Die Gene sind oft schuld an der Alzheimer-Erkrankung
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Alzheimer
vom 04.04.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Sehr interessant fand ich die Ergebnisse einer Zwillingsstudie, die mir neulich in die Hände fielen. Bisher sind einige Faktoren bekannt, die Alzheimer fördern können – die meisten sind Umweltfaktoren. Aber wie weit sind die Gene beteiligt?
Dem wollten Wissenschaftler aus Südkalifornien nachgehen und hat Daten ausgewertet, die von 12.00 schwedischen Zwillingen gesammelt wurden. Alle Teilnehmer waren über 65 Jahre alt und beide Geschwister lebten noch.
Die Frage, die sich die Wissenschaftler stellten, war, ob es Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit bei eineiigen und zweieiigen Zwillingen gab. Tatsächlich stellten die Forscher fest, dass Unterschiede auftreten. Bei den eineiigen Zwillingen, die genetisch identisch sind, waren häufiger beide Geschwister erkrankt. Auch brach bei den eineiigen Zwillingen die Krankheit häufiger fast gleichzeitig aus.
Anscheinend sind doch eher genetisch bedingte Faktoren schuld an der Entstehung von Alzheimer? Dieser Ansicht sind die Forscher nach Ende der Studie auf jeden Fall. Sie beziffern das genetische Alzheimerrisiko auf 79 %, nur zu 21 % wirken sich ihrer Meinung nach Umweltfaktoren bzw. individuelle Gewohnheiten auf das Alzheimerrisiko aus.