Diese Atemwegserkrankungen blühen Ihnen jetzt im Winter
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 22. Januar 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Ihre Atmungsorgane versorgen Ihren Organismus mit lebensnotwendigem Sauerstoff und transportieren verbrauchte Luft aus dem Körper heraus. Beim Einatmen gelangt die Luft zunächst in die Nase und von dort über die Mund- und Lufthöhle in die Bronchien und Lunge. Das Riechorgan erwärmt und befeuchtet die eingeatmete Luft und entfernt mithilfe der feinen Nasenhaare kleine Schmutzpartikel, Staub oder Bakterien. Wer also ständig durch den Mund atmet, nimmt die Luft ungefiltert und nicht befeuchtet auf. Das macht den Respirationstrakt mit der Zeit anfällig für Erkrankungen - etwa einer Bronchitis.
Unter einer Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchialschleimhaut. Meist sind nur die größeren Bronchien betroffen. Die Infektion kann durch verschiedene, von außen kommende Reize, wie allergene Stoffe oder Chemikalien, sowie durch Infekte mit Viren, Bakterien und Pilzen ausgelöst werden. Eine akute Bronchitis tritt häufig in Verbindung mit viralen Infektionen des Nasen-Rachen-Raumes, das heißt mit einer Erkältung auf. Wenn eine akute Bronchitis länger als sieben bis 10 Tage dauert, tritt häufig eine Krankheitsveränderung ein, weil eine zusätzliche Infektion (Super- oder Sekundärinfektion) durch Bakterien eingetreten ist In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eine akute Bronchitis kann auch der Vorläufer von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Windpocken, Scharlach, Masern oder Diphterie sein.
Wenn Viren in die Bronchien vordringen, gesunde Zellen befallen und sich vermehren, reagiert die Bronchial-schleimhaut mit einer Entzündung und versucht so, die lästigen Eindringlinge wieder los zu werden. Die Schleimhaut schwillt an, es wird vermehrt zähflüssiger, sich festsetzender Schleim produziert. Dadurch wird die der Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien erschwert oder behindert, da die Flimmerhärchen verkleben und das Sekret nicht mehr richtig abtransportieren können. Größere Sekretablagerungen lösen durch Reizung der Schleimhäute in der Luftröhre und den Bronchien reflektorisch Husten aus. Darüber hinaus kann es zu einer Verengung der Bronchien kommen, das durch ein Zusammenziehen der glatten Bronchialmuskulatur entsteht. Häufig wird man zu Beginn einer Erkältung erst von einem trockenen Reizhusten gequält, der später schleimig wird. Anfänglich hat der Auswurf eine weißliche Farbe. Gesellen sich Bakterien hinzu, verfärbt er sich grüngelb. Dringt die Entzündung bis zu den Lungenbläschen vor, kann sich aus einer akuten Bronchitis auch eine Lungenentzündung entwickeln.
Häufen sich Atemwegsinfekte oder wird eine akute Bronchitis nicht ausreichend behandelt, kann der Husten chronisch werden. Die chronische Bronchitis ist nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Erkrankung, die durch übermäßige Schleimproduktion gekennzeichnet ist, und die sich mit andauerndem oder immer wieder auftretendem Husten mit oder ohne Auswurf an den meisten Tagen von mindestens drei aufeinander folgenden Monaten während mindestens zwei aufeinander folgender Jahre zeigt. Damit grenzt sich die chronische Bronchitis von anderen Atemwegserkrankungen mit ähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Asthma ab. Bei einem asthmatischen Anfall verengen sich die Atemwege. Die Patienten leiden unter Atemnot und haben das Gefühl zu ersticken. Begleitet wird so ein Anfall oft von Atemgeräuschen, Husten, Auswurf sowie Enge- und Druckgefühl im Brustraum. Asthmatische Erkrankungen gehören unbedingt in ärztliche Behandlung.
Bei einer chronischen Bronchitis werden Schleimhaut und Flimmerepithel (eine Schicht von Flimmerhärchen, die den größten Teil der Atemwege auskleiden) dauerhaft geschädigt. Beide können ihre Transportaufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Bakterien können sich leichter festsetzen, da die entzündete Bronchialschleimhaut sich mit der Zeit verdickt und damit die Luftwege verengt werden. Dies erschwert den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid. Die Lungenfunktion ist dadurch eingeschränkt (Obstruktion). Eine chronische Bronchitis tritt in verschiedenen Schweregraden auf und muss ebenfalls immer von einem Arzt behandelt werden. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen über sechs Millionen Menschen betroffen. Neben ständig wiederkehrenden Infekten verstärkt besonders Rauchen das chronische Geschehen. Es ist nachgewiesen, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Menge der gerauchten Zigaretten und der Häufigkeit von Husten und Auswurf besteht. Ungünstig wirken sich aber auch Luftverschmutzung und feucht-kaltes Schmuddelwetter im Herbst und im Winter aus.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alfred Winkler (22.01. 2010 06:51 Uhr):
Danke Sylvia!!! bin von deinen so aufklärenden beiträgen immer restlos begeistert, sie sind sehr hilfreich!
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