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Bier: Dickmacher oder Wundersaft?

Bier gilt mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von über 100 Litern als das liebste alkoholische Getränk der Deutschen. Grund genug, der Frage nachzugehen, ob Bier nicht außer seinen Wirkungen auf Gemüt und Gewicht für die Gesundheit Positives vorweisen kann. Es gibt Hinweise, die das schlechte Gewissen von Bier-Liebhabern beruhigen.

Anders als im Mittelalter stellt Bier heute kein Grundnahrungsmittel dar. In Zeiten der Not und Nahrungsmittelknappheit galt sein Energie- bzw. Kaloriengehalt als Segen. Heute ist aus dem Segen überwiegend eine Plage geworden. Viele Zeitgenossen mit wollen mit „Light“-Bieren und Ähnlichem entgegenwirken.

Die gesellige Umgebung, in der man Bier genießt (Stammkneipe, Stammtisch oder Biergarten) fördert die geistige Leistungsfähigkeit. Soziale Aktivitäten wirken dem geistigen Leistungsabbau entgegen. Dies geschieht insbesondere, wenn sie mit Humorvollem angereichert sind. Und mit Humor geht der Bier-Genuss in vielen Fällen einher.

Von wegen ein Dickmacher

Maßvoller Bier-Genuss fördere angeblich die Herzkranzgefäße und Knochen. So hieß es im vergangenen Oktober auf einem internationalen Bier- und Gesundheits-Kongress in Madrid. Nach einer Auswertung von mehreren Untersuchungen wirkt Bier in Maßen ebenso wie Rotwein positiv auf Herz, Hirn und Gefäße („European Journal of Epidemiology“). Spanische Wissenschaftler stellten fest, dass in Rotwein und Bier Resveratrol enthalten ist. Dieses Phenol schützt die Gefäße.

Untersuchungen von belgischen Wissenschaftlern um Dr. Amandine Everard („Université catholique de Louvain“) legen nahe, dass Bier ebenso wie Blut und Rotwein ein besonderer Saft ist. Bier mache schlank und entgifte, melden die Bier- und Hopfen-Forscher in der renommierten Fachzeitschrift „PlosOne“. Bislang handelt es sich um tierexperimentelle Forschung. Klinische Studien mit Menschen fehlen noch.

Hopfen wirkt antientzündlich

Die belgischen Wissenschaftler untersuchten Inhaltsstoffe des Hopfens (Humulus lupulus L). Bekanntlich wirken einige dieser Inhaltsstoffe antientzündlich. Bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und starkem Übergewicht spielen entzündliche Prozesse eine Rolle. Aus diesem Grund untersuchten die Forscher, ob Substanzen im Hopfen den Stoffwechsel von Fettzellen und den Metabolismus von Zucker (Glukose) beeinflussen.

Sie bestätigten die Annahme. In ihren Untersuchungen stellte das Team um Everard bei fetten, zuckerkranken Mäusen fest, dass die im Hopfen enthaltenen Tetrahydroiso-alpha-Säuren (META060) zu einer Gewichtsreduktion führten. Des Weiteren wirkten sie der Vermehrung von Fettgewebe und einer Glukose-Stoffwechselstörung entgegen. META060 erhöhte den Blut-Spiegel einer antientzündlichen Substanz (Zytokins Interleukin 10) und erniedrigte den einer entzündungsfördernden Substanz.

Malaria durch Biergeruch

Die belgische Brauereiwirtschaft unterstützte die Arbeit nicht. Stattdessen förderte das kalifornische „Functional-Food“-Unternehmen Metagenics die Untersuchungen. Metagenics ist auf Produkte zur „metabolischen Entgiftung“ spezialisiert.

Die wissenschaftlichen Daten zu den positiven Wirkungen auf die Gesundheit überzeugen noch nicht. Zudem locke die typische Bierfahne Malaria-übertragende Moskitos an. Das berichteten französische Wissenschafter in dem Fachblatt „PlosOne“.

Die positiven Wirkungen des Biers

  • regt den Appetit an
  • ist leicht verdaulich
  • nährt
  • ist gut für Haut und Haare (von innen)
  • wirkt harntreibend
  • fördert den Schlaf
  • baut Stresserscheinungen ab
  • beruhigt
  • regt die Verdauung an
  • hebt die Stimmung
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