Die Küchenschelle harmonisiert Ihre Gebärmutter
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Gebärmutter
vom 7. Oktober 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) - auch Kuhschelle, Schlafblume, Windblume oder Wolfspfote genannt - sieht mit ihren seidigen violetten Blüten aus wie eine kleine Anemone, mit der sie eng verwandt ist. Als Heilmittel beruhigt und stärkt sie.
Der Sage nach soll die Küchenschelle aus einer Träne der Venus, der Göttin der Liebe, entstanden sein. Sie gehört zu den schönsten Frühblühern in Bauerngärten und hält trotz ihrer Zartheit den Frühjahrsstürmen stand. Deshalb glaubte man in der Volksmedizin auch, dass die erste im Jahr gefundene Küchenschelle ganz besondere Heilkräfte entfaltet. Aus den getrockneten Blüten und Blättern stellte man ein Stärkungsmittel her, dass besonders bei nervösen Frauen mit großem Erfolg eingesetzt wurde. Die Küchenschelle steht unter Naturschutz.
Die Küchenschelle wirkt
- beruhigend,
- schmerzlindernd,
- krampflösend und
- keimhemmend.
Noch heute gilt die Küchenschelle als ausgezeichnetes und entspannendes Stärkungsmittel für die Nerven. Der spezielle Anwendungsbereich der Küchenschelle ist der Unterleib. Sie vertreibt nervöse Spannungen, Schmerzen, Krämpfe und Entzündungen aus den Fortpflanzungsorganen. Sie kann ohne Bedenken zur Linderung schmerzhafter Monatsblutungen, Eierstockschmerzen oder schmerzhafter Erkrankungen der Hoden verwendet werden. Ihre schmerzstillenden Eigenschaften kommen ebenso wie ihre entspannende und beruhigende Wirkung in der Gebärmutter bei der Geburtshilfe zur Anwendung. Nach der Geburt beruhigt die Küchenschelle die Nerven und beugt der Wochenbett-Depression vor.
Die Küchenschelle kann zur Linderung von Spannungskopfschmerzen eingesetzt werden. Sie hilft bei Schlaflosigkeit und allgemeiner Überaktivität. Durch ihre antibakterielle Wirkung spielt das Heilkraut auch eine Rolle bei der Bekämpfung von Hautinfektionen, insbesondere von Furunkeln. Auch auf die Schleimhäute der Atemwege und des Verdauungsapparates wirkt sich die Küchenschelle positiv aus. Sie senkt Fieber und treibt den Schweiß an die Hautoberfläche.
In der Homöopathie hat Pulsatilla - die Blüte des Windes" - einen ähnlichen Anwendungsbereich. Hier wird sie häufig eingesetzt. Das Homöopathikum ist besonders für die weiblichen Unterleibsorgane geeignet und bei verschiedenen Menstruationsbeschwerden wirksam. Vor allem stimuliert es das Einsetzen einer verspäteten Blutung. Pulsatilla hilft besonders mitfühlenden, liebevollen, gefühlsbetonten Frauen, die viel Trost brauchen sowie Angst vor Menschenmengen, der Dunkelheit und dem Alleinsein haben.
Als Blütenessenz wird die Heilpflanze Menschen empfohlen, die zur Unbeständigkeit neigen, die in einem Moment voller Energie und im nächsten schon völlig erschöpft sind. Die Blütenessenz fördert das Gefühl der Sicherheit, der inneren Erdung und wirkt ausgleichend auf die Lebensenergie.
Inhaltsstoffe:
- Saponine
- Gerbstoffe
- Anemonin
- Glykoside
- Harz
Zubereitung und Anwendung
1/2 bis 1 TL der getrockneten Küchenschelle (als Herba pulsatilla aus kultivierten Küchenschellen in der Apotheke) mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. 3- mal täglich eine Tasse trinken.
Achtung: Die frische Pflanze darf nicht verwendet werden, sie ist in allen Teilen giftig. Die Inhaltsstoffe der frischen Pflanzen sind so scharf, dass es zur Blasenbildung kommt, wenn die Haut auch nur kurze Zeit mit dem Kraut in Berührung kommt. Entsprechend stärker ist die Wirkung auf die Schleimhäute. Zu empfehlen ist die Heilpflanze vor allem als Homöopathikum oder als Blütenessenz.