Durchblutungsstörungen: Was Ihnen bei „Weißfinger-Anfällen“ hilft
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 18. Oktober 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
erst sind sie leichenweiß und kribbelnd, dann blau-violett und schmerzend: Wenn die Blutgefäße der Finger oder Zehen „dichtmachen", ist das eine Folge von Gefäßkrämpfen, die durch Kälte oder Stress ausgelöst werden. Erstmals wurden diese Symptome 1862 von dem Pariser Arzt Maurice Raynaud beschrieben. In der Medizin wird das Leiden deshalb heute Morbus Raynaud genannt. Weiße, blutleere und kalte Finger plagen viele Menschen - meist aus heiterem Himmel. Die Kältekrankheit der Hände ist weit verbreitet und gilt als harmlos. Wenn sie allerdings zu häufig und zu heftig auftritt, kann dies Ihre Finger gefährden.Rund drei Prozent der Bevölkerung leidet unter derartigen Durchblutungsstörungen der Hände. Etwa 60 bis 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Nach den Wechseljahren klingen die Beschwerden ab, was auf einen Zusammenhang mit der Hormonausschüttung schließen lässt.
Hinter dem Morbus Raynaud steckt eine funktionelle periphere arterielle Durchblutungsstörung, deren Ursache Gefäßkrämpfe sind. Die Finger werden zunächst für Minuten bis hin zu Stunden fast blutleer. Durch die herabgesetzte Sauerstoffkonzentration im Blut kommt es dann zu der blau-violetten Verfärbung der Haut. Der Körper versucht nach dem Krampfanfall zum Ausgleich besonders viel Blut in die Finger zu pumpen, was Schmerzen nach sich zieht. Dann normalisiert sich das Empfinden wieder und die Hände sehen auch wieder ganz normal aus. Interessanterweise sind die Daumen fast nie mit daran beteiligt. Von Morbus Raynaud sprechen die Mediziner, wenn sie keine Ursache für die Symptome finden. Es liegen also keine Nerven- oder Gefäßschäden vor, sondern eine Fehlsteuerung.
Als Auslöser gelten Kälte und Stress. Manche Medikamente können ebenfalls derartige Symptome auslösen - etwa Beta-Blocker oder abschwellende Nasentropfen im schädlichen Dauergebrauch. Bei Kälte erklärt sich der Mechanismus so: Die Blutgefäße verengen sich an der „Peripherie" - also den Händen oder den Füßen, das Blut zieht sich ins Körperinnere zurück, um die Wärmeverluste möglichst gering zu halten und ein Erfrieren zu verhindern. Beim Morbus Raynaud schießt dieses körpereigene Schutz-System über das Ziel hinaus. Bei Stress erklärt sich der Mechanismus so: Die Gefäße stellen sich ebenfalls enger, um dem Blutdruck zu erhöhen, der für die Bewältigung der Situation benötigt wird. Wenn Sie im Stress zur Zigarette greifen, verstärken Sie den Effekt noch, denn Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Petra Forde (18.10. 2011 09:28 Uhr):
Beste Erfahrungen zur Verbesserung dieser Probleme wurden mit der Magnetresonanz-Stimulation gemacht. Diese Verbesserung kann man auch mit der Thermografiemessung zeigen. Wir hatten in der Verwandtschaft sehr gute Erfolge. MFG Forde
Antworten - Kommentar von Rost (18.10. 2011 11:01 Uhr):
Danke für die Info, was ein Raynauld-Syndrom ist. Aber wie wird es denn nun behandelt, außer die Kältezonen warm zu halten???? Die Überschrift macht neugierig! kollegiale Grüße D. Rost
Antworten - Kommentar von Inge Kothig (19.10. 2011 03:48 Uhr):
Interessanter Beitrag- aber: Ich hatte gehofft, dass man den ein oder anderen Tipp bekommt, was man denn bei dieser Krankheit machen kann- doch da kam leider nichts- schade.
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