Die Walnuss entspannt Ihre Haut und Ihre Nerven
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Naturheilkunde
vom 21. April 2009, 16:00 Uhr
GNL5223
Als Baum des Jahres 2008 ist der Walnussbaum (Juglans regia) ausgezeichnet worden. Ein Grund: Leider geht der Bestand seit Jahren kontinuierlich zurück. Der andere: der gesundheitliche Nutzen der Nüsse. Sie sind wegen ihrer Nähr- und Inhaltsstoffe einmalig. Darüber hinaus wirkt die Walnuss blutreinigend und nervenstärkend.
Ursprünglich glaubte man, dass die Götter von der „königlichen Nuss des Jupiter" lebten. Das deutete bereits auf ihren hohen Ernährungswert hin. Im alten Griechenland war die Walnuss der Göttin Artemis gewidmet. Der Baum symbolisierte Weisheit und Fruchtbarkeit, er stand auch für Stärke in schwierigen Zeiten.
Das Wort Walnuss stammt von dem Ausdruck „welsche Nuss". Denn der Walnussbaum wurde im Spätlateinischen „nux gallica" genannt. Die Deutschen nannten die Gallier im Mittelalter die Welschen. Der Baum wird nicht nur wegen seiner Nüsse hoch geschätzt, auch sein Holz gilt als wertvoll.
Ursprünglich stammt der Baum aus Kleinasien, wächst aber heute in ganz Europa. In der Antike wurden hauptsächlich Nüsse und Fruchtschalen als Heilmittel verwendet. Viele der heute in Europa wachsenden Bäume wurden wegen ihrer nahrhaften Nüsse und der Heilkraft von Blättern und grünen Schalen von Mönchen angepflanzt. Arzneilich genutzt werden heute fast ausschließlich die getrockneten Blätter. Bereits in der Medizin des Mittelalters verwendete man hauptsächlich die Blätter der Walnuss. Sie gehören zu den Gerbstoffdrogen und entfalten überall dort eine positive Wirkung auf die Schleimhäute des Körpers, wo eine Entzündung schwelt. Sie verfügen über zusammenziehende Eigenschaften und bekämpfen so Entzündungen.
Man benutzte sie bei Magen- und Darmkatarrhen, Übelkeit und Durchfall. Sie wirken harntreibend und reinigend, fördern so die Ausscheidung von unerwünschten Stoffwechselprodukten. Sie lindern Hautprobleme wie Akne, Ekzeme oder Herpes und Gürtelrose. Übermäßige Schweißbildung an Händen und Füßen wird gebremst. Außerdem regulieren sie Menstruationsstörungen.
Sitzbäder in einem Absud helfen bei Hämorrhoiden. Das Öl in der Walnuss stärkt das Immunsystem, Herz und Kreislauf. Man sagt ihm nach, dass es den Blutzucker- und den Blutfettspiegel reguliert. Frische Walnussblätter halten Insekten fern.
Als homöopathisches Mittel ist die Walnuss bewährt bei Akne und Hautproblemen, bei Eiterbeulen und Geschwüren. In der Bachblüten-Therapie gilt „walnut" als Heilmittel für Zeiten der Veränderung im Leben. Sie soll sich deshalb für die Wechseljahre eignen, da sie die innere Stärke fördern soll.
Der Inhaltsstoff Juglon wird als Farbstoff verwendet, er färbt Haut und Haare braun. So ist er Inhaltsstoff von Haarfarben und Bräunungscremes.
Zubereitung und Anwendung
Ein Rezept für eine Badeanwendung von Sebastian Kneipp, das gegen Hautleiden, leichte Entzündungen, Frostbeulen und Geschwüre hilft: Man rechnet bis zu einem Kilo frische Nussblätter oder auch die grünen Schalen der Walnüsse für ein Vollbad. Diese werden in einem alten, nicht metallischen (das ist wichtig - verwenden Sie stattdessen einen emaillierten Topf oder hitzebeständiges Glas) Gefäß eine Dreiviertelstunde lang abgekocht, dann abgeseiht und ins Badewasser gegeben. Für Teilbäder nimmt man entsprechend weniger. Passen Sie auf, dass Sie mit dem Sud nicht herumspritzen, denn er färbt sehr stark. Nach dem Baden gründlich abduschen.
Einen Walnussblätter-Tee bereiten Sie so zu: Übergießen Sie 2 TL fein geschnittene Walnussblätter (getrocknet aus der Apotheke) mit 1/4 l kaltem Wasser, erhitzen und drei bis fünf Minuten am Sieden halten, dann abseihen. Zwei- bis dreimal täglich eine Tasse trinken - etwa bei gereiztem Magen und Darm, Menstruationsproblemen oder entzündeter Haut. Bei entzündetem Mundraum können Sie mit dem Tee auch gurgeln.
Sudbad aus Walnussblättern: Eine Handvoll getrocknete Walnussblätter 20 Minuten lang kochen und dann abkühlen lassen, darin können Sie gestresste und schwitzige Füße baden oder sich eine Ganzkörperabreibung verpassen - etwa wenn Sie unter Hitzewallungen leiden. Die Abkochung eignet sich auch als Sitzbad (1 EL pro l Badewasser) bei Hämorrhoiden.
Das ganze Jahr über können Sie Walnuss-Power für Zyklus, Immunsystem, Herz und Kreislauf direkt aus der Nuss tanken. Kaufen Sie nur gute, frische Ware - am besten im Reformhaus oder Bioladen. Walnüsse schmecken gut in süßen und salzigen Salaten oder mit Geflügelgerichten. Sie können sich daraus auch ein „Pesto" zubereiten. Leisten Sie sich ein gutes Walnussöl. Es ist zwar nicht ganz billig, schmeckt aber ebenfalls wunderbar in Salaten und ist obendrein verdauungsfördernd. Da der Geschmack des Öls relativ intensiv ist, sollten Sie es erst einmal mit einigen wenigen Tropfen ausprobieren. Unreife grüne Früchte werden sauer eingelegt und zu Fleischgerichten gereicht. Sie können sie im Lebensmittelhandel kaufen.
ähnliche Beiträge
weitere Ausgaben von
Täglich Gesund
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
Montag, 06. Februar 2012
alle AusgabenNatur & Gesundheit
Vorbeugen, heilen und gesund bleiben – mit den Kräften der Natur
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Natur & Gesundheit