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Verbrennungen: Was tun bei schweren Verbrennungenn

Schwere Verbrennungen zweiten Grades oder mit einer Fläche über 8 cm behandelt der Notarzt. Dies ist darüber hinaus zwingend erforderlich, wenn eine Verbrennung der Atemwege oder eine Rauchvergiftung vorliegt. Das Einatmen von Rauch stellt einen lebensbedrohlichen Risikofaktor dar, der bei Verbrennungen auftreten kann.

Maßnahmen bei schweren Verbrennungen

Gehen Sie sicher, dass die Ursache für die Verbrennung oder Verätzung beseitigt ist. Wenn die Kleidung Feuer fängt, lassen Sie die betreffende Person nicht weglaufen: Der Luftzug facht das Feuer an der Kleidung unter Umständen weiter an. Löschen Sie die Flammen mit Wasser oder ersticken Sie den Brand mit einer Decke oder einem Mantel oder rollen Sie die Person am Boden. Vergewissern Sie sich, dass der Stoff nicht mehr glimmt. Entfernen Sie keine verkohlten Stoffreste, die auf der Haut kleben.

Überprüfen Sie die Atmung der Person. Wenn das nicht der Fall ist oder die Atemwege blockiert sind, versuchen Sie die Atemwege zu befreien. Beginnen Sie notfalls mit Wiederbelebungsmaßnahmen im Sinne einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Abschätzung verbrannter Hautfläche

Mit Hilfe der Neuner-Regel schätzen Sie den Anteil der verbrannten Hautfläche ab. Jede Körperregion trägt einen Wert von 9 oder 18 Prozent: Kopf und Hals 9 Prozent, Bauch und Brust je 9 Prozent, Rücken 18 Prozent, Arm 9 Prozent, Bein 18 Prozent und Schamgegend 1 Prozent.

Bedecken Sie die verbrannten Hautareale mit einem trockenen, sterilen Verband oder mit einem sauberen Stück Stoff. Bei großen Flächen hilft des Weiteren ein sauberes Laken. Greifen Sie nicht auf Decken oder Handtücher zurück, deren Fasern unter Umständen mit der Wunde verkleben. Geben Sie keine Salbe auf die Wunde und lassen Sie Blasen intakt.

Hauttransplantationen sinnvoll?

Im Krankenhaus führen die Ärzte intravenös Flüssigkeit zu, da schwere Verbrennungen eventuell zur Austrocknung (Dehydration) führen. Je nach Schwere und Umfang der Hautschäden verweist man Sie an spezialisierte Kliniken oder plastische Chirurgen. Betreffen die Verbrennungen große Hautbereiche, ist eine Hauttransplantation von unversehrten Stellen zur Förderung des Heilungsprozesses sinnvoll.

Steht nicht genügend Eigenhaut zur Verfügung, setzt man einen zweischichtigen Hautersatz (Integra®) aus Kollagen ei. Damit decken die Chirurgen großflächige Hautdefekte ab und verhindern die Bildung von verhärtetem Narbengewebe. Nach etwa zehn Tagen bringt der Arzt ein viel dünneres Hauttransplantat auf und der Körper resorbiert das Kollagenvlies vollständig.

Die Regeneration der Haut

Schwere Verbrennungen an kleinen Stellen verheilen in der Regel ohne medikamentöse Hilfe, neigen jedoch zur Narbenbildung. Im Allgemeinen verheilen schwere Verbrennungen wie andere Wunden: Schorf bildet sich über dem betroffenen Bereich, Hautzellen wandern in die Wunde ein und bilden eine neue gesunde Barriere.

Die vollständige Regeneration der Haut dauert vier bis sechs Wochen oder länger. Wenn sich die Wunde infiziert oder Sie Schwindelanfälle, Atemprobleme oder andere ernste Komplikationen feststellen, suchen Sie sofort den Arzt auf.

Hilfe bei kleineren Verbrennungen

  • Kühlen Sie die Brandwunde – Halten Sie die verbrannte Hautpartie für 15 Minuten unter fließendes kaltes Wasser. Falls dies nicht möglich ist, tauchen Sie die Brandwunde in kaltes Wasser oder bedecken Sie sie mit kalten Kompressen. Das Kühlen der Verbrennung reduziert die Schwellungen, indem die Hautoberfläche Hitze ableitet.
  • Benutzen Sie kein Eis – Wenn Sie Eis direkt auf eine Verbrennung legen, führt dies unter Umständen zu Erfrierungen und schädigt die Haut noch mehr.
  • Benutzen Sie unter Umständen eine Lotion – Wenn die Brandwunde völlig abgekühlt ist, tragen Sie gegebenenfalls eine Lotion oder Feuchtigkeitscreme auf. So trocknet die Wunde nicht aus und die verbrannte Stelle fühlt sich angenehmer an. Bei Sonnenbrand versuchen Sie eine einprozentige Hydrokortisoncreme.
  • Verwenden Sie keine Butter oder Mehl – Wenn man sofort Butter auf die verbrannte Haut gibt, hält der Körper die Hitze im Gewebe. Dort verursacht diese noch mehr Schaden. Durch die Anwendung von Butter oder Mehl steigt das Infektionsrisiko.
  • Legen Sie bei einer Verbrennung einen Verband an – Bedecken Sie die Wunde mit einer sterilen Mullbinde (Watte reizt die Haut). Legen Sie den Verband lose an, um Druck auf die Brandwunde zu vermeiden. Der Verband schützt die verbrannte Zone vor Luftzug und verringert den Schmerz.
  • Stechen Sie keine Brandblasen auf – Mit Flüssigkeit gefüllte Blasen schützen vor Infektionen. Wenn eine Brandblase von selbst aufgeht, reinigen Sie die Stelle mit einer milden Seife und Wasser. Legen Sie einen Mullverband an.
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