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Resveratrol: Ein natürlicher Wirkstoff, der Ihr Leben verlängert

Der pflanzliche Wirkstoff mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen Resveratrol ist in größeren Mengen in den Schalen von Trauben und in Rotwein enthalten. Er wurde bereits vor 70 Jahren entdeckt, geriet dann aber bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit. Wissenschaftler der Harvard Medical School fanden in Tierversuchen heraus, dass der Organismus in Hungersituationen Überlebens-Gene mobilisiert, die mit ihrer hohen Zellschutzwirkung die Zellalterung verlangsamen. Weitere Forschungen ergaben, dass diese Überlebens-Gene im Wesentlichen durch Resveratrol aktiviert werden, und das nicht nur in Hungerzeiten.

Formel von Resveratrol

Wirkung:

Da Resveratrol sowohl wasser- als auch fettlöslich ist, bietet es wahrscheinlich einen deutlich höheren antioxidativen Schutz als andere Antioxidantien wie etwa die Vitamine C und E, die entweder nur wasser- oder fettlöslich sind.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Fähigkeit von Resveratrol, speziell die schädliche Veränderung (Oxidation) von LDL-Cholesterin verhindern zu können, die dazu führen würde, dass sich dieses Cholesterin in den Gefäßwänden einlagert.

Auf diese Weise kann ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Arteriosklerose und anderer ernsthafter Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimiert werden. Gleichzeitig wirkt Resveratrol einem Verklumpen der Blutplättchen entgegen und verbessert so deutlich die Fließeigenschaft des Blutes.

Durch die Aktivierung Sirtuine genannter Enzyme kann Resveratrol zusätzlich die Energieverwertung steigern. Das zeigte sich in der Mäuse-Studie daran, dass die übergewichtigen Tiere signifikant an Gewicht verloren hatten.

Außerdem ergaben verschiedene Versuchsreihen mit Zellkulturen im Labor, dass Resveratrol offenbar über eine abtötende Wirkung auf Krebszellen verfügt. Gesichert scheint inzwischen auch eine gewisse vorbeugende Wirkung gegen Krebserkrankungen, wie sie auch von anderen Polyphenolen, wie etwa den aus grünem Tee isolierten, bekannt ist.

Der Hauptwirkungsbereich von Resveratrol liegt jedoch nach heutigem Kenntnisstand in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Stärkung des Immunsystems durch seine hohe antioxidative Kapazität.

Die beste Resveratrol-Quelle: Rotwein

Viele Pflanzen enthalten zu ihrem Schutz Resveratrol, wobei rote Trauben die höchste Konzentration an Resveratrol aufweisen. Im Rotwein schwankt der Gehalt der schützenden Substanz zwischen 0,1 und 15 mg pro Liter, als Richtwert für französische und italienische Rotweine werden etwa 6mg pro Liter angegeben.

Demgegenüber enthält roter Traubensaft lediglich maximal 1,1 mg pro Liter, was in der Tatsache begründet ist, dass Resveratrol besonders gut in Alkohol löslich ist. Damit ist Rotwein tatsächlich die beste natürliche Resveratrol-Quelle, wobei es auch hier je nach Weinsorte deutliche Unterschiede in der Konzentration gibt. Besonders hohe Konzentrationen findet man vor allen Dingen in den Sorten Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon.

Weine aus biologischem Anbau zeigen dabei die besseren Werte gegenüber Weinen, die aus konservativem Anbau stammen. Da im biologischen Anbau die Pflanzen nicht mit Pestiziden und Insektiziden behandelt werden, benötigen sie besonders viel Resveratrol zu ihrem eigenen Schutz vor schädlichen Einflüssen und zeichnen sich daher durch einen besonders hohen Resveratrol-Gehalt aus.

Resveratrol stärkt die Gesundheit

  • Schutz vor aggressiven Sauerstoffradikalen (Antioxidans)
  • Verhinderung von Herz- und Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)
  • Hemmung des Tumorwachstums
  • Erweiterung der Blutgefäße (bessere Durchblutung)
  • Entzündungshemmung
  • Steigerung der Abwehrkräfte

Im Prinzip enthalten viele Pflanzen Resveratrol, neben Weintrauben beispielsweise Himbeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren oder Erdnüsse. Mit Abstand der beste Lieferant ist jedoch Rotwein. Im Gegensatz zu Weißwein wird bei ihm die Schale in der Maische mitvergoren. Dabei tritt das Resveratrol in den Wein über. Ein Liter Rotwein enthält bis zu 30 mg des Schutzstoffes, in Weißwein liegt der Gehalt in der Regel unter 1 mg/l.

Verringertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall

Weitere Versuche mit verblüffenden Ergebnissen schlossen sich an: So verlängerte Resveratrol die Lebensdauer von Fischen um 60 Prozent, die von Fliegen und Würmern um 30 Prozent und sogar Mäuse erfreuten sich einer um 25 Prozent längeren Lebenszeit. Eine viel beachtete Studie an Menschen zeigte, dass bei Testpersonen, die täglich anderthalb Gläser Rotwein tranken, die Konzentration von Fettperoxiden im Blut um 40 Prozent abnahm. Fettperoxide sind entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte, die die Arterien schädigen können.

Resveratrol regt zudem die Synthese von Stickstoffmonoxid an, einer Verbindung, die Blutgefäße erweitert und Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugt. Zudem hat es eine schwach blutverdünnende Wirkung und verhindert die Bildung von Blutgerinnseln, ein Risikofaktor bei Arteriosklerose. In Tierversuchen erhöhte Resveratrol die Überlebenschancen sowohl bei Herzinfarkt als auch bei Schlaganfall signifikant.

Resveratrol reduziert das Krebsrisiko

Eine Durchsicht der aktuellen medizinischen Literatur ergibt, dass bei bisher 18 Krebsarten eine vorbeugende Wirkung von Resveratrol nachgewiesen werden konnte. Darunter befinden sich Lungen-, Darm-, Haut-, Leberund Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Resveratrol bei Diabetes und Alzheimer

Im Tierversuch wirkte Resveratrol blutzuckersenkend, indem es die Glukose aus dem Blut in die Zellen transportierte. Zudem linderte es diabetesbedingte Nervenschmerzen in den Beinen und Füßen. Ebenfalls im Tierversuch konnten mit Resveratrol-Gaben die für Alzheimer typischen Gehirnschädigungen vermindert werden.

In einer Studie der Marywood-University in Scranton in den USA erhielten 90 Testpersonen ein Resveratrol enthaltendes Nahrungsergänzungsmittel und wiesen anschließend ein besseres Erinnerungsvermögen sowie eine kürzere Reaktionszeit auf als vorher.

Lebensmittel mit großen Mengen Resveratrol

  • Weintrauben der Sorten Pinot Noir, Merlot, Grenache, Cabernet Sauvignon sowie Tempranillo haben den höchsten Gehalt an Resveratrol und anderen Polyphenolen. Empfehlung: Trinken Sie täglich einen drittel bis halben Liter Traubensaft (achten Sie auf den Zuckergehalt).
  • Granatapfelsaft enthält Resveratrol und andere Antioxidantien. Trinken Sie täglich 150 ml davon.
  • Grüner Tee beinhaltet neben Resveratrol auch andere Polyphenole, darunter zum Beispiel das wertvolle Epigallokatechingallat (EGCG), das zusätzlich entzündungshemmend und antibakteriell wirkt (empfohlene Tagesmenge: drei Tassen). Bevorzugen Sie den koffeinhaltigen Grüntee. In entkoffeiniertem grünen Tee ist nur noch ein Bruchteil des Resveratrols.
  • Dunkle Schokolade enthält hochwirksame Polyphenole. Bevorzugen Sie ungesüßte oder halbgesüßte Sorten mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil (täglich einen Riegel, ca. 20 bis 25 Gramm).
  • Blaubeeren sind reich an Polyphenolen. Essen Sie 30 Gramm frische oder gefrorene Blaubeeren täglich.
Resveratrol-Gehalt in Lebensmitteln (pro 100 g bzw. 100 ml)
Trauben und Wein
Rotweinbis 3 mg*
Trauben, frischbis 0,4 mg
roter Traubensaftbis 0,1 mg
Weißweinbis 0,1 mg
weißer Traubensaftbis 0,02 mg
Zum Vergleich
Erdnussbutterbis 0,05 mg
bis 0,05 mg Heidelbeerenbis 0,01 mg
Himbeerenbis 0,01 mg
Preiselbeerenbis 0,01 mg
* stark abhängig von Rebsorte und Herkunft

Nehmen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel

Resveratrol als Nahrungsergänzungsmittel gibt es von verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Preislagen. Bevorzugen Sie Produkte, die Trans-Resveratrol enthalten, da sie die Überlebens-Gene besonders gut aktivieren (empfohlene Tagesdosis: 250 bis 500 mg).

Risiken und Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Da jedoch die Langzeitwirkung bisher bei Menschen nicht untersucht ist, sollten Sie eine Tagesdosis von 40 mg nicht überschreiten. Zum Vergleich: Mit der Nahrung nehmen Sie durchschnittlich 0,5 bis 2 mg Resveratrol pro Tag auf.

Achtung: Im Handel sind auch so genannte „Rotwein-Tabletten“. Diese enthalten jedoch in der Regel kein Resveratrol, sondern Anthocyane (rote Farbstoffe des Weins) – und die in deutlich geringeren Mengen als z. B. in 200 ml Traubensaft. Der ist dafür aber viel preiswerter. Auch Traubenkerntabletten enthalten kein Resveratrol.

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Alte Kommentare
  • Micha schrieb am 13.12.2010, 19:56 Uhr

    Séhr guter Beitrag. Hier ist dazu das Produkt Nr. 1 weltweit : Eternity von der Firma SISEL.

  • Dr Eckehard A Hilf schrieb am 13.12.2010, 23:26 Uhr

    Es wäre interessant zu erfahren, welche auf dem Markt angebotenen Mitteln (wie) wirksam sind. Z.B. Dr.Hittich bewirbt ständig ein resveratrolhaltiges Präparat "OPC Plus" oder "OPC Premium". Was ist davon zu halten?

  • Gudrun Bentley schrieb am 14.12.2010, 08:10 Uhr

    Sehr geehrte Herr Dr. Kowertz, kann man anstatt Schokolade auch ungesüßten Kakao essen, und wenn ja, welche Menge pro Tag ist sinnvoll? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen G. Bentley

  • Matzdorff Renate schrieb am 14.12.2010, 20:44 Uhr

    Fortsetzung meines Kommentars: 2. in einer Ihrer Gesundheitsbriefe wird darauf hingewiesen, dass die Reseratol-Studien durch die Weinhersteller initiiert sind. Es gibt halt - wie überall - mindestens 2 Meinungen. Viele Grüße R.Matzdorff

    • Weisensee antwortete am 15.12.2010, 21:07 Uhr

      Hallo Frau Matzdorff, diese, Ihre Meinung ist absolut falsch. Gehen Sie einmal auf www.pubmed.com und geben Sie Resveratrol ein. Es gibt hierzu über 3600 wissenschaftliche Untersuchungen und Veröffentlichungen, die mit den von Ihnen angesprochenen Studien der Weinhersteller nicht das Gerinste zu tun haben. Nähere Infos sende ich gerne zu Kontakt unter wsvltd@gmx.de