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Ausschlag in der Leistengegend: Wie Sie Abhilfe finden

Ausschlag in der Leistengegend kann besonders lästig sein – für einige Menschen auch beschämend. Doch lassen Sie sich dadurch nicht davon abhalten, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn Sie schon bei den ersten Anzeichen von Ausschlag oder Reizung in der Leistengegend Ihren Arzt aufsuchen, kann dies zu einer zielgerichteten Behandlung führen, die häufig Erfolg hat.

Wenn die Haut zu viel reibt

Eine der häufigen Formen von Hautinfektionen und Entzündungen ist die Intertrigo (Hautläsion). Der Wundreiz wird durch ein warmes und meist feuchtes Milieu begünstigt, und tritt dann auf, wenn aneinander grenzende Hautbereiche einer täglichen Reibung aneinander ausgesetzt sind. Somit kommt dies häufig in Hautfalten vor. Das Aneinanderreiben der Hautbereiche führt zu Nässe, wodurch die Haut aufweicht, rötet, juckt und oberflächlich Risse bildet. Dies bildet schließlich den idealen Nährboden für Pilze – einer der häufigsten ist die Hefepilz-Gattung Candida – und für Bakterien.

Typischerweise ist der Wundreiz rötlich-braun und kann Sekretfluss und Krustenbildung nach sich ziehen. Das Risiko für diese Hautschädigung ist erhöht, wenn Sie stark übergewichtig sind oder Diabetes haben. Ein erhöhtes Risiko liegt auch bei Urin- oder Stuhlinkontinenz vor.

Eine Form der bakteriellen Infektion, die zusammen mit dem Wundreiz, aber auch unabhängig davon auftreten kann, ist das Erythrasma. Abgesehen von einem möglichen leichten Juckreiz verursacht diese Bakterieninfektion keine weiteren Beschwerden. Die betroffenen Hautbereiche sehen typischerweise rötlich aus. In der Arztpraxis kann diese Infektion mit Hilfe eines speziellen UV-Lichts diagnostiziert werden.

Diese Maßnahmen können Ihnen helfen

Die Intertrigo wird vermutlich nicht von allein wieder verschwinden. Sie können versuchen, die Haut trocken zu halten und eine nicht-verschreibungspflichtige Zinkoxid-Salbe oder ein Antipilz-Puder aufzutragen. Zu den weiteren Therapien, die Ihnen Ihr Arzt empfiehlt, gehören zum Beispiel: Antipilz- oder antibakterielle Salben, orale Antibiotika sowie eine verdünnte Essig-Lösung, die helfen kann, die mit der bakteriellen oder Pilzinfektion verbundenen Keime abzutöten.

Eine milde Hydrocortison-Salbe kann die Hautentzündung lindern. Wenn ein Erythrasma mitbeteiligt ist, kann das Antibiotikum Erythromycin besonders hilfreich sein.

Weitere, mit Wundreiz in der Leistengegend verbundene Übeltäter sind:

  • Ekzem (Dermatitis) – Ob Sie nun seit Ihrer Jugend immer wieder Phasen mit entzündlichen, juckenden Hautreaktionen erlebt haben oder dies erst seit Kurzem auftritt, ein Aufflackern dieser roten bis braun-grauen Flecken kann sehr unangenehm sein. Die dünnen schuppigen Stellen auf entzündeter Haut nässen und verkrusten, wenn daran gekratzt wird. Wenn Selbsthilfemaßnahmen wie Vermeiden von Reizstoffen, nichtverschreibungspflichtige Salben und Feuchtigkeitscremes nicht ausreichen, kann Ihnen Ihr Arzt kortisonhaltige Salben verschreiben. Orale Antihistaminika können ebenfalls helfen.
  • Inverse Psoriasis – Dieser Typ der Schuppenflechte tritt in Form von weichen, roten Flecken auf der Haut auf und kann durch Reibung und Schweiß verschlimmert werden. Am häufigsten kommt sie bei übergewichtigen Menschen vor. Wie das Ekzem kann auch eine Psoriasis für eine Zeit lang aufflackern und dann wieder abklingen. Zu den üblichen Behandlungen gehören topische Kortikosteroide oder topische entzündungshemmende Medikamente mit dem Namen Calcineurin-Inhibitoren wie zum Beispiel Tacrolimus (Protopic®) oder Pimecrolimus (Eidel®). Manchmal kann auch eine bakterielle Infektion der Haut wie zum Beispiel Streptokokkus zu einer Psoriasis führen. In einem solchen Fall ist ebenfalls eine Behandlung erforderlich.
  • Tinea Cruris – Von dieser Hautpilzinfektion sind nicht nur schwitzende Sportler betroffen. Dieser juckende, rote und sehr häufig ringförmige Ausschlag kann ein brennendes Gefühl auslösen. Er tritt überwiegend in warmen, feuchten Hautarealen der Innenschenkel, des Gesäßes und der Genitalien auf. Sie sind anfälliger, wenn Sie stark schwitzen, stark übergewichtig sind, Diabetes oder ein Ekzem haben. Tinea Cruris wird durch Pilze verursacht, die man als Dermatophyten bezeichnet. In vielen Fällen lässt sich die Hautpilzinfektion mit nicht-verschreibungspflichtigen Antipilzsalben, Lotionen, Puder oder Sprays behandeln. In schwerwiegenden Fällen können verschreibungspflichtige topische oder orale Antipilzmedikamente erforderlich sein.
  • Folliculitis – Kleine Haarfollikel befinden sich fast überall auf Ihrer Haut. Wenn diese Follikel durch Reibung mit der Kleidung oder durch übermäßiges Schwitzen beschädigt werden, können sie sich durch Bakterien infizieren. Dies kann zu juckendem Ausschlag führen, der aus kleinen, weißlichen Pickeln um den entzündeten Follikel herum besteht. Unter folgenden Bedingungen sind Sie möglicherweise anfälliger für eine Folliculitis: Wenn Sie bereits eine Hautkrankheit wie eine Dermatitis haben, Sie Diabetiker oder stark übergewichtig sind, oder wenn Sie in einem warmen, feuchten Klima leben. Manchmal klingt eine Folliculitis innerhalb von 2 bis 3 Tagen wieder ab. Wenn sie sich jedoch ausbreitet oder erneut auftritt, sollten Sie sich von Ihrem Arzt antibiotische oder antimykotische Medikamente verschreiben lassen.
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