Ernähren Sie sich ausgewogen – und antioxidantien-reich

unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson in Täglich Gesund
vom


von unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson

Haben Sie die Neuigkeiten gehört? Sie können jetzt damit aufhören, über Antioxidantien nachzudenken. Vergessen Sie sie einfach. Das ist der Rat sogenannter "Experten", geht man nach einem Artikel der Associated Press (AP). Der Artikel ist überschrieben mit "Experten drängen darauf, weniger Wert auf Antioxidantien zu legen." Er beginnt mit der Frage: "Sind Sie es auch leid, sich auf dem Laufenden über all das Super-Essen zu halten, von dem Sie sich ernähren sollten?"


Die Frage unterstellt, dass unsere armen, laienhaften Gehirne erschöpft davon sind, dass wir uns so viele Gedanken über Gesundheit und Ernährung machen. Oh, gäbe es nur einige Experten, die uns einige übermäßig einfache Ratschläge erteilen würden!

Lassen Sie uns einfach einmal behaupten, dass die Verbraucher so viel über die gesundheitlichen Vorteile von Antioxidantien gehört haben, dass wir alle schon antioxidantien-verrückt sind. Das ist die Eingangsvoraussetzung dieses AP-Artikels. Zum Beispiel ist es so, dass die Verkaufszahlen von Marmelade in den Keller gegangen sind, aber die Verkaufszahlen von eingemachten Blaubeeren angestiegen sind. Das wird als Beispiel dafür gesehen, dass die Verbraucher von den Medienkampagnen über Antioxidantien beeinflusst werden. Das Ergebnis: Wir essen alle wie verrückt eingemachte Blaubeeren (zumindest scheint es so).

Aber laut des Artikels der AP ist das nicht gut. Uns wird gesagt, dass die Experten nicht genug darüber wissen, wie Antioxidantien arbeiten, um eine antioxidantienreiche Ernährung zu empfehlen.

Einer der Experten macht sich Sorgen (der Arme!), dass der Hype um die Antioxidantien den Verbrauchern ein falsches Gefühl von Sicherheit geben. Er gibt ein Beispiel: Sie essen eine Hand voll Mandeln, weil Sie gehört haben, dies sei gut für Ihr Herz. Aber – so betont er – eine Hand voll ist nicht ausreichend für bei einer Ernährung vollgestopft mit gesättigten Fettsäuren.

Äh – wer sagt, dass sie das ist? Und ist das ein guter Grund, keine Mandeln zu essen? Immerhin sind sie trotz alledem gut fürs Herz.

Dann passiert etwas Überraschendes. Nach der Hälfte des Artikels stolperte ich über folgende Frage: "Wie sollten die Menschen also Antioxidantien in ihre Ernährung integrieren?"

Was ist das schon wieder? Haben uns die Experten nicht gerade gesagt, wir sollten uns bei unserer Ernährungsauswahl NICHT auf Antioxidantien konzentrieren? Was soll das also heißen – das Antioxidantien tatsächlich gut sind? Haben die Experten uns nicht gerade gesagt, dass wir noch nicht genug darüber wissen, wie sie tatsächlich arbeiten?

Der Artikel beantwortet seine eigene Frage, wie man genügend Antioxidantien in seiner Ernährung unterbringt, mit diesem Ratschlag: Denken Sie in großen Zusammenhängen. Ernähren Sie sich vielfältig und von Vollkornprodukten, so ein Experte. Und das ist tatsächlich eine gute Idee. Wenn Sie verrückt nach Antioxidantien geworden sind und ihre Ernährung auf Antioxidantien ausrichten wollen, sollten Sie genau das tun.

Der Artikel endet mit diesem Ratschlag, quasi als P.S.: Bemühen Sie sich um eine ausgewogene Ernährung und "hängen Sie sich nicht an Einzelheiten auf."

Mit anderen Worten: Wir sollten unsere hübschen kleinen Köpfe nicht über das zerbrechen, was wir nicht verstehen. Das sollten wir den Experten überlassen!


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Kommentar von Ilse Schmeller

Zur ausgewogenen Ernährung: Ich kriege schon die Krise, wenn ich diese ewig geheiligten Wörter nur höre : ALLES GUT- aber nur bei ausgewogener Ernährung. Alles andere ist Humbug, alles andere ist schlecht, sinnlos und sogar schädlich. Der baldige Tod ist unausweichlich. Meine Güte- wieviele Menschen haben denn schon die Chance, die Zeit, die Mittel und die Gelegenheit , sich 100%ig AUSGEWOGN (???ja echt, wat ist das nu eigentlich wirklich???) zu ernähren. Wie haben die vergangenen Generationen nur überhaupt überlebt? Ohne ausgewogene Ernährung? Wie überleben Millionen Menschen in Großstädten, in den hintersten Bergdörfern, in slums und afrikanischen Steppen. Eigentlich unmöglich. Hier wird ein Begriff verherrlicht und geheiligt, der das nicht verdient, meiner Meinung nach. Klar, soweit es geht,sollte man frischen Salat statt Essiggurken aus dem Glas und ein frisches Ei statt Eierpulver verzehren. Aber vielleicht gibt es auch Menschen, die diese ausgewogene Ernährung aus Krankheitsgründen (Magen, sonstige Verdauungsprobleme, Stoffwechselprobleme) gar nicht vertragen?? Man sollte aufhören, allen nicht ausgewogenen Ernährern ein schlechtes Gewissen aufzuzwingen.Das bringt nix.Was nicht geht- geht nicht Oder nur bedingt. SOOOO ein Wundermittel ist AE auch wieder nicht- ich weiß es, auch wieder aus eigener EWrfahrung.

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