Aromastoffe: Nahrungsmittelzusätze
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Mal klingen Begriffe sehr wissenschaftlich, mal handelt es sich um Abkürzungen (zum Beispiel E 330, wohinter sich Zitronensäure verbirgt).
Diese so genannten Zusatzstoffe stammen in der Regel aus der chemischen Industrie und sollen den Nahrungsmitteln zu
- längerer Haltbarkeit (= Konservierungsstoffe)
- besserer Konsistenz (= Stabilisatoren und Emulgatoren, Füllstoffe)
- kräftigerer Farbe (= Farbstoffe)
- mehr Vitaminen und Mineralstoffen
- oder einem besseren Geschmack (= Geschmacksverstärker, Aromastoffe)
verhelfen.
Solche Zusatzstoffe müssen für die Lebensmittelherstellung zugelassen, das heißt unbedenklich sein.
Dafür müssen sie:
- technisch notwendig sein (etwa um eine gewisse Haltbarkeit zu garantieren oder weil sich die jeweilige Speise in der Nahrungsmittelindustrie anders nicht herstellen lässt
- den Verbraucher nicht täuschen (etwa indem sie den Eindruck erwecken, es seien mehr Früchte drin als es tatsächlich sind).
- gesundheitlich unbedenklich sein
Vom einzelnen Nahrungsmittel geht somit wohl keine Gefahr für Ihre Gesundheit aus. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit bezieht sich jedoch nur auf eine bestimmte Verzehrmenge pro Tag. Da die Mengen auf der Verpackung nicht angegeben sind, kann der Verbraucher sich am Ende keine Vorstellung davon machen, wie viel er nun tatsächlich zu sich genommen hat.
Das Risiko liegt also in der Summierung solcher Stoffe. Das heißt: Je mehr industriell gefertigte Nahrung Sie zu sich nehmen, desto mehr solcher Zuatzstoffe essen Sie auch. Zitronensäure etwa kann bei zu häufigem Konsum zu Zahnschäden führen. Schwefelverbindungen können den Darm angreifen.
Bei Zuckerersatzstoffen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, Säuerungsmittel wirken bei reichlichem Genuss abführend. Problematisch sind die Zusatzstoffe vor allem auch fürAllergiker.
Sie glauben, natürliche Aromen stammen aus den Früchten, nach denen sie schmecken? Irrtum, hier handelt es sich um eine Art Etikettenschwindel: Nach deutschem Lebensmittelrecht muss natürliches Aroma zwar in der Natur vorkommen, kann jedoch auch ganz anders erzeugt werden.
Statt mühsam etwa das Originalaroma teuer aus echten Früchten zu extrahieren, überlässt man es Bakterien und Pilzen, ähnlich schmeckende Substanzen in so genannten Fermentern zu erzeugen. „Produzent des Pfirsicharomas ist der hefeähnliche Pilz Sporobolomyces odorus. Der Bodenpilz Trichoderma viride macht Kokosnussaroma, der Baumpilz Trametes odorate sorgt für Anis- und Honigduft ..." heißt es im „Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" von Udo Pollmer und Susanne Warmuth.
Auch Sägespäne sorgen für naturidentische Aromastoffe. Die künstlichenAromen führen den Körper in die Irre, denn er „freut" sich auf Inhaltsstoffe, die gar nicht vorhanden sind. Beispiel: Sie essen einen Erdbeerjoghurt, der nach frischen Erdbeeren duftet. Ihr Organismus erwartet instinktiv bestimmte Inhaltsstoffe - zum Beispiel all die „Goodies" von echten Erdbeeren! -, die aber im „Industrie-Joghurt" gar nicht enthalten sind.
So ist etwa der Fruchtanteil im Joghurt verschwindend gering: „Starfrucht" von Zott soll beispielsweise nur 15 Gramm, „Landliebe" nur 10,8 und die Fruchtzwerge" nur 6 Gramm Erdbeeren pro 100 Gramm enthalten. Wobei es sich meist auch gar nicht um wirkliche Früchte handelt, sondern um maschinell behandeltes „Fruchtmaterial" - was auch immer wir uns darunter vorzustellen haben. „Landliebe" und „Fruchtzwerge" bieten auf 100 Gramm offenbar nur 0,1 Gramm Vitamin C und 0,02 Milligramm Mangan.
Wenn Sie sich einen naturbelassenen Joghurt selbst mit frischen Erdbeeren anrühren, bekommen Sie achtmal mehr Vitamin C und sechsmal so viel Mangan. Und einen Riesenzugewinn an Geschmack.
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