Diabetes Typ 2: So schützen Sie sich mit Chrom vor überhöhten Blutzuckerwerten
Täglich Gesund zum Thema Diabetes Mellitus
vom 11.06.2007 16:00 Uhr
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Wie wertvoll Selen und Zink für Ihre Gesundheit sind, wissen Sie sicherlich. Aber auch Chrom ist ein weiteres unverzichtbares Spurenelement, über das leider viel zu wenig gesprochen wird. Denn dieses Schwermetall, von dem unser Körper allerdings nur Spuren benötigt, ist ein wichtiger Motor des Kohlenhydratstoffwechsels. So trägt es z. B. wesentlich dazu bei, dass Ihr Blutzuckerspiegel im Normbereich bleibt, ja, es kann sogar bereits überhöhte Blutzuckerwerte senken und Ihnen damit schulmedizinische Antidiabetika ersparen.
Chrom sorgt für einen ausgeglichenen Zuckerstoffwechsel
Chrom (chem.: Cr) ist ein wichtiger Enzymbaustein im Kohlenhydratstoffwechsel. Zellkerne, Gehirn und Lunge weisen die höchsten Chromkonzentrationen auf. Das Spurenelement wird v. a. in der Leber und in der Milz gespeichert, aber auch in den Nägeln, Knochen und Muskeln.
Das sind die Funktionen von Chrom:
- Baustein des Glukosetoleranzfaktors (GTF), der den Blutzuckerspiegel reguliert
- Cofaktor von Enzymen, die die Vervielfältigung der DNA in den Zellkernen steuern
- Schutz von Hornhaut und Augenlinse vor Eintrübungen
Am besten erforscht ist die Aufgabe von Chrom im Zuckerstoffwechsel. Hier senkt das Spurenelement sogar erhöhte Blutzuckerspiegel, indem es die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht und somit die Aufnahme von Glukose ins Zellinnere erhöht. Auf diese Weise kann es sogar den Bedarf an oralen Antidiabetika oder Insulin bei einem Typ-2-Diabetes senken. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei ein gewisser Schutz vor bzw. ein Abbau von Übergewicht: Denn die mittels Insulin in die Muskelzellen eingeschleuste Glukose dient dort als Brennstoff, statt in Speicherfett umgewandelt zu werden. Allerdings funktioniert dies nur, wenn Ihre Muskeln auch Brennstoff brauchen – und das ist nur der Fall, wenn Sie sich täglich aktiv körperlich bewegen. Möglicherweise ist auch der Schutz der Augenlinse und der Hornhaut vor Eintrübungen durch den Abbau überhöhter Blutzuckerwerte zu erklären.
Decken Sie Ihren Chrombedarf am besten über Ihre Ernährung
Eindeutige Symptome, die einen Chrommangel zuverlässig anzeigen, sind bislang nicht bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 30 bis 100 µg Chrom (1 µg = 1 Mikrogramm = 1 Tausendstel Milligramm) für gesunde Erwachsene. Kranke oder besonders belastete Menschen brauchen jedoch mehr von dem Spurenelement.
Diese Menschen brauchen mehr Chrom:
- Schwangere und Stillende
- Senioren ab 60 Jahren
- Diabetiker (Typ 2)
- Übergewichtige
- Ausdauer- und Leistungssportler
- Schwerarbeiter
Ständige Diäten, einseitige Kost und extremer Stress können den Bedarf an Chrom ebenfalls erhöhen. Beachten Sie bitte, dass weißer Zucker die Chromausscheidung über den Urin verstärken kann. Verwenden Sie daher andere Süßungsmittel wie z. B. Ahornsirup.
So weit sind die Mediziner einer Meinung. Doch über die richtige Dosis herrscht große Uneinigkeit. So verordnet die orthomolekulare Medizin, die Gesundheitsstörungen mit hohen Vitalstoffdosen behandelt, bei einer familiären Neigung zu Diabetes 200 bis 600 µg Chrom pro Tag. Bei einem manifesten Diabetes werden sogar bis zu 1.000 µg empfohlen. Das ist selbst dem bekannten amerikanischen Orthomolekularmediziner Professor Melvyn R. Werbach von der Universität Los Angeles, der sonst häufig erhebliche Hochdosen empfiehlt, und sogar den Herstellern von chromhaltigen Vitalstoffpräparaten zu viel. Zwar hat eine Untersuchung der Harvard-Universität in Boston/USA im Jahr 2004 ergeben, dass Diabetiker eine erheblich geringere Chromkonzentration in ihren Fußnägeln haben als gesunde Menschen. Und die erste seriöse placebokontrollierte Studie zur Chromgabe, die die renommierte Fachzeitschrift The Lancet im Jahr 1997 veröffentlichte, belegt, dass Tagesdosen von 100 bis 500 µg Chrom die Blutzuckerwerte absenken können. Da aber Langzeitwirkungen einer 500-µg-Dosis noch nicht erforscht sind, rät Professor Werbach, die Tagesdosis auf 200 µg Chrom zu beschränken. Denn Chrom erzeugt in Mengen über 1.000 µg Allergien, Erbgutschäden und Krebs.
Als Diabetiker dürfen Sie Chromdosen über 100 µg nur unter Aufsicht Ihres Arztes einnehmen. Der Grund: Infolge der chrombedingten Blutzuckersenkung muss u. U. die Dosis Ihrer blutzuckersenkenden Medikamente (orale Antidiabetika bzw. Insulin) verringert werden, um einen Unterzucker zu vermeiden. Das kann jedoch nur der Arzt entscheiden.