Eisen aus Fleisch können Sie besser verwerten als das aus Gemüse
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 17. August 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
Ein Mangel an Eisen kann auf eine Eisenverwertungsstörung im Darm oder auf versteckte innere Blutungen im Darm hindeuten. Auch bei einer Krebserkrankung und langen oder chronischen Infekten kann es zu ungewöhnlichen Eisenverschiebungen kommen. Fehlt es an Vitamin B12 und Folsäure kann dies unter Umständen zu einer Anämie führen.
Leider ist es nicht ganz einfach, den Organismus vorsorglich mit Eisen zu bestücken, denn das Dosieren des lebenswichtigen Minerals hat durchaus seine Tücken. Einmal verwertet der Körper je nach Bedarf mal einen größeren, mal einen kleineren Teil des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens - die Menge ist also nur schwer zu berechnen. Außerdem ist pflanzliches Eisen für den Körper längst nicht so gut verwertbar wie das Eisen aus Fleisch.
Pflanzliches Eisen aus Gemüse, Obst und Vollkorn ist „dreiwertig" (FE III). Solche Eisenverbindungen werden im sauren Magensaft für die Darmschleimhaut unlöslich, der Körper kann also wenig damit anfangen. Der Organismus nutzt nur etwa ein bis fünf Prozent des rein pflanzlichen Eisens aus. Eine Ausnahme bilden dabei Bohnen, Sojabohnen und Sojaprodukte, deren Eisen wird doppelt so gut genutzt.
Eisen tierischer Herkunft dagegen ist „zweiwertig" (FE II). Es bleibt auch im Magen gelöst und ist daher besser verwertbar. Immerhin wird tierisches Eisen bis zu 30 Prozent ausgewertet, der Nutzen ist zehnmal höher als der des pflanzlichen Eisens. Eine Ausnahme ist interessanterweise Leber: Sie enthält zwar sehr viel Eisen, aber leider dreiwertiges.