Die neuen Tricks der Auto-Betrüger

in Verbraucherschutz Vertraulich
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Wenn Sie Ihren Gebrauchten los werden wollen und ihn nicht in Zahlung geben können, ist die Anzeige in einer Zeitung oder im Internet am erfolgversprechendsten. Doch aufgepasst: Diese Anzeigen werden auch von Betrügern gelesen, die es auf Ihr Geld abgesehen haben. VERBRAUCHERSCHUTZ-VERTRAULICH untersuchte die beliebtesten Maschen der Kriminellen.


Der Trick mit dem ungedeckten Scheck

Der Interessent für Ihren Gebrauchten meldet sich telefonisch bei Ihnen, erklärt sich meist mit dem geforderten Preis einverstanden und teilt mit, dass er den Betrag per Scheck überweisen werde. Tatsächlich kommt wenige Tage später der Scheck mit der Post.

Dieser ist jedoch auf einen höheren Betrag ausgestellt, z.B. 5.000 Euro mehr als der Kaufpreis, weil - so der Begleitbrief - das Fahrzeug z.B. von einem Agenten abgeholt werde, der es anschließend im Auftrag des Käufers in ein anderes Land überführen werde. Sie werden gebeten, diese 5.000 Euro an den Agenten für seine Dienste zu überweisen, und zwar via Western Union. Dabei handelt es sich um eine Bank, die auf internationalen Bargeld-Transfer spezialisiert ist. Nun passiert folgendes: Sie reichen den Scheck bei Ihrer Bank ein, die Ihnen den Gesamtbetrag unter Vorbehalt gutschreibt. Sie überweisen den „zuviel überwiesenen" Betrag, also die 5.000 Euro, an den Käufer bzw. dessen Agenten zurück. Kurz darauf stellt sich heraus, dass der Scheck, den Sie erhalten haben, nicht gedeckt bzw. gefälscht ist. Die Bank bucht den Betrag zurück, die 5.000 Euro sind futsch, die Betrüger über alle Berge.

Der Trick mit dem Treuhandgeschäft

Wer beim Kaufen und Verkaufen auf Nummer Sicher gehen will, überweist den Betrag nicht direkt an seinen Geschäftspartner, sondern an einen verlässlichen Dritten, einen so genannten Treuhänder. Dieser gibt das Geld erst weiter, wenn die Ware beim Käufer auch tatsächlich angekommen ist. Eine Methode, die als besonders sicher und vertrauenswürdig gilt - solange auf den Treuhänder Verlass ist. In folgendem Beispiel ist das jedoch nicht der Fall:

Im Internet sehen Sie ein Auto zum Schnäppchenpreis. Der bisherige Besitzer braucht angeblich dringend Bares und muss den Wagen unter Wert verkaufen. Der Verkäufer schlägt als Bezahlungsart die Überweisung via Western Union vor. Um Sie von der Sicherheit des Transfers zu überzeugen, täuscht er ein Treuhand-Geschäft vor. Sie werden aufgefordert, den Kaufbetrag als Bargeldtransfer auf das angegebene Konto einzuzahlen und zum Beweis den Einzahlungsbeleg zu faxen. Damit der Empfänger nicht über das Geld verfügen kann, bittet der Verkäufer Sie, auf dem Fax die„Money Transfer Control Number" (MTCN) oder das Codewort abdecken. Dadurch sei angeblich eine Auszahlung unmöglich.

Wenn Sie sich darauf einlassen, sind Sie der Dumme! Denn Ihre Überweisung kann schon wenige Minuten später in jeder Agentur der Western Union weltweit an den Empfänger ausgezahlt werden - auch ohne Codewort und ohne MTCN. Jeder, der ein paar wenige Details der Überweisung nennen kann (z.B. Absender, Höhe des überwiesenen Betrags), bekommt das Geld bei Western Union ausgezahlt. Auch hier tauchen die Betrüger blitzschnell unter, Sie bekommen weder das Geld noch den Wagen.

Checkliste: So schützen Sie sich beim Autokauf vor Betrügern

□  Hände weg von Bargeldtransfers! Sie eignen sich grundsätzlich nicht zur Bezahlung beim Autokauf. Da Sie Ihren Geschäftspartner nicht kennen, gehen Sie bei Überweisungen via Western Union oder MoneyGram ein nicht kalkulierbares Risiko ein!

□  Wenn der Verkäufer nicht mit dem im Brief eingetragenen Fahrzeughalter identisch ist: Bestehen Sie auf eine Vollmacht des Besitzers! Das Auto könnte gestohlen sein oder einer ahnungslosen dritten Person gehören.

□  Unterschreiben Sie keinen Vertrag und leisten Sie keine Anzahlung für ein Fahrzeug, dessen Besitzer Sie nicht eindeutig identifiziert haben und das Sie nicht in Ruhe besichtigt und probegefahren haben. Überprüfen Sie anhand der Fahrgestellnummer, ob das besichtigte Fahrzeugauch wirklich das ist, was im Vertrag beschrieben ist.

□  Bei Bank-Überweisungen: Warten Sie beimVerkauf ab, bis das Geld unwiderruflich auf Ihrem Bankkonto eingegangen ist und geben Sie erst dann Kfz-Brief und Schlüssel aus der Hand.

□  Lassen Sie evtl. Sonderausstattungen des Fahrzeugs mit in den Vertrag aufnehmen. Nicht selten passiert es, dass bei der Übergabe des Autos das Radio ausgebaut und die Alufelgen gegen Stahlfelgen ausgetauscht sind.

□  Ist die Laufleistung des Fahrzeugs plausibel?Auch digitale Tachometer können manipuliert werden. Entsprechen dieVerschleißspuren am Auto der Laufleistung? Übermäßig viele Steinschlagschäden im Lack und auf der Windschutzscheibe, verschlissene Sitzbezüge sowie abgenutzte Pedalgummis und Fußmatten deuten auf eine intensive Nutzung und hohe Kilometerleistung hin.


von
Dr. Dietmar Kowertz

Erfahren Sie hier mehr zu Dr. Dietmar Kowertz - Chefredakteur von Benefit.

 
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