Erlauben Sie sich kleine Fluchten
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 30. Oktober 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
seien Sie bei Ihrer Ernährung nicht zu streng mit sich und verbieten Sie sich nicht alles, was Ihnen Freude bereitet. Die kleinen "Alltagsversüßer" - zu denen auch Kaffee und Tee gehören - verschaffen Ihnen beispielsweise kleine Fluchten und Lustgefühle, die Sie brauchen, um gesund zu bleiben. Damit stabilisiert sich auch Ihr Immunsystem. Die Fachzeitschrift "Psychologie heute" analysiert sogar: "Auch wenn es frivol in den Ohren der Gesundheitserzieher klingen mag: Viele Alltagsdrogen haben eine präventive Wirkung, weil sie den Menschen kleine Inseln der Entspannung und des Lebensgenusses bieten, aber ihnen auch ermöglichen, dem Leistungsdruck und dem Stress standzuhalten, dem sie ausgesetzt sind."
Den Menschen die kleinen Sünden abgewöhnen zu wollen - und sei es auch "um der Gesundheit willen" - ist unrealistisch und auch nicht sehr nett. Denn es reduziert sie auf die reine Willenskraft und Selbstbeherrschung und löst damit Stress aus, der die Abwehrkraft des Körpers schwächt und anfälliger für Krankheiten macht. Auch wenn Sie sich ständig als Versager fühlen, weil Sie sich nicht beherrschen können, tun Sie Ihrer Gesundheit nichts Gutes.
Eine radikale Umstellung der Ernährung à la „Ab morgen nie wieder Schoko!" oder „Ab morgen nur noch Grünzeug!" führt sehr selten zum gewünschten Erfolg. Essen ohne Spielräume ist immer zum Scheitern verurteilt. Starre Grenzen erfordern eine starke willentliche Kontrolle und können im Alltag kaum eingehalten werden. Es kommt zu einer Art Deichbruch, bei dem alle guten Vorsätze über Bord geworfen werden. Im schlimmsten Fall kommt es zu Fress-Attacken, die im Wiederholungsfall zu Essstörungen führen können. Je länger Sie die selbst verbotenen Lebensmittel entbehren, um so mehr werden Ihre Gedanken darum kreisen. Chips, Schokoriegel, Schnitzel oder das Glas Wein besetzen Ihr Denken. Je mehr Stress Sie ausgesetzt sind, umso schwieriger wird die Lage.Dazu bekommen Sie Schuldgefühle. Entscheidend ist, wie Ihre Langzeitbilanz aussieht, was Sie in Wochen, Monaten und Jahren um Durchschnitt essen. Deswegen ist es völlig sinnlos, wenn Sie sich kleine Genüsse verbieten, die eine wichtige Quelle für Ihre Lebensqualität oder Lebenszufriedenheit darstellen. Das bringt auch Ihr Körpergewicht nicht wirklich in Gefahr.
Dagegen kann das genussvoll geschlemmte Stück Schwarzwälder Kirschtorte, das kühle Bier an einem heißen Sommerabend, das gut gebratene Steak, in das Sie herzhaft hineinbeißen, zur Medizin für Körper und Nerven werden. Denn das, was Ihnen Freude bereitet, macht Sie zu allererst einmal gesund. Nur das Übermaß ist schädlich.
Wie sehen Sie das?
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von BLAHA Werner (30.10. 2009 08:38 Uhr):
Einen schoenen guten Morgen, Fr. Schneider ! Diesem Beitrag stimme ich voll und ganz ueberein. Der Mensch soll sich auch was goennen, ueberhaupt wenn er sonst brav arbeitet. Ein Glaserl Wein oder ein kuehles Bier und ein gutes Essen dazu. Ich halte ueberhaupt nichts von Vegetariern bzw. Veganern, diesen Menschen fehlen auf laengere Sicht gesehen wichtige Naehrstoffe. Am besten, sage ich, ist eine gesunde Mischkost. Natuerlich soll man nicht maßlos schlemmen und trinken, die richtige Dosis ist entscheidend. Ich wuensche Ihnen alles Gute und freue mich auf Ihre emails, es sind viele interessante Sachen dabei. Herzliche Gruesse Werner BLAHA Untersiebenbrunn Niederoesterreich
Antworten - Kommentar von Walter Hanson (30.10. 2009 09:16 Uhr):
Es ist gut zu wissen das die Balance des Menschen wichtig ist, und Liebe- Verstaendnis und Mitgefuehl mehr helfen,als stress und agressionen. Verstaendnis der Gefuehle des Anderen mit einbeziehen in die Behandlung. Es ist schoen, dass es SIE gibt, Frau Dr.
Antworten - Kommentar von Anneliese Reinhardt (30.10. 2009 10:04 Uhr):
Gilt das auch für Rauchen? Ich möchte meinen Mann dazu bewegen aufzuhören. Er sagt nur, er schafft das nicht. Ich merke richtig, wie unruhig er da wird.
Antworten - Kommentar von Bergmann Karl (30.10. 2009 10:12 Uhr):
Hallo,ja diese kleinen Sünden sind es absolut wert begangen zu werden.Ich habe dies am eigenen Körper erlebt,obwohl ich dies und jenes nicht essen sollte,habe ich es ab und zu gerne getan,und mache es immer noch.Wichtig dabei finde ich das richtige Denken.Mit vollem Genuss und viel Zeit diese sog. Sünde zu zelebrieren,das Erleben und Spüren,alle Sinne aktiv einbringen das ist Genuss und trägt viel zur Gesundheit bei.Das Leben ist wunderschön,man muß es nur aktiv leben,ich liebe es. Mfg Bergmann Karl
Antworten - Kommentar von Karin Brüske Stern (30.10. 2009 14:34 Uhr):
Bin ganz Ihrer Ansicht. Man muss effektiv auf gesunde Nahrung achten, aber nichts uebertreiben, alles mit Mass und Ziel. Aber so kleine Fluchten sind ab und zu unbedingt notwendig, man hat dann noch mehr Freude daran wenn man sich belohnt, zudem der Koerper verlangt wirklich manchmal danach.
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- Kommentar von ufurk (30.10. 2009 17:22 Uhr):
Dies kann ich nur bestätigen. Alles was man übertreibt, ist nicht gut. Bin von einem Gewicht 96 Kilo bei einer Körpergröße von 168 auf 60 Kilo gekommen. Dieses Gewicht will ich behalten. Dies bedeutet schon Kampf gegen sich selbst. Ohne Willenskraft kann man im Leben ohnehin nicht bestehen.
Antworten - Kommentar von Hiltraud Block (30.10. 2009 18:06 Uhr):
Guten Abend,Frau Schneider,dieser Meinung kann ich mich voll und ganz anschließen .Es ist doch schon lange bekannt, daß diese Asketen meist mies gelaunt sind und auch Mangelerscheinungen aufweisen und auch nicht länger leben,aber eher welken! Herzliche Grüße Hiltraud Bock
Antworten - Kommentar von Elvira Fischer (30.10. 2009 23:11 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, vorab erst einmal vielen Dank für die interessanten Gesundheitsnewsletter. Zu ihrem Artikel über die kleinen Sünden, da kann ich nur zustimmen, weil es frustrierend ist sich alles verkneifen zu wollen. Wichtig ist, dass die kleinen Sünden wirklich klein bleiben, dann steckt der Körper das meistens einigermaßen gut weg. Natürlich wäre es schön, wenn ich ein paar kilo weniger wiegen würde. Im Sommer, wenn ich genug Fahrrad fahren kann klappt das ja auch ganz gut. Nur im Winter nimmt man dann leider wieder zu. Aber Süßigkeiten verbiete ich mir nie mehr strickt. So bleiben die Frustessen, wie eine Tafel Schokolade auf einen Sitz verkonsumieren aus. Statt 100,5 schwankt mein Gewicht jetzt zwischen 84 und 86 kg. Mal sehen ob ich noch ein paar davon wegkriege. Allerdings habe ich noch eine andere Frage. Die Tochter meiner Chousine und eine Freundin leiden an Fibromyalgie. Sie fühlen sich beide von den Ärzten nicht ernst genommen. Kann man diesem Problem vieleicht mit natürlichen Mitteln beikommen? Können sie da ein paar brauchbare Tipps geben? Mit freundlichen Grüßen Elvira Fischer
Antworten - Kommentar von Lesko Carla (31.10. 2009 13:29 Uhr):
Ich kann nur sagen genau richtig,es kann niemand auf die Dauer was man gern hat verzichten,nur weniger von dem.
Antworten - Kommentar von Gabriele Skarda (31.10. 2009 20:32 Uhr):
Liebe Fr. Schneider, wie recht Sie haben mit Ihrem Artikel über die kleinen Sünden ! Obwohl ich vor einigen Jahren einen herzinfarkt hatte, gönne ich mir doch hier und da meine geliebte Entspannungszigarette und trinke ein Glas Wein, weil das für mich ein Stück Lebensqualität bedeutet. Und diese Lebensfreude ist wichtig zur Gesundung und noch wichtiger für eine ausgeglichene Psyche. In diesem Sinne alles Gute Ihre Gabriele Skarda
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- Kommentar von Lilo Vollert (03.11. 2009 22:05 Uhr):
Jaaaaa, ich bin absolut mit diesen kleinen Fluchten einverstanden, denn gerade sie sind es, auf die wir uns freuen und die wir spontan so sehr geniessen und gluecklich sind, was, wie Sie richtig beurteilen, positiv fuer die Gesundheit ist!! Danke fuer Ihren Artikel!!
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