Eisenmangel bei Frauen hat viele Gründe
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Eisenmangel
vom 29. April 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Eisenmangel trifft selten Männer, fast immer nur Frauen. Unter ihnen sind besonders die, die Sport treiben, betroffen. Aber warum ist das so? Das möchte meine Leserin Annegret E. wissen.
Frauen leiden eher unter Eisenmangel, da sie mit der Menstruation jeden Monat Blut und damit auch viel Eisen verlieren. Hinzu kommt eine mangelnde Eisenaufnahme über die Ernährung.
Jeder Sportler hat darüber hinaus einen größeren Eisenbedarf - so kommt es gerade bei Frauen zu einem noch größeren Mangel. Schuld ist aber auch ein Phänomen, dass häufig bei Sportlern beobachtet wird: Die so genannte Läuferhämolyse. Dies ist eine Deformierung der roten Blutkörperchen. Auch diese sorgt für einen Mangel des wichtigen Minerals.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rudi Kron (29.04. 2010 16:31 Uhr):
Warum empfiehlt die Frau Doktor nicht wie man dem Eisenmangel unter den gegebenen Umständen entgegen wirken kann? Die information ist wertlos.
Antworten - Kommentar von Dr M Wurmehl (30.04. 2010 00:51 Uhr):
Liebe Frau Kollegin Hübner, das, was Sie über Eisen schreiben, ist zwar nicht falsch, aber ungenügend: dass SportlerInnen meist unter Eisenmangel und den dazu gehörenden Symptomen leiden, kommt einerseits von einem erhöhten Bedarf auch im intrazellulären Zellstoffwechsel, aber vorallem kommt der Mangel zustande durch eine verminderte Resorption aus der Nahrung, denn durch körperliche Anstrengung wird in der Leber ein Stoff Hepcidin gebildet und in Makrophagen der Darmschleimhaut gespeichert, der die Resorption während ca. 2 Tagen blockiert! Somit wird durch Sport noch weniger Eisen aufgenommen, was nebst dem unterschiedlichen Gehalt eizelner Lebensmittel und blockierenden Stoffen in anderen Nahrungsmitteln zu einem echten Problem werden kann! Dann helfen nur Eiseninfusionen, dh. Eisen auf direktem Weg ins Blut! Solche Infusionen, z.B. mit Ferinject oder Venofer, sind auch bei Frauen mit einem Eisenmangelsyndrom Therapie der Wahl, denn Eisentabletten werden allgemein schlecht vertragen, nur sehr wenig davon resorbiert Nahrungsmittel, Hepcidin und müssten über 1-2Jahre eingenommen werden, damit der Blutspiegel auf einen annähernd akzeptablen Ferritinspiegel von mindestens 100 nmol/l resp. die Frau zu Beschwerdefreiheit kommt. Für Männer gilt ein Wert von 100-300 als normal. Optimal wäre also ein durchschnittlicher Wert von 200. Solche Werte messe ich bei Männern sehr oft, dh. fast immer und bei Frauen fast nie, wegen des bereits erwähnten Verlustes über die Periode! Darum sind Frauen auch so oft müde und anfälliger für Infekte, psychisch labiler, haben mehr Schmerzen etc. - nach intravenösem Auffüllen des Eisenspeichers gehen die meisten Beschwerden weg, die Frauen fangen wieder an zu leben, sind leistungsfähig und gesünder! Die Hämolyse beim Sport führt zu einer Abnahme der Anzahl roter Blutkörperchen, da diese mechanisch bedingt vermehrt kaputt gehen, das Eisen bleibt aber im Körper drin und wird wieder neu zur Bildung von Erythrozyten verwendet. Davon gibt es also keinen Eisenmangel, genausowenig wie von Blutergüssen ins Gewebe o.a.. Ich hoffe, damit noch eine wertvolle Ergänzung geliefert zu haben! Mit freundlichen Grüssen, Dr.M.Wurmehl
Antworten- Antwort von Christina Schwab (03.05. 2010 22:28 Uhr):
Guter Kommentar-ausführliche Info! Danke!
- Antwort von Christina Schwab (03.05. 2010 22:28 Uhr):