Diese Alternativmethoden arbeiten mit Heilpflanzen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 7. Juni 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Arzneimittel auf pflanzlicher Basis werden heute in verschiedenen alternativen Therapieverfahren mit mehr oder weniger Erfolg genutzt. In den meisten Fällen fehlt der wissenschaftliche Nachweis. Nur die Wirkungen der eigentlichen Naturheilkunde sind inzwischen belegt. Die anderen Methoden basieren auf Erfahrungsheilkunde:
- Bei der Naturheil- speziell der Pflanzenheilkunde werden meist wässrige oder alkoholische Extrakte aus den Pflanzen gewonnen und in unterschiedlichen Zubereitungen eingesetzt. Bei Fertigpräparaten aus der Apotheke ist der Wirkstoffgehalt kontrolliert und normiert, so dass Sie sicher immer die gleiche Wirkstoffmenge erhalten. Die Wirksamkeit der Präparate hängt von der enthaltenen Menge der Inhaltsstoffe ab. Die Wirkung ist in den meisten Fällen wissenschaftlich anerkannt.
- In der Homöopathie wird die Wirksamkeit nicht von der Menge der Inhaltstoffe bestimmt, sondern von der Art der Zubereitung. Nach den Vorstellungen der Homöopathen werden durch die an das Lösungsmittel übertragene energetische Informationen „nichtstoffliche" Wirkungen freigesetzt. Zum Einsatz kommen pflanzliche, tierische und mineralische Ausgangsstoffe, die vielfach verdünnt und verschüttelt werden.
- In der anthroposophischen Medizin, die sich auf Rudolf Steiner gründet, werden die Heilpflanzen nach überlieferten „Wesensverwandtschaften" mit den erkrankten Körperorganen ausgewählt (etwa Löwenzahn bei Leberleiden, Schachtelhalm bei Nierenleiden). Die Extrakte werden teils homöopathisch verdünnt oder anderen komplizierten Aufbereitungsarten unterworfen. Die anthroposophische Heilweise ist sehr anerkannt - beispielsweise als Misteltherapie in der Krebsbehandlung.
- Die Bach-Blütentherapie gehört zu den sehr umstrittenen Verfahren. Mit 38 verschiedenen Pflanzen sollen seelische Ungleichgewichte ausgeglichen werden, die für alle körperliche Leiden verantwortlich sein sollen. Um die Essenzen zu gewinnen, werden die Blüten für drei Stunden in Wasser gelegt. Dabei sollen ebenfalls nichtstoffliche Informationen an das Lösungsmittel übergehen. Der größte Kritikpunkt ist, dass der Erfinder dieser Methode der Meinung war, dass eine gründliche Diagnostik überflüssig sei und auch schwere Erkrankungen so geheilt werden sollten.
- Auch die Spagyrik zählt zu den umstrittenen Heilweisen. Die Heilpflanzen werden vergoren, anschließend mit Alkohol destilliert und verascht. Dadurch sollen sie eine stärkere Heilkraft bekommen, die ebenfalls auf nichtstofflichen Informationen beruht.