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Sonnenschutz: Schützen Sie Ihre Haut vor Sonne!

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Sonne lässt die Haut altern
  2. Lichtschutz als tägliches Pflichtprogramm
  3. Der Lichtschutzfaktor
  4. Der richtige Umgang mit einem Sonnenbrand
  5. Medikamente können Sie lichtempfindlicher machen
  6. Erhöhte Ozonwerte? Lassen Sie es langsam angehen!
  7. Die gängigsten Vorurteile gegenüber der Sonne
  8. Künstliche Sonnenbestrahlung: Wahr oder falsch?

Die Sonne ist, wie man heute weiß, der größte Feind der Haut. Wie gefährlich ein fehlender Schutz vor ihren UV-Strahlen ist, zeigen die aktuellen Zahlen der Deutschen Krebshilfe: Pro Jahr erkranken bei uns 224.000 Menschen an Hautkrebs.

Das liegt sicherlich auch daran, dass die meisten die Stärke der UV-Strahlung unterschätzen. Während die kurzwelligeren UV-B-Strahlen nur bis in die oberen Hautschichten eindringen, erreichen die langwelligeren UV-A-Strahlen die tiefere Lederhaut (Dermis) und können hier Schäden am Erbgut in den Zellkernen (DNA) verursachen, die zu Hautkrebs führen. Dabei wirkt diese Strahlung nicht nur bei hellem Sonnenschein auf unsere Haut ein, sondern auch bei bedecktem Himmel.

Schützen Sie sich vor der Sonne© benicce – Fotolia

Die Sonne lässt die Haut altern

Rund 80 Prozent aller sichtbaren Zeichen vorzeitiger Hautalterung werden durch die UV-Strahlung verursacht. Der Grund dafür sind in erster Linie die UV-A-Strahlen, die in der Dermis zu einem Kollagenabbau führen. Außerdem lässt die UV-Strahlung vermehrt freie Radikale entstehen, die ihrerseits die Hautzellen angreifen und altern lassen.

UV-Strahlung hat folgende Auswirkungen auf die Haut:

  • vorzeitige Faltenbildung
  • Pigmentstörungen
  • Nachlassen der Spannkraft
  • Erschlaffung der Gesichtskonturen
  • Vergröberung des Hautreliefs mit sichtbar großen Poren

Um hier gegenzusteuern, ist ein konsequenter Lichtschutz die beste Maßnahme. Das gilt nicht nur im Sommer und in der Mittagszeit.

Zu wenig bekannt: UV-A-Strahlung ist immer da!

Es hat sich schon herumgesprochen, dass die Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden zwischen 12 und 15 Uhr und im Sommer am aggressivsten ist. Doch das trifft nur auf die UV-B-Strahlen zu, die den Sonnenbrand verursachen. Die für die Haut so schädliche UV-A-Strahlung hat dagegen kaum Schwankungen in Bezug auf die Tages- oder Jahreszeit.

Sobald es am Morgen hell wird, bekommen wir praktisch dieselbe Strahlendosis wie in den Mittagsstunden. Das gilt auch für alle Jahreszeiten gleich – egal ob im Sommer oder im Winter, die UV-A-Strahlung nimmt weder ab noch zu. Das heißt, dass Sie Ihre Haut durchaus auch bei bedecktem Himmel und am frühen Morgen schützen müssen, wenn Sie die Alterungsprozesse in der Haut bremsen möchten.

Höhere UV-Strahlung im Schnee

Nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter sollten Sie sich sorgfältig vor zu viel UV-Strahlung schützen. Dies gilt besonders bei Spaziergängen und beim Skivergnügen im Schnee. Dieser reflektiert nach Untersuchungen der Forschergruppe Geowissenschaften der Münchner Rückversicherung etwa 60 Prozent der UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht. Ähnliches gelte im Sommer am und auf dem Wasser.

Lichtschutz als tägliches Pflichtprogramm

Es ist nichts Neues und dennoch machen es viele Menschen falsch: die richtige Anwendung von Sonnencremes. Auf der einen Seite scheint es die „typisch deutsche“ Sparsamkeit zu sein. Durchschnittlich eine Flasche Sonnenschutz verbraucht eine vierköpfige Familie im dreiwöchigen Sommerurlaub. Das liegt nicht am schlechten Wetter im Urlaub. Viele Menschen meinen, ein Spritzer pro Körperteil reicht aus. Merken Sie sich lieber die Schnapsglas-Faustregel. Pro Eincreme-Vorgang sollten Sie so viel Creme verwenden, wie in ein Schnapsglas (2 cl) passt. Dann schützt Sie der Lichtschutzfaktor, der auf der Flasche ausgewiesen ist.

Auf der anderen Seite sollten Sie darauf achten, Sonnencremes mit physikalischen Filtern zu kaufen. Die erkennen Sie daran, dass in der Inhaltsliste Zinkoxyd oder Titanoxyd aufgeführt sind. Im Gegensatz zu den chemischen Filtern sind diese besser verträglich und lösen keine Allergien aus. Darüber hinaus wirken sie sofort. Sie müssen die Sonnencreme nicht mehr 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen. Einen Nachteil bringen die Cremes mit sich: Sie lassen sich schwerer verteilen und ziehen nicht so schnell in die Haut ein.

Sonnenmilch zum Schutz vor Hautkrebs© ArTo – Fotolia

Achten Sie unbedingt auf die Inhaltsstoffe Ihrer Sonnencreme

In Sonnenschutzmitteln werden zwei unterschiedliche Lichtschutzfaktoren eingesetzt: chemische und mineralische. Die chemischen Filter dringen in die Haut ein, fangen die UV-Strahlen auf und wandeln sie in Wärmestrahlung um. Mineralische Filter dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Sonnenlicht an der Hautoberfläche.

Auch wenn das sicher schon immer die schonendere Variante war, so hatten die mineralischen Filter früher einen sehr unschönen kosmetischen Effekt: Sie gaben der Haut eine weiße Farbe. Das kann heute jedoch gut umgangen werden. Ob chemisch oder mineralisch, in beiden Fällen gibt es Filter, die in Ihrem Sonnenschutzmittel nicht enthalten sein sollten.

Diese Inhaltsstoffe sind gesundheitlich bedenklich:

  • Oxybenzon
  • Retinylpalmitat
  • Titandioxid
  • Zinkoxid
  • Nanopartikel

Laut Gesetz müssen diese Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben werden, auch wenn die Schrift oft so klein ist, dass Sie zum Entziffern fast eine Lupe brauchen.

Meiden Sie gefährliche Inhaltsstoffe

Doch so unauffällig die chemischen Filter auch auf der Haut sind, so gravierend können ihre gesundheitlichen Auswirkungen sein. So kann der Lichtschutzfilter Oxybenzon (auch Benzophenone-3) zu Zellschäden in der Haut und zu Hautkrebs führen. Gleichzeitig wirkt die Substanz östrogenartig und soll schmerzhafte Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter (Endometriose) auslösen. Retinylpalmitat ist in das Visier der Krebsforschung geraten, da es in Studien mit Labormäusen das Hautkrebsrisiko bei direkter Sonnenbestrahlung erhöht hat. Produkte, die diese Filter enthalten, sollten Sie daher aus Sicherheitsgründen meiden.

Ebenfalls unter Verdacht geraten ist Zinkoxid. Forscher der Universität von Missouri in Columbia (USA) hatten in einem Laborversuch mit menschlichen Lungenzellen nachweisen können, dass Zinkoxid bei Kontakt mit UV-Licht eine chemische Reaktion auslöst. Dabei entstehen hoch aggressive Moleküle (freie Radikale), die schädigend auf die DNA wirken und vermutlich Hautkrebs auslösen können. Außerdem enthalten Zinkoxid-Sonnencremes meistens Nanopartikel, die so winzig sind, dass sie die Hautbarriere durchdringen und sogar bis ins Blut vordringen können. Die gesundheitlichen Auswirkungen hiervon sind bis heute noch nicht vollkommen absehbar. Entscheiden Sie sich am besten für ein Produkt mit überwiegend mineralischen Lichtfiltern, wobei Sie durchaus zu Präparaten vom Discounter greifen dürfen. Nach einer aktuellen Untersuchung von Öko-Test sind die billigen Cremes und Lotionen genauso gut wie die teuren Parfümerieprodukte.

Der Lichtschutzfaktor

Die schützende Qualität eines Sonnenschutzes misst man durch den Lichtschutzfaktor (LF). Er bezeichnet das Verhältnis zwischen der UVB-Dosis, die zur Erzeugung einer minimalen Dermatitisreaktion (Hautentzündung) mit Sonnenschutz gebraucht wird, und der UVB-Dosis, die zur Erzeugung einer Dermatitisreaktion mit gleicher Intensität ohne Sonnenschutz nötig ist. Mit anderen Worten: Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich im Vergleich zur ungeschützten Exposition der Sonne nach Auftragen eines Lichtschutzmittels aussetzen kann, bis eine Dermatitis auftritt.

LF-Werte reichen von 2 bis 52. Dermatologen der Mayo Clinic empfehlen Lichtschutzfaktor von 15 aufwärts, um einen genügenden Schutz vor UVB-Strahlung zu jeder Tageszeit zu garantieren. Da jahrelange Exposition gegenüber UVA-Strahlung mit einem steigenden Hautalterungs- und Hautkrebsrisiko verbunden ist, sollte man ein Sonnenschutzmittel verwenden, das gegen UVB- und UVA-Strahlen schützt. Die regelmäßige Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor bietet einen Schutz vor Nichtmelanomhautkrebs. Neben Verwendung von Sonnencreme sollten Sie darauf achten, sich so wenig wie möglich in der Sonne aufzuhalten, festgewebte Kleidung und einen breitkrempigen Hut zu tragen.

Richtiger Sonnenschutz: So wird’s gemacht

Ihrer Haut zuliebe sollten Sie jeden Tag gleich nach der morgendlichen Reinigung eine Creme mit einem Lichtschutzfaktor auf Ihr Gesicht auftragen. Aber Achtung: Der meistens als SPF (Sun protecting factor) angegebene Wert sagt zunächst nur etwas über den UV-B-Schutz aus.

Der UV-A-Schutz muss laut gesetzlicher Regelung jedoch ein Drittel des Gesamt-SPF ausmachen. Viele Hersteller bieten inzwischen farblose und auch getönte Tagescremes an, die für den täglichen Lichtschutz bestens geeignet sind. Sie finden diese Produkte in jedem Drogeriemarkt.

Hände umschließen Sonne© frankoppermann – Fotolia

Nutzen Sie hautgerechten Sonnenschutz

Der Sonnenschutz richtet sich nach Ihrem Hauttyp. Die Reaktion der Haut auf UV-Licht ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wer zum Hauttyp I und II gehört, sollte besonders vorsichtig sein.

  • Hauttyp I: helle sommersprossige Haut, sehr schnell Sonnenbrand und kaum Bräunung
  • Hauttyp II: helle Haut, neigt zu Sonnenbrand und wenig Bräunung
  • Hauttyp III: gelegentlich Sonnenbrand, gute Bräunung
  • Hauttyp IV: selten Sonnenbrand, dunkler Teint (Mittelmeer-Typ)

Die Hautalterung

Eine Studie französischer Wissenschaftler vom Zentrum für Hautforschung in Neuilly-sur-Seine ergab, dass die Sonne weniger zur Hautalterung beiträgt als bisher angenommen. Die Experten des von der Kosmetikfirma Chanel unterhaltenen Instituts befragten 361 Frauen zwischen 18 und 80 Jahren nach ihrem bisherigen Lebensstil. Im Anschluss daran bestimmten sie den Grad der Hautalterung.

Dabei zeigte sich, dass Umwelteinflüsse wie Sonnenstrahlung oder das Rauchen zu 10 Prozent am Alterungsprozess beteiligt sind. Die meisten Falten stellen die Folge einer natürlichen Hautalterung und genetischer Einflüsse dar. Sonnenschutz und Hautpflegemaßnahmen sind wichtig, aber verhindern lässt sich die Faltenbildung auf lange Sicht nicht. Zu einer reifen Haut gehören Falten von Natur aus dazu.

Olivenöl schützt Ihre Haut nach einem Sonnenbad

Olivenöl ist nicht nur ein vorzügliches Speisefett, sondern schützt Sie nach einem Sonnenbad vor Hautschäden. Denn die im Öl enthaltenen Antioxidantien wie Vitamin E neutralisieren die aggressiven freien Radikale, die sich unter Einwirkungen der UV-Strahlung in der Haut gebildet haben und ein gefährliches Entzündungspotential darstellen. Das Öl sollten Sie dünn und nach dem Sonnenbad auftragen. Als vorbeugender Schutz ist es nicht brauchbar.

Der richtige Umgang mit einem Sonnenbrand

Trotz aller Schutzmaßnahmen kommt es hin und wieder mal zu Hautrötungen. Da heißt es natürlich als erstes: Raus aus der Sonne! Nehmen sie eine lauwarme bis kalte Dusche und kühlen Sie Ihre Haut mit feuchtkalten Umschlägen, etwa mit Quark: Geben Sie diesen messerrückendick auf die geröteten Stellen, decken Sie diese mit Haushaltsfolie ab und geben Sie noch ein trockenes Leinentuch darüber. Sobald sich der Quark erwärmt hat, nehmen Sie ihn ab und legen noch einmal nach.

Hilft ebenfalls: Wund- und Brandgel (beispielsweise von Wala) oder Aloe-Vera-Gel. Bekommen Sie Fieber und Schüttelfrost, schlägt Ihre Haut Blasen und Ihnen wird übel, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Medikamente können Sie lichtempfindlicher machen

Müssen Sie im Sommer Antibiotika einnehmen, sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie sich im Freien aufhalten. Sie müssen dann damit rechnen, dass ein ungeschützter Aufenthalt in der Sonne für Sie unangenehme Folgen haben kann: Bestimmte Substanzen in Medikamenten und kosmetischen Produkten machen Sie empfindlicher gegenüber der UV-Strahlung der Sonne oder aus künstlichen Strahlungsquellen, wie zum Beispiel Sonnenbänke (Solarien). Diese Stoffe besitzen eine „photosensibilisierende“ Wirkung. Infolge der Photosensibilität besteht bei Ihnen das Risiko einer „Photoreaktion“. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Sonne kann Ihre Haut rot, juckend, geschwollen sein oder bildet Pusteln oder Blasen.

Solche Reaktionen sind nicht das gleiche wie ein Sonnenbrand. Wenn Sie einen Sonnenbrand haben, ist die Sonne der einzige Angriff auf Ihre Haut. Bei einer Photoreaktion wirkt die Sonne mit einer Substanz im oder auf dem Körper zusammen, die die Reaktion verursacht. Photoreaktionen dauern in den meisten Fällen länger als ein Sonnenbrand an (manchmal mehr als 72 Stunden) und sind in der Regel schmerzhafter. Wenn Sie wissen, welche Stoffe eine solche Reaktion hervorrufen, bewahrt Sie das vor unangenehmen Tagen und Nächten nach einem Aufenthalt in der Sonne.

Photoreaktion: Sind Sie gefährdet?

Bei jeder Person in jedem Alter kann eine photosensibilisierende Reaktion auf ein Medikament oder ein Produkt auftreten. Hellhäutige Personen sind nicht empfindlicher als dunkelhäutige Personen. Sie können eine Reaktion auch entwickeln, wenn Sie leicht braun werden. Der Grad Ihrer Reaktion kann stark variieren. Sie nehmen ein photosensibilisierendes Medikament einmal ein und zeigen eine leichte Reaktion auf die Sonneneinstrahlung. Bei einer anderen Gelegenheit tritt beim gleichen Medikament eine schwere Reaktion auf.

Wenn Sie einmal gegen eine bestimmte Substanz sensibilisiert sind, können Sie immer wieder auf diese Substanz reagieren, oft mit zunehmender Intensität. Darüber hinaus bleibt die Haut lichtempfindlich, so lange das Medikament sich in Ihrem Körper befindet. Das heißt, dass Sie eventuell noch einige Tage nach Absetzen des Medikaments lichtempfindlich bleiben. Die Reaktionsintensität variiert von Mensch zu Mensch. Das, worauf Sie reagieren, könnte bei einer anderen Person ohne Wirkung bleiben.

Photosensibilisierende Produkte

Substanzen, die Photoreaktionen hervorrufen, nennt man photosensibilisierende Substanzen. Einige häufig photosensibilisierende Medikamente sind:

  • Tetracyclin (Breitbandantibiotikum), Chinolonantibiotika und Sulfonamide (antibakterielle Chemotherapeutika)
  • Thiazid-Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • trizyklische Antidepressiva (antriebssteigernde und stimmungsaufhellende Mittel)
  • Medikamente zur Krebstherapie
  • Tabletten zur Behandlung des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • bestimmte Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks
  • nichtsteroidale entzündungshemmende Antirheumatika (NSAR) in einer Dosis, wie man sie normalerweise zur Behandlung einer Arthritis (Gelenkentzündung) einsetzt
  • Aknemittel und Antifaltencremes mit Tretinoin

Freiverkäufliche Produkte

Bei den meisten photosensibilisierenden Medikamenten findet sich ein Warnhinweis. Hier finden Sie einige freiverkäufliche Haut- und Haarpflegeprodukte, die Ihre Haut empfindlicher gegen Sonnenlicht machen können:

  • Parfum und parfümierte Seifen
  • Rasierwasser
  • teerhaltige Shampoos gegen Schuppen
  • Bleichcremes für die Haut
  • einige Alphahydroxy- und Betahydroxy-Lotionen
  • Sonnenschutzmittel mit Paraaminobenzoesäure (PABA) oder Parfümierungsstoffe

Diese freiverkäuflichen Produkte tragen eventuell keinen Warnhinweis. Um sicherzugehen, sollten Sie die Zusammensetzung auf dem Beipackzettel lesen und Produkte meiden, die bekannte photosensibilisierende Substanzen enthalten. Dazu gehören Chinolon, Moschusambrette, 6-Methyl-Cumarin, Bergamotteöl und Sandelholzöl. Darüber hinaus ruft das pflanzliche Heilmittel Johanniskraut bei einigen Personen eine Photosensibilisierung hervor.

Was können Sie tun?

Müssen Sie ein photosensibilisierendes Medikament einnehmen, sollten Sie in der Sonne besonders vorsichtig sein. Meiden Sie die Stunden der höchsten Sonneneinstrahlung und benutzen Sie ein Sonnenschutzmittel. Dazu eignet sich am besten eines, das einen totalen Sonnenschutz enthält (z. B. Zinkoxid oder Titandioxid). Jedoch reicht ein Sonnenschutzmittel allein unter Umständen nicht aus. Ebenso wichtig ist das Tragen von schützender Kleidung zu tragen einschließlich eines breitkrempigen Huts und einer Sonnenbrille.

Wenn Sie an einer Photoreaktion leiden, sollten Sie diese wie einen Sonnenbrand behandeln. Nehmen Sie ein kühles Bad oder eine kühle Dusche und benutzen Sie gegebenenfalls ein rezeptfreies Schmerzmittel (halten Sie sich an die Gebrauchsanweisung). Sie sollten darüber hinaus ein Gespräch mit Ihrem Arzt erwägen. Bei schweren Reaktionen helfen rezeptpflichtige Medikamente bei der Linderung der Symptome. In einigen Fällen kann der Arzt Sie auf ein nicht-photosensibilisierendes Medikament umstellen. Des Weiteren erfordert jeder unerklärliche Hautausschlag, der mehr als ein paar Tage anhält, eine ärztliche Untersuchung.

Erhöhte Ozonwerte? Lassen Sie es langsam angehen!

Wenn Deutschland wieder unter Smog, Feinstaub und erhöhten Ozonwerten ächzt, sollten Sie vor allem ruhig Blut bewahren. Ozon ist eine besondere Form des Sauerstoffs und kommt in der Umwelt immer in Kombination mit Stickoxiden, Schwefelsäureaerosolen und Staubpartikeln vor. Da Ozon schlecht wasserlöslich ist, dringt es tief in die Lunge ein. Entzündungen und Störungen der Lunge können die Folge sein. Ozonwerte werden in Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen. Die Schwelle für ozonempfindliche Menschen liegt bei etwa 180 Mikrogramm. Das ist auch der Wert, von dem an die Bevölkerung über erhöhte Ozonkonzentrationen informiert werden muss.

Erste Anzeichen für hohe Ozonwerte sind Hustenreiz, Kopfschmerzen, brennende Augen und Müdigkeit. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung reagiert besonders empfindlich. Kalifornische Wissenschaftler konnten erstmals bei Kindern einen Zusammenhang zwischen Asthamerkrankungen und einem hohen Ozongehalt der Luft nachweisen. Kinder reagieren im Allgemeinen stärker auf höhere Ozonwerte. Ozonwarnungen sollten Sie ernst nehmen, wenn Sie Outdoor-Sport betreiben oder sich viel draußen aufhalten. Sporteln Sie an solchen „Ozontagen“ möglichst in Ihren eigenen vier Wänden beziehungsweise im Studio und lassen Sie alles etwas gemächlicher angehen. Auf jeden Fall sollten Sie auf extreme körperliche Aktivitäten im Freien verzichten beziehungsweise diese auf die Abend- und Morgenstunden verlegen. Die Ozonwerte erreichen an wolkenlosen Tagen mittags ihre Höchstwerte.

Die gängigsten Vorurteile gegenüber der Sonne

  • Im Schatten sind Sie vor der Sonne sicher. Stimmt nicht. Die Sonnenstrahlung wird zu 85 Prozent von Sand, Wasser, hellen Möbeln oder Gebäuden reflektiert. Aus diesem Grund können Sie sich auch einen Sonnenbrand einhandeln, wenn Sie den ganzen Tag unter einem Sonnenschirm sitzen. Wenn Sie im Sommer nach draußen gehen, sollten Sie immer Sonnenschutzmittel verwenden, egal ob Sie sich in der Sonne oder im Schatten aufhalten.
  • Im Wasser brauchen Sie keinen Schutz. Auch das ist ein Irrtum, denn das Wasser ist besonders tückisch. In einer Tiefe von 50 Zentimetern kommen immerhin noch 60 Prozent der UVB-Strahlen und 85 Prozent der UVA-Strahlen an. Deshalb sollten Sie nur mit einem wasserfesten Sonnenschutz ins kühlende Nass. Da die Haut beim Schwimmen und Schnorcheln gekühlt wird, bemerken Sie einen Sonnenbrand, den Sie sich im Wasser geholt haben, erst später als einen, den Sie sich „an Land“ eingefangen haben. Nach jedem Baden heißt es auf alle Fälle: Neu eincremen.
  • Kleidung schützt Sie vor Sonnenstrahlung. Zwar schützt weite und dunkle Kleidung Sie besser vor den Sonnenstrahlen als helle und leichte Kleidung. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Sie sich auch unter der Kleidung mit Sonnenschutzmitteln eincremen sollten, übrigens auch unter Bikini und Badeanzug. Waschen Sie Ihre Sommerkleidung mit Waschmitteln, die einen UV-Filter enthalten. Es braucht allerdings mehrere Wäschen, bis der Schutz wirken kann.
  • Mit dem richtigen Mittel können Sie lange in der Sonne bleiben. Die Schutzdauer lässt sich nicht durch mehrfaches Eincremen verlängern. Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, in der Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Diese Zeit ist abhängig von Ihrem Hauttyp und liegt zwischen fünf (allergiegefährdete Haut) und 40 Minuten (südländischer Typ). In dieser Zeit versucht Ihre Haut, die eigenen Schutzfaktoren zu mobilisieren. Ist die Zeit überschritten, verbrennt sie. Die Höhe des Lichtschutzfaktors bei Sonnenschutzmitteln sagt Ihnen, um wie viel länger Sie mit einem Sonnenschutzmittel in der Sonne bleiben können, ehe sich die Haut rötet. Ihre Sonnenzeit berechnet sich aus Ihrer Eigenschutzzeit multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor. Es empfiehlt sich, bereits nach zwei Dritteln der erlaubten Zeit in den Schatten zu gehen. Das wird Ihre Haut Ihnen danken.
  • Wenn Sie keinen Sonnenbrand bekommen, ist Ihre Haut „safe“. Bei jedem Sonnenbad werden durch die UVA-Strahlen in Ihrer Haut freie Radikale freigesetzt. Sie schwächen Ihr Immunsystem, zerstören elastische Fasern und verändern das Erbgut. Und sie sorgen dafür, dass Ihre Haut schneller alt wird. Je häufiger Sie Ihre Haut bräunen, um so eher bekommen Sie Falten. Ihre Haut braucht zudem 12 bis 14 Stunden, um sich von einem Sonnenbad zu erholen. Also denken Sie daran, dass auch Ihre Haut Urlaub braucht.
  • Dunkle Gläser reichen als Schutz für Ihre Augen. Gerade bei dunklen Gläsern öffnen sich die Pupillen und lassen noch mehr Strahlen ins Auge. UVA- und UVB-Strahlen können Linse, Netz- und Hornhaut schädigen, ohne dass Sie es gleich merken. Sie können zu Bindehautentzündungen führen und das Risiko erhöhen, an Grauem Star zu erkranken. Helle Augen lassen mehr Licht auf die Netzhaut als dunkle. Nicht die dunkelsten Gläser schützen am besten, sondern nur die mit einem eingebauten Filter. Leisten Sie sich deshalb eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Einen fast hundertprozentigen Schutz bieten Ihnen Brillen mit CE-Symbol und der Aufschrift EN 1836:1977. Wichtig ist auch die optische Qualität der Gläser (am besten Klasse 1) und die Blendschutzkategorie (möglichst 2). Eine Brille mit breiten Bügeln wirkt gegen Streulicht. Besonders unsinnig sind übrigens die Sonnenbrillen, die nach unten hin heller werden, denn das Licht wird gerade von unten (Wasser, Sandboden) reflektiert.
  • Selbstbräuner schützen Sie vor Sonnenbrand. Die Wirkstoffe bieten keinen Schutz.
  • Ihre Haut gewöhnt sich mit der Zeit an die Sonne. Zwar baut sich innerhalb von etwa drei Wochen Ihre „maximale“ Lichtschwiele auf. Diese verdickte Hornschicht soll die Sonnenstrahlen gewissermaßen ablenken und die tieferen Schichten Ihrer Haut schützen. Doch das entspricht höchstens einem Lichtschutzfaktor von 10. Bräune bietet also wenig Schutz. Steigen Sie deshalb nicht auf Präparate mit einem kleineren LSF um, sondern nehmen Sie Ihren Sonnenschutz den ganzen Sommer lang ernst.

Künstliche Sonnenbestrahlung: Wahr oder falsch?

Allen, die es nicht lassen können, rät das Bundesumweltministerium, nur Solarien mit dem Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ aufzusuchen. Die Gerüchte über die vermeintlichen Vorteile des künstlichen Sonnenbades erweisen sich jedoch nach wie vor als äußerst hartnäckig. Die wichtigsten Lügen über die Kunstsonne sind nachfolgend aufgelistet:

  • Solariumssonne ist gesünder als die natürliche Sonne. Das natürliche Sonnenlicht enthält mehr UVB-Strahlen, die rascher einen Sonnenbrand verursachen und Sie schneller dazu bringen, aus der Sonne zu gehen. Die Solarien verwenden hauptsächlich schnell bräunende UVA-Strahlen. Gefährlich sind sie beide, wenn sie zu häufig und zu intensiv Ihre Haut treffen, egal aus welcher Quelle sie stammen. Die UVA-Strahlen bauen zudem Kollagen ab und lassen die Haut vorzeitig altern.
  • Im Solarium sind Sie vor Sonnenbrand geschützt. Immer häufiger bieten die Sonnenstudios ein „natürliches“ Strahlenspektrum mit UVA- und UVB-Strahlen an. Hier können Sie sich mit Sicherheit einen Sonnenbrand holen. Grundsätzlich gilt, dass beide Strahlenarten schädlich für Ihre Haut sind.
  • Im Solarium bauen Sie eine Lichtschwiele auf. Für den vorbeugenden Schutz vor Sonnenbrand sind Besuche im Solarium ungeeignet. Nur UVB-Strahlen bauen die Lichtschwiele auf. Sie verdicken die Hornschicht der Haut, die damit die Hautzellen vor der Sonneneinstrahlung bis zu einem gewissen Grad schützt. Die UVA-Strahlen vermehren lediglich den dunklen Farbstoff der Haut (Melanin). Dieser schützt keinesfalls vor Sonnenbrand.
  • Das Solarium stärkt Ihr Immunsystem und hebt die Laune. Das ist grundfalsch, denn Sie schwächen damit Ihre Abwehrkraft. Für Immunsystem und gute Laune ist es wesentlich gesünder, wenn Sie draußen Tageslicht und Wärme tanken. Auch dabei können Sie auf einen direkten Kontakt mit den UV-Strahlen verzichten.
Sonnenschutz Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Hitzschlag, Sonnenstich & Co.: Richtig handeln bei Sommergefahren

Sonne und Hitze haben auch ihre Schattenseiten: Jetzt droht beim Sport ein Sonnenstich oder sogar ein Hitzschlag. Lesen Sie, wie Sie sich schützen.