Die Heilkaft der Ausgangsstoffe soll vervielfacht werden
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 1. April 2008, 17:25 Uhr
GNL5356
Dass die Spagyrik heute wieder zur Hochform aufläuft, ist zwei Männern des 20. Jahrhunderts zu verdanken: Alexander von Bernus (1880 bis 1965) und Marino Lazzeroni (1937 bis 1996). Bernus war im Besitz alter alchemistischer Rezepturen von Paracelsus und wollte sie in eine zeitgemäße Form bringen. Zu diesem Zweck gründete er eine eigene Heilmittelfirma und stellte spagyrische Tinkturen her. Nach seinem Tode setzte Lazzeroni das Werk fort.
Spagyrische Arzneien erfordern eine aufwändige Herstellung
Das Wort „Spagyrik" entstammt dem griechischen „spao" (für „trennen") und „ageiro" (für „vereinigen"). Gemeint ist die Trennung der eingesetzten Stoffe in ihre Urelemente und die Schaffung einer neuen Verbindung nach den 3 Grundprinzipien
- Trennung (seperatio)
- Reinigung (purificatio)
- Wiedervereinigung (kohabatio)
Der spagyrischen Idee lag die Annahme zugrunde, es ließe sich durch ein ganz spezielles Herstellungsverfahren - ähnlich wie bei der Homöopathie - die Heilkraft des Ausgangsstoffes erhöhen. Ausgangsstoffe sind Pflanzen, Mineralstoffe oder Metalle. Die Trennungsverfahren, Lösungs- und Reinigungsprozeduren der spagyrischen Arzneimittelherstellung sind der Natur abgeschaut. Die Spagyrik ahmt diese Prozesse im Kleinen nach und beschleunigt sie. Ziel dieser aufwendigen Verfahren ist es, die Wirksamkeit der ihr innewohnenden Lebenskraft einer Pflanze oder eines Minerals zu vervielfältigen. Dies geschieht unter anderem durch wiederholte Destillation.