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Gesundheitsrisiken im Sommer: Sonnenbrand, Bisse und Stiche

Ein Tag am Strand oder im Freibad, auf dem Golfplatz oder bei einem erfrischenden Getränk auf der Veranda: Fast jeder von uns hat einen Lieblingsplatz, um die sonnigen Tage und die warmen Temperaturen des Sommers zu genießen.

Der Sommer bringt zudem einige saisonale Gesundheitsrisiken. Wenn Sie diese Risiken vermeiden und damit zusammenhängende Gesundheitsprobleme behandeln können, steht einem unbeschwerten Sommer nichts mehr im Wege.

Tierbisse und -kratzer

Bei steigenden Temperaturen werden frei lebende Tiere, Insekten und andere Lebewesen aktiver. Dies bringt für den Menschen unter Umständen unangenehme Folgen mit sich: Wenn Sie gebissen oder stark gekratzt worden sind, waschen Sie die Wunde mit Seife und Wasser aus und suchen Sie einen Arzt auf. Möglicherweise gerieten Sie mit dem Erreger der Tollwut in Berührung. Dieser bezeichnet ein tödliches Virus, das sich durch den Biss eines infizierten Tiers auf den Menschen überträgt.

Als Anzeichen für Tollwut bei einem Tier gelten Nervosität, Aggressivität, abnormes Verhalten wie außergewöhnliche Zahmheit und übermäßiger Speichelfluss („Schaum vorm Maul“). Frei lebende Tiere wie Füchse und Nagetiere übertragen den Tollwut-Virus auf Hunde, Katzen und andere Haustiere. Eine Impfung Ihrer Haustiere gegen Tollwut schützt Sie und Ihre Haustiere vor dieser tödlichen Infektionskrankheit. Zur Behandlung von Tollwut waschen Sie die Bisswunde sorgfältig aus und nehmen Sie eine sofortige Impfung vor. Der Betroffene muss noch während der Inkubationszeit eine Immunität erwerben. Nach Ausbruch der Krankheit ist eine stationäre Intensivtherapie unumgänglich. Für Kranke ohne Impfschutz fällt die Prognose in der Regel sehr ernst aus.

Spinnenbisse

Wenige Spinnenarten sind für den Menschen gefährlich:

  • Spinnen der Lactrodectus-Gruppe (z. B. die schwarze Witwe mit ihrer typischen roten Markierung auf dem Bauch)
  • Spinnen der Atrax-Art mit neurotoxischen Giften
  • Spinnen der Loxocseles-Gruppe mit Giften, die zu Blutungen und Hautnekrosen führen.

Die genannten Spinnenarten bevorzugen warme Regionen, Dunkelheit und trockene Orte mit vielen Fliegen. Aus diesen Gründen halten sie sich oft in Toiletten im Freien auf. Manchmal bemerken Sie den Biss nicht, denn er fühlt sich nur wie ein Nadelstich an.

Innerhalb weniger Stunden treten möglicherweise Schwellungen an der Einstichstelle und Atemprobleme auf. In diesem Fall erfordert es unverzügliche ärztliche Hilfe. In der Zwischenzeit kühlen Sie die Einstichstelle mit Eis oder kaltem Wasser. Wenn Extremitäten (Finger, Hand, Bein, Zehe) betroffen sind, sollten Sie diese oberhalb des Einstichs abbinden. Auf diese Weise verlangsamt sich die Blutzirkulation und damit der Gifttransport.

Hautreizungen durch Pflanzen

Hautkontakt mit bestimmten Pflanzen wie Brennnesseln oder Eibe (Nadeln, Zweige und die Kerne der roten Beeren sind giftig) führt unter Umständen zu Juckreiz, Rötungen, Blasenbildung und nesselsuchtartigem Hautausschlag. Wenn Sie mit einer dieser Pflanzen in Berührung kamen, waschen Sie die betroffenen Hautpartien umgehend mit Wasser ab, um allergische Reaktionen zu reduzieren. Bei Juckreiz, Rötung und Blasenbildung lindern Sie die Symptome, indem Sie die betroffene Stelle in kaltes Wasser tauchen.

Rezeptfrei erhältliche Salben und Cremes mit einem einprozentigen Hydrocortisongehalt helfen ebenfalls. Für die Behandlung von starkem Juckreiz gibt es verschreibungspflichtige Präparate. Bei Anzeichen einer Infektion, wie Rötung, Schwellung oder eitriger Entzündung suchen Sie einen Arzt auf.

Insektenstiche

Nichts vermiest einen schönen Sommertag so sehr wie ein schmerzhafter Wespen- oder ein brennender Bienenstich. Dieses Problem ist so alt, wie es Menschen auf der Erde gibt. Aus diesem Grund enthält die Schatztruhe der alten Naturärzte eine Menge bewährter Rezepte gegen die lästigen Folgen eines Insektenstichs.

Darüber hinaus steuerte die moderne Naturheilkunde einige interessante Neuentdeckungen bei.

Entfernen des Stachels

Bienen besitzen einen Stachel mit anhängender Giftdrüse, der beim Stechen abbricht. Wespen, Hornissen und Hummeln stechen mit ihrem Wehrstachel dagegen kurz zu. Mücken und Bremsen pieksen ihren spitzen Saugrüssel in die Haut und geben dabei ein Toxin ab.

Falls ein Stachel in Ihrer Haut steckt, hat eine Biene Sie gestochen. Kratzen Sie den Stachel vorsichtig mit einem Fingernagel aus der Haut. So verhindern Sie, dass sich die Giftdrüse entleert. Dies passiert beim Herausziehen mit einer Pinzette in vielen Fällen. Anschließend desinfizieren Sie die Wunde wie alle anderen Insektenbisse mit einem handelsüblichen medizinischen Desinfektionsmittel. Für unterwegs empfehlen sich kleine abgepackte Desinfektionstücher. Diese erhalten Sie für wenige Euro in jeder Apotheke. Im Notfall können Sie die Wunde mit hochprozentigem Alkohol (z. B. Korn) abtupfen.

Die aufgeschnittene Zwiebel

Haben Sie kein Desinfektionsmittel zur Hand, genügt eine aufgeschnittene Zwiebel. Ihre schwefelhaltigen Inhaltsstoffe Allicin und Alliin wirken antibakteriell und verhindern Wundinfektionen. Darüber hinaus scheint die Zwiebel auf bisher ungeklärte Weise die Wirkung von Insektengiften zu neutralisieren. Brennen und Juckreiz kommen kaum auf bzw. Schwellungen bleiben aus. Wenden Sie die Zwiebel bei Verletzungen durch Wespen, Bienen und Hornissen sowie bei Bremsenstichen an. Diese entzünden sich erfahrungsgemäß sehr leicht.

Steht keine Zwiebel zur Verfügung, sollten Sie die Verletzung auf jeden Fall kühlen, um Schwellungen und Juckreiz zu mindern. Ein Coolpack aus dem Kühlschrank, kaltes (Essig-)Wasser, ein Beutel Tiefkühlgemüse in ein Handtuch eingeschlagen oder eine dicke Schicht kalter Quark helfen zuverlässig. Die üblichen Gele (z. B. Fenistil ® oder Soventol ® ) richten wenig aus, da ihre Wirkstoffe nicht tief genug in die Haut dringen.

Aus der homöopathischen Hausapotheke

  • Apis mellifica D 6 für stechende, brennende oder juckende Schmerzen mit rosig glänzender Schwellung
  • Arnica D 12 für blutunterlaufene Bisse oder Stiche
  • Cantharis D 6 für brennende Schmerzen, die alle anderen Beschwerden überdecken
  • Hypericum D 6 für Verletzungen an Fingern, Zehen und Lippen; die Schmerzen schießen die Nervenbahnen entlang
  • Ledum D 6 für juckende Schmerzen, die sich durch kalte Umschläge bessern; für Mücken- und Bremsenstiche

Nehmen Sie alle halbe Stunde je fünf Streukügelchen, bis Ihre Beschwerden nachlassen, höchstens jedoch achtmal hintereinander. Bei Insektenstichen im Mund- und Rachenraum reichen die genannten Hilfen nicht aus. Rufen Sie hier (wie bei einer Insektengift-Allergie) sofort den Notarzt (Tel. 112). Lassen Sie den Patienten Eis lutschen und legen Sie ihm im Sitzen kalte Umschläge um den Hals. So verhindern Sie ein Zuschwellen der Luftröhre. Geben Sie niemals etwas zu trinken, da aufgrund der Schwellung erhöhte Verschluck- und damit Erstickungsgefahr besteht!

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