Eine Sonder-Abwehrtruppe stürzt sich auf krankmachende Eindringlinge
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 16. September 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Dass die Körpertenperatur bei Gesunden auf einer normalen Höhe - zwischen 36 und 37 Grad Celsius - gehalten werden kann, garantiert ein äußerst komplizierter körpereigener Regelmechanismus. Als Schutz gegen die Eindringlinge setzt der Körper seine weißen Blutkörperchen ein. Eine Art Sonderkommando, die Phagozyten, stürzt sich auf die Krankheitserreger und verschlingt sie. Dabei sondern die Phagozyten einen hormonähnlichen Eiweißstoff ab. Mit dem Blutkreislauf gelangt diese Substanz zum Gehirn. Hier sitzt nämlich der Thermostat des Körpers, dessen Aufgabe es ist, für eine immer gleich bleibende Temperatur zu sorgen. Sinkt sie einmal ab, so kümmert sich dieses Wärmezentrum darum, dass die Verbrennung angekurbelt wird. Der Organismus produziert mehr Wärme und seine Temperatur steigt. Geht sie höher als 37 Grad, gibt der Körper Wärme ab. Er beginnt zu schwitzen, der Schweiß verdunstet und erzeugt wiederum Kälte, die dem Körper Wärme entzieht.
Der von den Phagozyten gebildete Eiweißstoff stellt den Thermostaten im Gehirn nun aber sozusagen regulär um einige Grade höher, so dass jetzt generell höhere Werte gelten. Dann geht der Befehl an die Zellen, mehr Wärme zu erzeugen. Reicht die vermehrt in Gang gesetzte Verbrennung nicht aus, setzen zusätzlich krampfhafte Muskelbewegungen ein: Schüttelfrost, der Versuch des Körpers seine Temperatur zusätzlich zu erhöhen.