Eingeengtes Sitzen kann zu einer Thrombose führen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Thrombose
vom 27. Juli 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
häufig entstehen Thrombosen auf Reisen, was ihnen den Namen Flug-Thrombose eingetragen hat. Das Thrombose-Problem tritt aber ebenso bei Auto-, Zug- und Busfahrten auf. Denn die Gerinnselbildung hat nicht ursächlich etwas mit dem Reisen, sondern mit dem beengten Sitzen zu tun, weil dabei die Beinvenen abgeklemmt werden. Liegen Risikofaktoren vor, reicht eine Bewegungseinschränkung der Beine oft schon aus, um eine gefürchtete Thrombose entstehen zu lassen.
Die meisten Opfer der so genannten Flug-Thrombose sitzen über Stunden mehr oder weniger eingeklemmt in der vergleichsweise engen Touristenklasse. Bei zu wenig Bewegung und zu wenig Flüssigkeitszufuhr gerät dann die Durchblutung ins Stocken, in den Beinen können sich Blutgerinnsel bilden. Nach dem Verlassen des Flugzeugs kommt das Blut wieder in Bewegung und die Gerinnsel können durch den Körper geschwemmt werden.
Kleine Thrombosen werden in der Regel ambulant behandelt. Mehr Bewegung und das Tragen von Kompressionsstrümpfen reichen in vielen Fällen bereits aus. Größere Thrombosen werden medikamentös versorgt mit Mitteln, die das Blutgerinnsel auflösen sollen. Sie werden direkt in die Venen gespritzt. Da die Medikamente Blutungen auslösen können, erfolgt die Behandlung meist zunächst stationär. Dasselbe gilt für Mittel, die die Blutgerinnung hemmen. Große Blutgerinnsel werden operativ entfernt. Dieser Eingriff erfordert viel Erfahrung und sollte nur von einem versierten Gefäßchirurgen durchgeführt werden.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb