Aromastoffe: Allgemeines
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Ohne Aromastoffe und Geschmacksverstärker würden Sie viele Lebensmittel gar nicht essen
Da all diese „Bearbeitungsmaßnahmen“ bei vielen Verbrauchern auf Kritik stoßen, bemüht sich die Industrie, ihren Wünschen nachzukommen. Hightech und Zutaten werden immer dezenter und erscheinen „naturnäher“. Es wird nicht mehr mit der großen chemischen Keule gearbeitet, sondern es werden fein komponierte, quasinatürliche Zusatzstoffe eingesetzt, die frei sind vom Verdacht der Künstlichkeit. Naturidentisch werden sie zwar genannt, ihre eigentliche Herkunft ist aber belanglos geworden. Das gilt nicht nur für die Farbe der Lebensmittel, auch der Geschmack – das Aroma – ist das Ergebnis gezielt eingesetzter Aromastoffe.
Je stärker die Lebensmittel bearbeitet werden, desto mehr Aromastoffe müssen ihnen zugesetzt werden. Sind die Grundzutaten minderwertig – etwa wässrige Tomaten, geschmacklose Äpfel, industriell gemästeter Lachs, weiches, wässriges Schweinefleisch aus der Intensivmast –, müssen die hinzugefügten Aromastoffe dem Verbraucher vortäuschen, dass es sich um ein leckeres Lebensmittel handelt. Sie helfen zu verkaufen, was keinem sonst schmecken würde. Das Ergebnis: Etwa 15.000 Tonnen Aromastoffe werden in Deutschland jährlich eingesetzt, um 15 Millionen Tonnen Lebensmittel aufzupeppen. Jeder Bürger verspeist durchschnittlich 500 Gramm industriell aromatisierter Lebensmittel pro Tag.
Die Zusätze nutzen den Herstellern, denn sie
- fördern den Verkauf - etwa indem die Lebensmittel farblich „aufgehübscht“ werden;
- steigern den Umsatz durch „neue“ (und oft überflüssige) Produkte -Beispiel Energy-Drinks oder angereicherte Mineralwässer;
- können Qualitätsmängel überdecken wie ein unappetitliches Aussehen oder minderwertige Ausgangsprodukte;
- verbilligen und erleichtern die Produktion;
- machen Lagerung und Transport einfacher - etwa durch Konservierungsstoffe in Fertigsalaten;
- vergrößern das Volumen - etwa durch einen erhöhten Backmittelanteil bei Brot;
- lagern „schnittfest gemachtes“ Wasser ein wie in Wurst und reduzieren dadurch die Kosten für „echte“ Inhaltsstoffe.