Entdecken Sie die unbekannte Seite des Kalziums
Dr. Michael Spitzbart in Täglich Gesund zum Thema Kalzium
vom 5. September 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Die Hauptaufgabe von Kalzium in Ihrem Körper ist bekannt: 99 % dieses Vitalstoffs werden in den Knochen und Zähnen eingelagert. Es sorgt hier dafür, dass diese stabil bleiben, Sie nicht unter Osteoporose leiden und Ihre Zähne nicht brüchig werden. Lassen Sie uns heute das restliche eine Prozent genauer anschauen, denn es übernimmt in Ihrem Körper vielfältige Aufgaben. Für die Übertragung von Nervensignalen und die Erregung von Nerven ist Kalzium genauso entscheidend wie für die Ausschüttung von Hormonen. Darüber hinaus ist es verantwortlich für
- einen stabilen Herzrhythmus,
- eine gute Muskelarbeit,
- die Freisetzung von Botenstoffen,
- die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts in den Körperzellen,
- eine funktionierende Blutgerinnung.
Mit Kalzium schützen Sie sich effektiv vor erneuten Darmpolypen
Wissenschaftler der University of Buffalo in den USA haben im Jahr 2005 alle bis dahin erstellten Kalzium-Studien ausgewertet. Diese Studien umfassten nicht nur die Aktivität von Kalzium beim Knochenaufbau, sondern auch Nachforschungen zu seinen weiteren Funktionen. In dieser so genannten Meta-Studie konzentrierten sich die Forscher auf die Patienten, die schon unter einer Vorstufe von Darmkrebs litten. Bei all diesen Teilnehmern der unterschiedlichen Studien sind Polypen gefunden worden, aus denen sich häufig Darmkrebs entwickeln kann. Während der Dauer der Studien bekamen die Patienten nach Entfernung der Polypen ein Kalziumpräparat. Die Forscher stellten fest, dass sich bei denjenigen, die 1 bis 1,2 g Kalzium pro Tag erhielten, das Risiko für das Auftreten eines erneuten Polypen und damit das Risiko für Darmkrebs um 20 % reduzierte. Der Grund dafür ist allerdings noch nicht genau geklärt.
Die heutige Ernährung ist ein Grund für Kalziummangel
Obwohl Kalzium so wichtig für die Gesundheit ist, leiden heutzutage mindestens 60 % aller Deutschen unter einem Kalziummangel. Sie nehmen nur rund 700 mg Kalzium pro Tag zu sich - das liegt weit unter der Tagesdosis von 1.000 bis 1.200 mg, die ich meinen Patienten empfehle. Hinzu kommt, dass der Anteil an phosphathaltigen Lebensmitteln bei uns immer mehr zunimmt. Das Problem daran: Phosphat entzieht Ihrem Körper das wichtige Kalzium und verstärkt den Mangel noch. Phosphathaltige Lebensmittel sind unter anderem Cola-Getränke und Schmelzkäse.
Achten Sie ab 60 besonders auf Ihre Kalziumzufuhr
Wenn Sie über 60 Jahre alt sind, haben Sie schnell einen Kalziummangel. Das liegt daran, dass sich die Kalziumaufnahme im Darm verändert und weniger Kalzium aus der Nahrung tatsächlich von Ihrem Körper verwertet werden kann. Ihr Kalziumbedarf ist außerdem größer, weil der Knochenabbau schneller voranschreitet. Um den Knochenneubau optimal zu unterstützen, ist daher auch mehr Kalzium nötig.
So versorgen Sie sich ausreichend mit Kalzium
Wenn Sie Kalzium über Ihre Ernährung zu sich nehmen wollen, geht das am besten über Milchprodukte. Hüttenkäse, Quark und Emmentaler enthalten beispielsweise viel Kalzium. Aber auch grünes Gemüse ist reich daran. Vor allem Löwenzahn und gekeimte Kresse haben ein gutes Kalzium-Phosphat-Verhältnis.
Zusätzlich müssen Sie für eine optimale Versorgung zwei bis drei Portionen Gemüse zu sich nehmen.
In diesen Fällen müssen Sie Kalzium ergänzen
Manchmal reicht eine Kalzium-Versorgung allein über die Nahrung nicht aus. Das ist der Fall, wenn Sie
- nur wenig Milchprodukte zu sich nehmen,
- geringe Mengen Gemüse essen,
- über 60 Jahre alt sind,
- Kortisonpräparate, Säureblocker, Abführmittel oder Schilddrüsenhormone einnehmen,
- viel schwitzen, zum Beispiel beim Sport,
- rauchen,
- unter einer Darmkrankheit leiden.
In diesen Fällen empfehle ich Ihnen, Ihren Kalziumbedarf zusätzlich durch ein Nahrungsergänzungsmittel zu decken.
So wählen Sie das richtige Kalziumpräparat aus
Nehmen Sie auf keinen Fall Kalziumphosphat zu sich, wenn Sie Ihren Kalziumbedarf durch ein Präparat decken müssen. Wie Sie am Namen schon erkennen, enthält es Phosphat. Sie würden also die Substanz, die Ihnen Kalzium raubt, direkt zuführen. Auch Kalziumkarbonat kann ich Ihnen nicht empfehlen. Um es aufzunehmen, brauchen Sie viel Magensäure. Das kann bei Ihnen Sodbrennen auslösen.
Sie können Ihren Körper optimal mit einem Kalziumzitrat-Präparat versorgen. Aus dieser Zusammensetzung kann Ihr Körper das Kalzium sehr gut aufnehmen. Zudem ist es in der Lage, überschüssige Säuren im Körper zu binden. So schützt es Sie gleichzeitig vor Übersäuerung und Osteoporose. Kalziumzitrat erhalten Sie als Pulver in der Apotheke für monatlich rund 10 €. Ein gestrichener Teelöffel sind rund 250 mg Kalzium. Mit vier Teelöffeln, über den Tag verteilt, decken Sie so einfach Ihren Bedarf.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernhard Glesser (05.09. 2011 19:04 Uhr):
Milchprodukte für Kalziumaufnahme ist meines erachtens und wissens nicht für den menschlichen Körper geeignet. Wird nicht gut für den Knochenbau verarbeitet. Enttäuscht mich, dass so alte Weisheiten noch veröffentlicht werden. Sesam z.B und Bewegung ist wichtig. MfG. Bernhard Glesser
Antworten - Kommentar von Karl Heinz Stenzel (05.09. 2011 19:41 Uhr):
Die 99% Kalzium die in Knochen und Zähnen abgelagert werden sind dort ja nicht fest für immer. Vielmehr ist es so, das die Knochen aktiv am Stoffwechsel teilnehmen und bei Bedarf wieder Kalzium freisetzen. Milch und Milchprodukte als Kalziumlieferanten zu favorisieren halte ich für sehr bedenklich. Der Anteil an Galaktose ist für den Menschen nur in den ersten 6 Monaten verwertbar. Später fehlt Ihm das Enzym, um die Galaktose in Glukose umzuwandeln und zu verwerten. Im übrigen trinkt die Kuh nicht den ganzen Tag Milch, sondern bezieht das Kalzium für die Milch aus allem Grünen,das sie frisst. Die übermäßige Kalziumzufuhr schützt im übrigen nicht vor Osteoporose.Studien in den USA, Kenia der Schweiz haben das bewiesen.
Antworten - Kommentar von Kathy (09.09. 2011 23:50 Uhr):
Ich stimme den Kommentaren vollkommen zu. Hier werden "alte Schätzchen" wieder aufgewärmt und zur Verdummung genutzt. Entschuldigung für die harte Worte, aber anders kann ich es nicht mehr nennen. Unsere "Alten" essen so viel Milchprodukte, wie noch nie zuvor. Trotzdem haben wir so viel Osteoporose - nicht nur bei Frauen - wie noch nie zuvor. In Asien haben damit Frauen auch nach der Menopause keine Probleme. Sie essen entweder sehr wenig Milchprodukte oder gar keine. Lt.. neuesten Untersuchungen, am wichtigsten ist neben dem Kalzium das Vitamin D. Nicht aus Tabletten, da diese der Körper nicht verwerten kann. Also ein bißchen Sonne ist gar nicht so schädlich, wie es uns sonst so sorgfältig eingetrichtert wird. Zusätzliche Kalziumaufnahme von 1000-1200 mg halte ich für zu hoch angesetzt. Bei fehlendem Vitamin D3 wird daraus zusammen mit Cholesterin eine schöne Arterienverkalkung. Außerdem macht mir zunehmend Sorge die rasante Zunahme an künstlichen Hüften, die heutzutage so viele Menschen bekommen müssen. Ob diese zwei Tatsachen miteinander zu tun haben, kann ich als Laie nicht beurteilen, gibt aber einem zu denken. Übersäuerung ist sicherlich der Punkt an dem wir arbeiten müssen. Dann gäbe es nur halb so viele Herzinfakte, Schlaganfälle und poröse Knochen.
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