Ballaststoffe: 4 Gruppen
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GNL5356
Ballaststoffe lassen sich in vier Gruppen aufteilen:
1. Wasserunlösliche Ballaststoffe oder Faserstoffe: Sie kommen in der Kleie verschiedenster Getreidearten (Weizen, Hafer, Gerste, Soja), aber auch in den äußeren Schichten von Obst, Gemüse und Samen bzw. Nüssen vor. Hauptsächlich tragen sie zur Erhöhung des Stuhlvolumens und zur Anregung der Darmperistaltik (Darmbewegung) bei. Zudem wird durch ihre Stoffwechselprodukte der pH-Wert des Umgebungsmilieus im Darm gesenkt, was wiederum dem Wachstum der mikrobiellen Verdauungshelfer (Milchsäureund Bifidobakterien) zugute kommt. Insbesondere beim Obstipation (Verstopfung) dominierten Reizdarmsyndrom ist ihr Einsatz sehr wichtig.
2. Wasserlösliche Ballaststoffe oder schnell fermentierbare Ballaststoffe:
Pektine, Gummis, Schleimstoffe und Speicherpolysaccharide finden sich in vielen Obstsorten, aber auch in Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten, Guarkernmehl (im Reformhaus oder in der Apotheke in isolierter Form erhältlich) und indischen Flohsamen (Psyllium, in der Apotheke erhältlich). Sie beginnen bereits in den oberen Darmabschnitten unspezifisch die Stoffwechseltätigkeit der Darmflora zu steigern.
3. Resistente Stärke wird von Verdauungsenzymen nicht gespalten und gleicht daher in ihren Eigenschaften den wasserlöslichen Ballaststoffen. Natürlicherweise findet sie sich in Reis, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und vielen Getreidesorten sowie Bananen.
4. Oligosaccharide fördern in tieferen Darmabschnitten das Wachstum der für die Darmgesundheit wichtigen Bifido- und Milchsäurebakterien. Bis hin zum Dickdarm haben sie auf die Bakterienzusammensetzung einen positiven Einfluss. Wegen dieser Eigenschaften werden sie als Präbiotika bezeichnet. Natürlicherweise finden sich Oligosaccharide in verschiedensten Pflanzen wie z. B. Rüben, Chicorée, Knoblauch, Spargel, Zwiebeln oder Sojabohnen. Zur therapeutischen Anwendung bzw. zur Nahrungsergänzung ist das Oligosaccharid Inulin in Reformhäusern und Apotheken in isolierter Form erhältlich.
Tipp: Wenn Sie zu Blähungen neigen, sollten Sie Obst nie als Dessert oder mit dem Hauptgang verzehren: Die Kombination Stärke und Fruchtsäure kann zu Gärungen führen. Obst sollten Sie deshalb separat oder als Vorspeise essen.
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