Einen Leistenbruch sollten Sie umgehend behandeln lassen
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 24. Mai 2011, 10:00 Uhr
GNL5356
Bei einem Leistenbruch treten Teile der Eingeweide (meist des Darms) durch ein Loch in der Bauchdecke aus dem Bauchraum heraus. Gefahr: Die herausgedrückte Darmschlinge kann mangels ausreichender Durchblutung absterben und eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung zur Folge haben. Eine solche Einklemmung, die heftige Schmerzen verursacht, muss innerhalb der nächsten sechs Stunden operiert werden.
Der Leistenbruch ist die am häufigsten vorkommende, chirurgisch zu behandelnde Erkrankung. Bei den gebräuchlichsten Verfahren wird das Loch mit einem Netz verschlossen. Das geschieht entweder mit einer offenen OP oder mit der sog. Schlüsselloch-OP. Beide Verfahren haben den Nachteil, dass die Narbe erst nach mehreren Wochen wieder voll belastet werden darf. Zudem werden gesunde Gewebeschichten bei der OP durchtrennt.
Diese Nachteile treten bei der sog. Sandwich-OP, einem minimal-invasiven Verfahren, nicht auf. Das durch einen kleinen Einschnitt eingebrachte Netz verwächst von selbst mit dem umliegenden Gewebe. Die Leiste ist nach dem Eingriff schmerzfrei und kann unmittelbar belastet werden.