obst und Gemüse aus dem ökologischen Anbau, dass die Lebensmittel keine Rückstände enthalten. Schließlich versprechen Ihnen Bio-Erzeuger durch ihre Produktauslobung – sozusagen per Gesetz – komplett auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Die vier baden-württembergischen Untersuchungsämter (CVUA) haben im vergangenen Jahr knapp 1.600 Proben mit Bio-Siegel untersucht und begutachtet. Mehr als die Hälfte dieser Proben wurden mit entsprechender Ware aus konventioneller Produktion verglichen. Hier kommt die gute Nachricht für Freunde von „Bio“: Die Ergebnisse zeigen, dass die Bio-Branche dem Verbraucheranspruch gerecht wird: 96 Prozent aller Stichproben im Handel führen das Öko-Siegel zu Recht. Rund zwei von drei Proben waren sogar komplett rückstandsfrei, das heißt: Es waren auch mit sehr empfindlichen Untersuchungsmethoden keinerlei Rückstände nachweisbar. Das untersuchte Bio-Obst und -Gemüse hat im Schnitt einen rund 500-fach niedrigeren Gehalt an Pestiziden als konventionelle Produkte.

Mein Tipp:

Kaufen Sie Ihre Bio-Lebensmittel so oft wie möglich vor der eigenen Haustüre. Wenn Sie direkt bei Ihrem Bio-Bauern einkaufen, und saisonales Obst und Gemüse wählen, ist Bio oft viel preiswerter als Sie vielleicht denken. Gleichzeitig stärken Sie eine ökologische Landwirtschaft in Ihrer Region, die beispielsweise das Grundwasser weniger belastet.“

So profitiert Ihre Gesundheit von Bio-Lebensmitteln

Bio hat aber nicht nur einen besseren Geschmack, es ist auch gesünder für Sie:

  • Biomilch enthält mehr Omega-3-Fettsäuren als normale Milch. Diese Fettsäuren brauchen Sie, weil sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können.
  • Bio-Obst und -Gemüse hat meist kurze Anfahrtswege. Sie erhalten es frischer, dadurch sind mehr Vitalstoffe enthalten.
  • Bio-Obst wurde nicht veredelt, um besonders schön und ebenmäßig auszusehen. Dafür enthält es aber auch mehr Antioxidantien, die Ihre Zellen vor freien Radikalen schützen.
  • Bio-Produkte sind nicht mit Pestiziden in Kontakt gekommen. Gerade die sind es aber, die heute zu den häufigsten Allergieauslösern gehören.
  • Bio-Fleisch ist sehr begehrt, wird schnell aufgekauft. So können Sie sicher sein, dass es gar nicht erst so alt wird, dass daraus Gammelfleisch entstehen kann.

Aber was genau bedeutet Bio?

Natürlich muss auch konventionell angebautes Obst und Gemüse bestimmte Standards erfüllen. Beim Bio-Anbau allerdings sind viel mehr Kriterien einzuhalten. Bio-Bauern verzichten auf vieles, was in der normalen Landwirtschaft heute üblich ist, nämlich auf:

  • gentechnisch veränderte Futterstoffe oder Zutaten
  • Bestrahlung von Lebensmitteln, die auch in Deutschland immer noch erlaubt ist
  • chemische Schutzstoffe, seien es Unkrautvernichter oder Insektizide
  • schnell wirksame, hochlösliche Dünger
  • Medikamente in der Tierzucht, zum Beispiel Antibiotika
  • Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Aromastoffe – 300 sind in der EU zugelassen, nur 34 davon werden bei Bio-Produkten verwendet

Stattdessen steht beim Bio-Anbau das Wirtschaften im Sinne der Natur im Mittelpunkt: das eigentliche Produkt, und auch die Verbraucher sind das Wichtigste. Zudem müssen Bio-Bauern zahlreiche Regelungen beachten. Festgelegt sind unter anderem die Verwendung des Saatguts, die Fruchtfolge, Haltung und Auslauf der Tiere sowie Verwendung von Dünger.

 

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