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Hautschutz: Die gängigsten Vorurteile gegenüber der Sonne

Sommer, Sonne, Seligkeit – damit Sie die schöne Jahreszeit unbeschwert genießen können, sollten Sie die verbreitetsten Sonnen-Irrtümer und meine Tipps für einen relaxten Sonnengenuss kennen.

  1. Im Schatten sind Sie vor der Sonne sicher Stimmt nicht. Denn die Sonnenstrahlung wird zu 85 % von Sand, Wasser, hellen Möbeln oder Gebäuden reflektiert. Aus diesem Grund können Sie sich auch einen Sonnenbrand einhandeln, wenn Sie den ganzen Tag unter einem Sonnenschirm sitzen. Wenn Sie im Sommer nach draußen gehen, sollten Sie immer Sonnenschutzmittel verwenden – ganz gleich ob Sie sich in der Sonne oder im Schatten aufhalten.
  2. Im Wasser brauchen Sie keinen Schutz Auch das ist ein Irrtum, denn das Wasser ist besonders tückisch. In einer Tiefe von 50 Zentimetern kommen immerhin noch 60 % der UVB-Strahlen und 85 % der UVA-Strahlen an. Deshalb sollten Sie nur mit einem wasserfesten Sonnenschutz ins kühlende Nass. Da die Haut beim Schwimmen und Schnorcheln gekühlt wird, bemerken Sie einen Sonnenbrand, den Sie sich im Wasser geholt haben, erst später als einen, den Sie sich „an Land“ eingefangen haben. Nach jedem Baden heißt es auf alle Fälle: Neu eincremen.
  3. Kleidung schützt Sie vor Sonnenstrahlung Zwar schützt weite und dunkle Kleidung Sie besser vor den Sonnenstrahlen als helle und leichte Kleidung. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Sie sich auch unter der Kleidung mit Sonnenschutzmitteln eincremen sollten – übrigens auch unter Bikini und Badeanzug. Waschen Sie Ihre Sommerkleidung mit Waschmitteln, die einen UV-Filter enthalten. Es braucht allerdings mehrere Wäschen, bis der Schutz wirken kann.
  4. Mit dem richtigen Mittel können Sie lange in der Sonne bleiben Schön wär’s. Die Schutzdauer lässt sich nicht durch mehrfaches Eincremen verlängern. Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, in der Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Diese Zeit ist abhängig von Ihrem Hauttyp und liegt zwischen 5 (allergiegefährdete Haut) und 40 Minuten (südländischer Typ). In dieser Zeit versucht Ihre Haut, die eigenen Schutzfaktoren zu mobilisieren. Ist die Zeit überschritten, verbrennt sie. Die Höhe des Lichtschutzfaktors (LSF) bei Sonnenschutzmitteln sagt Ihnen, um wie viel länger Sie mit einem Sonnenschutzmittel in der Sonne bleiben können, ehe sich die Haut rötet. Ihre Sonnenzeit berechnet sich aus Ihrer Eigenschutzzeit multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor. Beispiel: Ein Eigenschutz von zehn Minuten ergibt mit LSF 6 eine Stunde in der Sonne. Ich empfehle Ihnen, bereits nach zwei Dritteln der erlaubten Zeit in den Schatten zu gehen. Das wird Ihre Haut Ihnen danken.
  5. Wenn Sie keinen Sonnenbrand bekommen, ist Ihre Haut „safe“ Bei jedem Sonnenbad werden durch die UVA-Strahlen in Ihrer Haut freie Radikale freigesetzt. Sie schwächen Ihr Immunsystem, zerstören elastische Fasern und verändern das Erbgut. Und sie sorgen dafür, dass Ihre Haut schneller alt wird. Je häufiger Sie Ihre Haut bräunen, um so eher bekommen Sie Falten. Ihre Haut braucht zudem 12 bis 14 Stunden, um sich von einem Sonnenbad zu erholen. Also denken Sie daran, dass auch Ihre Haut Urlaub braucht.
  6. Dunkle Gläser reichen als Schutz für Ihre Augen Das könnte man zwar meinen, stimmt aber nicht: Gerade bei dunklen Gläsern öffnen sich die Pupillen und lassen noch mehr Strahlen ins Auge. UVA- und UVB-Strahlen können Linse, Netz- und Hornhaut schädigen, ohne dass Sie es gleich merken. Sie können zu Bindehautentzündungen führen und das Risiko erhöhen, an Grauem Star zu erkranken. Helle Augen lassen mehr Licht auf die Netzhaut als dunkle. Nicht die dunkelsten Gläser schützen am besten, sondern nur die mit einem eingebauten Filter. Leisten Sie sich deshalb eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Einen fast hundertprozentigen Schutz bieten Ihnen Brillen mit CE-Symbol und der Aufschrift EN 1836:1977. Wichtig ist auch die optische Qualität der Gläser (am besten Klasse 1) und die Blendschutzkategorie (möglichst 2). Eine Brille mit breiten Bügeln wirkt gegen Streulicht. Besonders unsinnig sind übrigens die Sonnenbrillen, die nach unten hin heller werden, denn das Licht wird gerade von unten – Wasser, Sandboden – reflektiert.
  7. Mit Vorbräunen im Solarium sind Sie besser geschützt Falsch, denn die Solariumstrahlung schadet Ihrer Haut und baut auch keine schützende Lichtschwiele auf. Bräunen Sie sich deshalb nicht im Solarium vor. Auch die hier verwendeten UV-Strahlen lassen Ihre Haut schneller altern und können zu Hautkrebs führen. Jeder Besuch im Sonnenstudio erhöht Ihr Hautkrebsrisiko.
  8. Selbstbräuner schützen Sie vor Sonnenbrand Nein, die Wirkstoffe bieten keinen Schutz.
  9. Ihre Haut gewöhnt sich mit der Zeit an die Sonne Das stimmt leider auch nicht. Zwar baut sich innerhalb von etwa drei Wochen Ihre „maximale“ Lichtschwiele auf. Diese verdickte Hornschicht soll die Sonnenstrahlen gewissermaßen ablenken und die tieferen Schichten Ihrer Haut schützen. Doch das entspricht höchstens einem Lichtschutzfaktor von 10. Bräune bietet also wenig Schutz. Steigen Sie deshalb nicht auf Präparate mit einem kleineren LSF um, sondern nehmen Sie Ihren Sonnenschutz den ganzen Sommer lang ernst!

 

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