Diabetes-Risiko? Schauen Sie sich auf die Finger
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Diabetes Mellitus
vom 05.12.2005 16:00 Uhr
GNL5356
Diabetes vom Typ 2 können Sie, wie Sie im vorigen Artikel gelesen haben, also so weit wie möglich verhindern. Anders ist es bei Diabetes Typ 1, hier wird das Risiko schon im Mutterleib bestimmt. Dennoch wäre es ja gut, wenn man erkennen könnte, wie hoch das Risiko ist, zuckerkrank zu werden. Das geht tatsächlich – und die Untersuchung ist gar nicht so schwer.
Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass zur Bestimmung des Diabetes-Risikos zwei Fingerabdrücke ausreichen. Diese sind in ihrer Struktur nicht nur einzigartig, die vielen Windungen sagen auch noch etwas anderes aus. Je unterschiedlicher nämlich die Biegungen, Schlaufen und Kurven an Daumen und kleinem Finger sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an Diabetes erkranken. Das fanden die Forscher heraus, als sie Daumen und kleinen Finger von fast 600 Freiwilligen untersuchten. Bei gesunden Menschen hatten Daumen rund 6 Hautrillen. Bei Menschen, deren Glukosetoleranz gestört ist, waren es mindestens 8 Rillen, oft sogar mehr.
Der Zusammenhang zwischen Fingerabdruck und Glukosetoleranz ist in der Schwangerschaft zu suchen. In der 19. Schwangerschaftswoche werden sowohl die Fingerabdrücke angelegt, als auch die inneren Organe. Hierunter fällt auch die Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion verantwortlich ist. Wenn es nun während dieser Zeit zu einer Mangelversorgung kommt, sind die Fingerabdrücke genau so betroffen wie die Bauchspeicheldrüse, bei der sich dann eine Fehlfunktion bilden kann.