Die besten Rezepte aus der Natur für einen frischen Atem
Beate Rossbach in Täglich Gesund
vom 6. September 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Kennen Sie das auch? Sie stehen neben einem eigentlich ganz sympathisch und gepflegt aussehenden Menschen, doch wenn er mit Ihnen spricht, möchten Sie sich am liebsten abwenden. Und wenn Sie selbst unangenehme Gerüche aus dem Mund verströmen, werden Sie wahrscheinlich der Letzte sein, der es erfährt. Schlechter Atem: eines der letzten Tabuthemen, über das niemand spricht. Wir sagen Ihnen, wie die üblen Gerüche entstehen, welche Krankheiten dahinterstecken können und wie Sie mit gezielter Mundhygiene und Joghurt schlechten Mundgeruch dauerhaft vertreiben.
Meistens sind Bakterien schuld an den üblen Gerüchen
Mundgeruch ist ein Symptom und keine Krankheit. Kurzzeitiger schlechter Atem, etwa nach dem Genuss von Knoblauch, Zigaretten oder Alkohol, verschwindet rasch wieder - meistens schon nach dem Zähneputzen. Ist die schlechte, für andere Menschen abstoßende Luft aus dem Mund jedoch ein Dauerzustand, sollten Sie nach den Ursachen forschen.
Hier liegen die häufigsten Ursachen für Mundgeruch:
- Zahnfleischentzündung (Parodontitis)
- bakterielle Besiedelung der Zahnzwischenräume und Zahntaschen
- Beläge und Nahrungsreste auf der Zunge
- Mundtrockenheit
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Mandelentzündung
- Bronchitis
Manchmal ist eine mangelhafte Mundhygiene die Ursache für den übel riechenden Atem, denn sie fördert das Wachstum von Bakterien, die sich von Speiseresten ernähren. In vielen Fällen entsteht Mundgeruch auch durch Bakterien im Nasen- und Rachenraum im Zusammenhang mit einer Entzündung. Wenn diese Keime sich zersetzen, werden Schwefelverbindungen und Fettsäuren freigesetzt, die einen strengen, fauligen Geruch verbreiten.
Eine trockene Mundschleimhaut begünstigt unangenehme Gerüche
Wenn der Speichelfluss vermindert ist, wie es bei älteren Menschen häufig der Fall ist, können sich auf den trockenen Schleimhäuten Bakterien leichter ansiedeln. Auch Schnarchen oder Medikamente wie Psychopharmaka führen zu Mundtrockenheit, die einen schlechten Geruch nach sich zieht. Sie merken das morgens beim Aufwachen, wenn Sie durch den eingeschränkten Speichelfluss in der Nacht einen üblen Geschmack im Mund haben.
Wenn auch beim Ausatmen mit geschlossenem Mund ein schlechter Geruch aus der Nase strömt, spricht man von einer Halitosis - dahinter kann sich eine organische Krankheit verbergen.
Diese Erkrankungen können zu üblem Atemgeruch führen:
- Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes)
- Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür
- Übersäuerung des Magens
- Störungen der Darmflora
- schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Speiseröhren-Divertikel
Wenn Stoffwechselentgleisungen wie etwa bei einem Diabetes die Ursache sind, riecht die Atemluft durch das abgeatmete Aceton nach fauligen Äpfeln, beim bakteriellen Zerfall entsteht ein eher ranziger Geruch.
Da Sie Ihren eigenen Mundgeruch nur sehr eingeschränkt wahrnehmen können, sollten Sie ruhig einmal eine Ihnen vertraute Person oder Ihren Zahnarzt fragen, wie es um Ihre Atemluft bestellt ist.
In vielen Fällen hilft eine Zahnsanierung
Da Mundgeruch nur ein Symptom ist, muss jede erfolgreiche Behandlung an den Ursachen ansetzen. Das Überdecken der Gerüche mit chemischen Mundspüllösungen (z. B. Hexoral®) kann das Problem nicht dauerhaft lösen. Liegt bei Ihnen eine chronische Entzündung im Nasen-Rachen-Raum vor, muss sie unbedingt ausgeheilt werden; häufig ist hierzu auch die kurzfristige Einnahme eines Antibiotikums erforderlich.
Wenn bei Ihnen keine organischen Erkrankungen vorliegen, ist der Gang zum Zahnarzt der erste Schritt zur Beseitigung der Ursache des abstoßenden Geruchs. Durch eine professionelle Zahnreinigung werden bakterielle Beläge in den Zahnzwischenräumen entfernt sowie eventuelle Zahntaschen gesäubert und ausgeräumt.
Sind bei Ihnen alle bakteriellen Herde saniert worden, können Sie selbst mit Hilfe der Naturheilkunde ein erneutes Bakterienwachstum verhindern und die natürliche Bakterienflora im Mund stärken.
Naturjoghurt stoppt das Wachstum der Bakterien im Mund
Im Jahr 2005 konnten Forscher der Tsuruki-Universität in Yokohama/Japan mittels einer Beobachtungsstudie nachweisen, dass Naturjoghurt aufgrund seines hohen Gehalts an Milchsäurebakterien das Wachstum von Fäulnisbakterien im Mundraum hemmt. Sie hatten 24 Probanden sechs Wochen lang täglich 180 g Naturjoghurt essen lassen und regelmäßig den Schwefelwasserstoff-Gehalt im Mund gemessen. Zum Ende der Studie hatte sich der Gehalt an dieser für den fauligen Geruch verantwortlichen Verbindung um 80 % vermindert. Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer durch den Verzehr des Joghurts auch 85 % weniger stinkende Gase ausgeatmet haben. Bauen Sie also ruhig als hygienische Vorsorgemaßnahme öfter mal zuckerfreien Naturjoghurt in Ihren Speiseplan ein.
Chlorophyll macht Bakteriengeruch unschädlich
Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll hat eine geruchsneutralisierende Wirkung bei unangenehmem Körpergeruch und hilft auch gegen bakteriell bedingten Mundgeruch. Chlorophyll hemmt eiweißspaltende Enzyme und wirkt so der geruchsbildenden Bakterienzersetzung entgegen.
Gleichzeitig ist es ein starkes Antioxidans und kann Giftstoffe binden. In Deutschland ist derzeit nur ein einziges Arzneimittel mit diesem Wirkstoff zugelassen (Stozzon®, 40 Tbl. ab 7,80 Euro). Aber es gibt auch eine Reihe von Heilkräutern und Samen, die im akuten Fall rasch schlechten Mundgeruch neutralisieren, der nicht durch bakterielle Besiedelung entstanden ist.
Mit diesen Kräutern und Samen sorgen Sie für frischen Atem:
- Petersilie
- Kardamom
- Minze
- Salbei
- Wacholderbeeren
- Gewürznelken
- Ingwer
- Kaffeebohnen
Je nach Ihrer geschmacklichen Vorliebe können Sie von diesen Heilpflanzen und Samen im Bedarfsfall ein paar Blättchen oder Samenkörner kauen. Von der Ingwerwurzel schneiden Sie einfach eine dünne Scheibe ab und legen sie auf die Zunge. Mit konsequenter Mundhygiene und der Hilfe aus der Natur können Sie sich Ihren Mitmenschen wieder ohne Sorge um Ihre Atemluft ungezwungen zuwenden.