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So werden Sie quälenden Juckreiz wieder los!

Gegen Jucken hilft kratzen – manchmal. Doch nicht immer ist dem Juckreiz so einfach beizukommen. Seine Ursachen sind oft sehr komplex. So kann das Jucken z.B. Ausdruck einer zu trockenen Haut sein oder auf eine allergische Reaktion hinweisen, es kann aber auch auf eine innere Erkrankung hindeuten oder Ausdruck einer Arzneimittel-Nebenwirkung sein. Die Medizin kennt Hunderte verschiedene Ursachen und nur selten ist es tatsächlich mit einmal Kratzen getan. Oft werden die Betroffenen über Monate und Jahre von schwerem oder chronischem Juckreiz heimgesucht, der nicht selten mit Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depression einhergeht, immer jedoch mit einem Verlust an Lebensqualität verbunden ist.

Die Therapie des Juckreizes setzt eine genaue Diagnose voraus. Wenn der Arzt die Ursache Ihres Juckreizes aufgespürt hat, kann er mit der Behandlung anfangen. Deren vorrangiges Ziel ist es, den Betroffenen möglichst schnell von seinem Plagegeist zu erlösen. Das ist dann besonders aussichtsreich, wenn eine eindeutige Ursache, z.B. eine innere Erkrankung, zugrunde liegt. Wird diese behandelt, verschwindet mit ihr auch der Juckreiz. Bis dahin kann Ihnen Ihr Arzt Tabletten zum Einnehmen (Antihistaminika) und kortisonhaltige Salben zum Auftragen auf die befallenen Stellen verordnen. Oft werden die Wirkstoffe mithilfe feuchter Anwendungen appliziert, d.h., zunächst wird die Salbe auf die Haut aufgetragen, anschließend wird die Stelle mit einem feuchten Baumwollwickel abgedeckt. Durch die Feuchtigkeit kann die Haut den Wirkstoff aus der Salbe besser aufnehmen.

Gut zu wissen, wenn’s juckt: Schieben Sie den Arztbesuch nicht auf die lange Bank. Denn was vom Mückenstich bekannt ist, gilt auch hier: Häufiges Kratzen und Reiben verstärkt den Juckreiz noch. Die Haut kann sich durch den dauernden mechanischen Reiz nicht nur zusätzlich entzünden, sondern auch lederartig verdicken und dadurch eine anschließende Behandlung mit oberflächlich aufzutragenden Medikamenten erschweren.

Wenn der Juckreiz geradezu unerträglich ist…

…helfen oberflächlich aufzutragende, betäubungsmittelhaltige Cremes, die z.B. die Wirkstoffe Benzocain oder Lidocain enthalten. Ebenso wirksam: Lotionen mit Kampher, Calamin und Menthol. Auch Capsaicin, ein Extrakt aus Chili-Schoten, hilft. Hinweis: Diese Mittel lindern den Juckreiz effizient und schnell, beseitigen aber nicht dessen Ursache und sollten auch nur kurzzeitig angewendet werden. Wichtig ist, dass Ihr Arzt die Ursache findet und behandelt.

Neue Strategien gegen das Jucken

Für den Fall, dass die bisher beschriebenen Mittel keine Wirkung zeigen, gibt es neu entwickelte Strategien bzw. Medikamente. So wurde in medizinischen Studien erfolgreich das Antidepressivum Mirtazapin (Handelsname z.B. Remergil) zur Behandlung des Juckreizes eingesetzt. Hinweis: Kann als Nebenwirkung Müdigkeit auslösen, daher nur vor dem Schlafengehen einnehmen.

Der Opiatrezeptorblocker Naltrexon (z.B. Nemexin) lindert den Juckreiz besonders dann, wenn er seine Ursache in verstopften Gallengängen der Leber hat. Der Serotoninrezeptorblocker Ondansetron (z.B. Zofran) wirkt bei schmerzmittelbedingtem Juckreiz besonders gut.

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